Montag, 27. Februar 2017


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Feste Fehmarnbeltquerung / Baugrunduntersuchungen

Ostsee: Auch Buckelwal durch Seismik - Lärm bedroht?

(lifePR) (Neumünster/München/Quickborn, ) Der seit Wochen in der Ostsee umherirrende Buckelwal wurde am letzten Freitag auch in der Lübecker Bucht gesehen. Möglicherweise will der Wal die Ostsee wieder verlassen. Nach Ansicht der Naturschutzverbände NABU, GSM und GRD gefährden aber die weiter andauernden, lärmintensiven seismischen Erkundungen des Meeresgrundes für die geplante feste Fehmarnbeltquerung das Schicksal des Buckelwals an einem wichtigen Durchlass der Ostsee.

Die Arbeiten beeinträchtigen das FFH-Meeresschutzgebiet "Fehmarnbelt", eingerichtet zum Schutz von Schweinswalen. GRD, GSM und NABU fordern das Bundesumweltministerium auf, unverzüglich geeignete Richtlinien zum Lärmschutz im Meer zu erlassen.

Buckelwale finden sich auch im flachen Wasser der Ostsee zurecht. Sie orientieren sich hier mit Hilfe ihres empfindlichen Gehörs. Eine Gefahr des Verhungerns sehen die Naturschutzverbände nicht. Der Buckelwal habe gezeigt, dass er in der Ostsee Nahrung findet. Die beobachteten Wanderbewegungen des Buckelwals zwischen Öresund, Polen, Bornholm, Rügen und zuletzt der Lübecker Bucht deuten nunmehr aber darauf hin, dass der Wal die Ostsee verlassen will und auf der Suche nach dem richtigen "Ausgang" aus der Ostsee ist. Für das weitere Überleben ist es dabei wichtig, dass der Wal in seiner Orientierung nicht gestört wird.

Gefahr droht aber durch Baugrunduntersuchungen im Fehmarnbelt: Nicht nur die hier heimischen Schweinswale, sondern nunmehr auch der seit dem 23. Juli 2008 in der Ostsee beobachtete Buckelwal können durch laute Schallimpulse der eingesetzten seismischen Sparker und Sonare massiv gestört und vertrieben werden.

NABU, GRD und GSM fordern aus diesem Grund ein generelles Verbot lärmintensiver Eingriffe in Meeresschutzgebiete. NABU, GSM und GRD richten zudem den dringenden Appell an das Bundesumweltministerium, unverzüglich geeignete Richtlinien zu erarbeiten, um im Meer die Umwelt vor schädlichen Schallauswirkungen zu schützen.

Ein erster Schritt wäre es, auf den Bau der festen Beltquerung zu verzichten. Nach Auffassung der drei Verbände behindert die nach neuen Berechnungen mindestens 8 Milliarden Euro teure Brücke den für Schweinswale und andere Meereslebewesen wichtigen Wasseraustausch zwischen Nord und Ostsee, stellt ein enormes Risiko für die Schiffssicherheit in einem der sensibelsten Meeresgebiete der Erde dar und gefährdet zudem den Hotspot des Vogelzugs in Nordeuropa.

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