Donnerstag, 26. April 2018


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Besuch in Gambia

Zugvögel zwischen Feuchtgebietsschutz und Demokratisierung

Wilhelmshaven, (lifePR) - Zum vierten Mal in Folge war ein kleines Team der Nationalparkverwaltung in Westafrika, um im Rahmen der „Wadden Sea Flyway Initiative“ die dortigen Kollegen zu unterstützen. Vor Ort machten aktuelle Ereignisse besonders deutlich, dass das Wohlergehen der Zugvögel (und der Handlungsspielraum ihrer Beschützer) eng mit den politischen, wirtschaftlichen und sozialen Rahmenbedingungen im Lande verknüpft ist. Peter Südbeck und André Kramer berichten über neun spannende Tage in Gambia.

Die Wadden Sea Flyway Initiative (WSFI) wurde 2015 auf Veranlassung der UNESCO ins Leben gerufen in der Erkenntnis, dass ein erfolgreicher Schutz der Wattenmeer-Zugvögel nur möglich ist, wenn der gesamte Zugweg (flyway) der Vögel – von den arktischen Gebieten in Russland oder Kanada bis in die Wintergebiete im Westen und Süden Afrikas hinein - in einem übergreifenden (flyway-weiten) Ansatz betrachtet wird. Denn ein Zugvogel benötigt an jedem Tag in seinem Leben günstige Überlebensbedingungen. Eine Vielzahl von typischen Wattenmeervögeln fliegt zudem nonstop zwischen den Brutgebieten und dem Wattenmeer bzw. dem Wattenmeer und den westafrikanischen Überwinterungsgebieten. Dann fokussiert sich der Bedarf an intakten Gebieten auf nur wenige, deren Erhalt dafür umso wichtiger ist.

Die Initiative ist von einer großen Zahl von vor allem im Wattenmeer tätigen Institutionen unterzeichnet worden. Das Spektrum reicht von lokalen und regionalen Naturschutzorganisationen, wie dem Mellumrat und der Schutzstation Wattenmeer, bis hin zu global aktiven Institutionen wie BirdLife International oder Wetlands International. So wird die Idee eines flyway-weiten Schutzes auf allen Ebenen der Wattenmeerarbeit gelebt. Die Nationalparks Niedersächsisches und Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer haben sich ebenfalls – selbstverständlich – der Initiative angeschlossen, und Peter Südbeck, Leiter der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer, ist im Beirat der Initiative aktiv.

Zwei Hauptprojekte bilden das Fundament der Initiative:


Monitoring: In niederländischer Verantwortung liegt ein mehrjähriges Großprojekt zum Monitoring der Wasser- und Watvögel entlang des gesamten Zugweges.
Strukturen und Kompetenzen entwickeln: Aus bundesdeutschen Mitteln finanziert, koordiniert das Gemeinsame Wattenmeersekretariat (CWSS, Wilhelmshaven) eine Fülle von Aktivitäten in Afrika, die darauf abzielen, die Rahmenbedingungen zum Schutz der Zugvögel dort zu verbessern (capacity building). Dazu zählen Fortbildungsveranstaltungen in Theorie und Praxis und ein direkter Erfahrungsaustausch vieler beteiligter staatlicher und nicht-staatlicher Organisationen in den Ländern vor Ort.


Seit dem Start der Flyway-Initiative haben Niedersachsen und der Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer beide Projekte konkret unterstützt, sowohl finanziell als auch durch direkte Arbeit vor Ort, so in der Republik Guinea, der Republik Guinea-Bissau, der Islamischen Republik Mauretanien und zuletzt der Republik Gambia.

Im Januar 2017, zur zweiten groß angelegten koordinierten Mittwinter-Zugvogelzählung entlang des gesamten Flyways, war, wie schon im Vorjahr, ein kleines Team aus dem Nationalpark (diesmal André Kramer und Peter Südbeck) in der Republik Gambia, um dort die Kollegen auf der Mittwinterzählung zu begleiten, Informationen zum Wattenmeer und zum gemeinsamen Erbe der Zugvögel zu vermitteln und die Flyway Initiative vorzustellen. Lesen Sie hier den vollständigen Bericht:

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