Freitag, 20. April 2018


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photographisch - literarische Ausstellung "erdenwesen"

Sankt Andreasberg, (lifePR) - Angefangen hat alles im Jahr 2006, welches ein ausgesprochen ertragreiches Pilzjahr war - für Sammler und nicht zuletzt für Photographen. Von Mai bis November bot sich uns ein unglaubliches Spektrum einzigartiger Photomotive in Form unterschiedlichster Pilze.

Ja, Pilzsucher oder - sammler sind merkwürdige Leute. Die gemeinsame Leidenschaft, durch Wiesen und Wälder zu streifen und nach Pilzen zu jagen, verbindet sie. Aber im Wald selbst wollen sie möglichst alleine sein, ihre Fundorte halten sie geheim wie verborgene Schätze. Der Anblick eines Pilzes löst in ihnen ein unvergleichliches Glücksgefühl aus.

Da klingt etwas in uns nach aus einer Zeit, da des Menschen Arbeit nur im Jagen und Sammeln bestand und jeder Fund ein Stück Überleben garantierte. Tatsächlich bedeutet uns jeder Pilzfund auch heute noch ein echtes Erfolgserlebnis.

Wir haben eingangs bewusst den Begriff des Jagens nach Pilzen gewählt: Das Pilzsuchen ist durchaus mit der Jagd zu vergleichen - das Aufnehmen der Fährte, die Pirsch, das Erlegen der Beute - im Übrigen was die stammesgeschichtliche Entwicklung des Menschen angeht, sehr alte Verhaltensmuster. Alles das gibt es beim Pilzsammeln auch, nur wird, und das ist der wesentliche Unterschied, mit dem Pflücken des Pilzes das Lebewesen selbst nicht zerstört: denn der eigentliche Pilz befindet sich als Pilzgeflecht, als Myzel, unter der Erdoberfläche. Der sichtbare Pilz ist nur der Fruchtkörper dieses Myzels, wie etwa ein Apfel oder eine Birne Fruchtkörper des Baumes sind, an dem sie hängen.

Weil aber das Pilzsuchen eine Beschäftigung ist, der schon die frühesten Menschen nachgegangen sind, kommt ihm fast eine mystisch - kultische Bedeutung zu.

Pilze gehören zu den ältesten, größten und zugleich faszinierendsten Organismen, die diesen Planeten bevölkern. Von altersher sind die "Männlein im Walde", wie wir sie aus Kindertagen kennen, vertraute Begleiter des Menschen, die verborgen zu unseren Füßen im Erdreich leben. Ihre Anders- und Einzigartigkeit spiegelt sich in einer Vielzahl von Mythen, Sagen, Märchen und Gedichten wider, welche sich um diese Erdenwesen ranken.

Unser Bestreben ist es nun, diese vertraute Andersartigkeit, dies unbewusste Erinnern, das Sichtbarmachen dessen was im Verborgenen liegt, anhand von kunstvollen Schwarzweißphotographien und literarischen Texten dem Betrachter bewusst zu machen.

Es geht hier primär nicht um Pilzbestimmung, es geht vielmehr darum, das, was den Menschen und den Pilz über die Jahrhunderte verbunden hat, und was droht, in Vergessenheit zu geraten, mit Hilfe dieser photographisch-literarischen Pilzausstellung in Erinnerung zu rufen.

Wenn Sie anfangen, sich zu erinnern, wenn Sie anfangen, diese Erdenwesen wieder bewusst wahr zu nehmen, haben wir das erreicht, was wir mit dieser Ausstellung zu erreichen versuchen.

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