Samstag, 16. Dezember 2017


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Tierische Spitzenleistung

Forscher dokumentieren weltweit längste Wanderung eines Waschbären

Hohenzieritz, (lifePR) - Die Bewohner der niedersächsischen Gemeinde Oerel bei Bremervörde staunten nicht schlecht, als der kleine maskierte Unbekannte erstmals bei ihnen auftauchte. Noch nie zuvor wurden in dieser Region Waschbären gesichtet.

Drei Monate zuvor im Müritz Nationalpark in Mecklenburg-Vorpommern erhielten Biologen das letzte Funksignal von einem ihrer Forschungsobjekte, bevor sich der nachtaktive Minipetz auf die lange Reise machte. Der junge Waschbärrüde mit der Nummer 5002 wurde im Rahmen einer wildbiologischen Forschungsstudie (www.projekt-waschbaer.de) mit einem UKW-Senderhalsband ausgestattet und mit Ohrmarken markiert. 90 Tage lang wanderte er in Richtung Westen, bis er sich schließlich im 285 km (Luftlinie) entfernten Oerel einfand, wo er gefangen und erlegt wurde. Dort konnte das männliche Jungtier anhand seiner Ohrmarken eindeutig identifiziert werden.

Mit dem hierbei zurückgelegten Weg hat der Kleinbär nun einen neuen Weltrekord aufgestellt - es ist die längste Abwanderungsstrecke, die je für diese Tierart nachgewiesen werden konnte, so die Leiter des Waschbär-Forschungsprojektes Frank Michler und Berit Köhnemann.

Es ist bekannt, dass Waschbärmännchen im Gegensatz zu den weiblichen Tieren mit ca. einem Jahr den Prozess der sogenannten Dismigration vollziehen - bislang blieb jedoch völlig unklar, wie diese Abwanderung im Einzelnen von statten geht und vor allem um was für Entfernungen es sich dabei handelt.

Im Rahmen ihrer Forschungen im Müritz-Nationalpark konnten die Biologen bereits Abwanderungen von einem Dutzend markierter Waschbären mit Entfernungen von 8 bis 95 km Luftlinie dokumentieren, wobei es die Kleinbären in alle Himmelsrichtungen verschlug.

Einige dieser Tiere konnten bei ihrer Wanderung mittels Funküberwachung Tag und Nacht verfolgt werden, "hierbei haben wir durchschnittliche Strecken von 8 bis 10 km pro Nacht ermitteln können", so der Wildbiologe Michler. Auf Grund dieser Tatsache gehen die Forscher davon aus, dass der Rekordhalter während seiner Abwanderung nach Niedersachsen insgesamt über 800 km zurückgelegt hat.

Ob der Waschbärrüde ohne seine Erlegung noch weiter gewandert wäre, bleibt reine Spekulation - fest steht aber, dass es sich hierbei um eine enorme Leistung aus dem Tierreich handelt.

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