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Pressemitteilung BoxID: 451075 (Nationalparkamt Müritz)
  • Nationalparkamt Müritz
  • Schlossplatz 3
  • 17237 Hohenzieritz
  • http://www.mueritz-nationalpark.de
  • Ansprechpartner
  • Alf Korzetz
  • +49 (39824) 252-24

Singschwäne geben Konzert an der Müritz

Skandinavische Gäste beziehen ihr Winterquartier im Nationalpark

(lifePR) (Hohenzieritz, ) "Wenn ein Schwan singt, lauschen die Tiere." So heißt es bekanntlich in dem beliebten "Karat"-Hit vom "Schwanenkönig". Nicht nur einem Solisten, sondern gleich einem vielstimmigen Schwanenchor kann man derzeit am Ostufer der Müritz lauschen. "Es handelt sich um Singschwäne, die von Skandinavien kommend ihre Winterquartiere nicht nur an der Ostseeküste, sondern auch bei uns im Binnenland beziehen", erklärt Alf Korzetz. Der Mitarbeiter des Nationalparkamtes Müritz beobachtet schon seit längerem mit besonderem Interesse die imposanten Gesangskünstler. "Seit den 1960er Jahren ist in ihren Winteransammlungen eine Bestandszunahme zu verzeichnen", konstatiert erfreut der Experte. Als Grund vermutet er neben günstigeren klimatischen Bedingungen auch die verstärkte Nutzung der Rapskulturen als Nahrungsquelle. "Auf der eisfreien Müritz sind Singschwäne nicht selten in Trupps bis zu 100 Exemplaren - oft auch in Gesellschaft von Zwergschwänen - zu beobachten und zu hören", hat Alf Korzetz festgestellt. Besuchern empfiehlt er, dafür im Müritz-Nationalpark die Beobachtungspunkte "Schnakenburg" südlich von Waren und "Doppelkiefergraben" bei Boek zu nutzen.

"Für den sehr ruffreudigen Vogel ist ein tiefer, nasaler Posaunenklang charakteristisch. Beim Rufen ist der Hals gewöhnlich lang gestreckt und der Kopf angehoben", erklärt der Fachmann. Ansonsten sei der Singschwan für den Laien aber auf den ersten, flüchtigen Blick leicht mit einem Höckerschwan zu verwechseln. Denn auch der "Cygnus Cygnus", so die lateinische Bezeichnung des Singschwans, habe ein reinweißes Gefieder. "Bei einer Körpergröße von etwa 1,5 Metern, einer Flügelspanne von nahezu zwei Metern und einem Gewicht von sieben bis zwölf Kilogramm ist er jedoch etwas kleiner und leichter als ein Höckerschwan", weiß der Vogelexperte. "Außerdem ist im Gegensatz zu diesem sein Hals gerade und nicht s-förmig. Der Schnabel ist gelb mit schwarzem Keil und trägt nicht den namengebenden Schnabelhöcker des Höckerschwans." Auch im Flug wäre der Singschwan unterscheidbar, denn bei ihm seien keine metallischen oder sausenden Fluggeräusche vernehmbar.

Das Ostufer der Müritz bietet in diesen Tagen aber auch noch weitere interessante Naturschauspiele, betont Alf Korzetz. Bis Ende November finden sich hier und an den Havelseen bis zu 25.000 Saat- und Blessgänse ein. Zudem rasten auf dem Warnker See, dem Rederangsee und der Müritz bis zu 50.000 Reiherenten auf ihrem Durchzug, dazu viele Tafelenten, sowie in geringerer Anzahl Schnatter,- Krick, Löffel-, Stock- und Knäkenten.

Wegen seiner günstigen Bedingungen als Brut-, Nahrungs-, Rast- und Überwinterungsgewässer für zahlreiche Wasservogelarten wurde das Ostufer der Müritz mit seinen vorgelagerten Seen auf einer Teilfläche des Nationalparks als Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung (RAMSAR-Gebiet) und Europäisches Vogelschutzgebiet (SPA-Gebiet) deklariert.