Sonntag, 19. November 2017


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Förderschüler beim Herbstputz am Pagelsee

Praktikum im Nationalpark dient Vorbereitung auf Berufsausbildung

Hohenzieritz, (lifePR) - Für eine Woche haben derzeit Frank (17), Maik (16) und Sebastian (17) ihre Schulbank in der Tom Mudders-Schule Neustrelitz mit einem Praktikumsplatz im Müritz-Nationalpark vertauscht. Am Pagelsee in der Nähe von Granzin sorgen die drei Förderschüler dafür, dass mit Hacken und Harken die Schienen einer alten Lorenbahn von Blättern, Erde und Moos, sowie von am Rande überwuchernden Grasbüscheln und Wildkräutern befreit werden. Bis 1993 war die Gegend noch "Sperrgebiet". Die russische Armee hielt hier bis zu ihrem Abzug mit Panzern ständig Schießübungen ab, durchpflügte mit den stählernen Kolossen das Gelände und machte damit selbst vor der Havel nicht Halt. Dieser Umweltfrevel hat zum Glück seit genau 20 Jahren ein Ende.

"Dafür machen uns die Maulwürfe in diesem Jahr ganz schön zu schaffen", berichtet schmunzelnd Nationalpark-Mitarbeiter Olaf Keil über die besonderen Herausforderungen des Herbstputzes. Der gelernte Forstwirt kümmert sich schon seit einigen Jahren darum, dass zwischen April und Oktober viele Wasserwanderer ihre schwimmenden Fahrzeuge von der Havel in den Pagelsee bugsieren können. Da es zwischen beiden Gewässern keine "Wasserstraße" gibt, müssen die Kanus, Kajaks oder Faltboote zunächst rund 50 Meter von Havelufer über eine kleine Straße getragen werden. Dann erwartet die Wassersportler eine Bootslipanlage der besonderen Art, um weiter bis zum Pagelsee zu gelangen. Auf einer rund 1,5 Kilometer langen Schienenschleife befinden sich drei offene Loren, auf deren Ständern jeweils bis zu vier Sportboote gleichzeitig transportiert werden können. "Da die Strecke zum Pagelsee leicht abschüssig ist, ist es für viele auch ein großer Spaß, ihre Boote dorthin im Laufschritt zu begleiten", weiß Olaf Keil zu erzählen. Damit es in der Saison immer gut "flutscht" auf dem schmalen Schienenstrang, werden im Herbst und im Frühjahr die Gleise regelmäßig einem Großreinemachen unterzogen.

Willkommene Helfer sind dabei stets die Förderschüler aus Neustrelitz. Zwischen ihrer Schule und dem Nationalpark gibt es schon seit über zehn Jahren enge partnerschaftliche Beziehungen. "Die Schüler können während dieses Praktikums, das täglich drei bis vier Stunden dauert, ihre Belastbarkeit und Teamfähigkeit unter Beweis stellen", erklärt Bärbel Hiesener den pädagogischen Aspekt des Einsatzes. Die pädagogische Mitarbeiterin der Förderschule betreut die drei Jugendlichen am Pagelsee gemeinsam mit Schulhausmeister Rainer Schulz. "Die Tage am Pagelsee sind auch eine gute Vorbereitung auf den Übergang von der Schule in den geschützten Werkstätten", betont Bärbel Hiesener. Dort erhalten die Jugendlichen entsprechend ihrer geistigen Entwicklung, sowie nach ihren Wünschen und Fähigkeiten eine zweijährige Berufsausbildung zum Beispiel im Metall- und Holzbereich oder im Garten- und Landschaftsbau.

Einen künftigen Arbeitsplatz in der Natur könnte sich auch Frank gut vorstellen. "Ich bin gern an der frischen Luft. Am meisten Spaß macht mir die Arbeit mit der Motorsense", erzählt der Schüler voller Begeisterung. "Frank hat sich schon ein halbes Dutzend Mal freiwillig zu diesem Einsatz gemeldet und ist immer mit Eifer bei der Sache", lobt Olaf Keil, der "Herr der Lorenbahn". Frank nickt dazu heftig und ruft mit einem lauten Lachen: "Klar, wir sind ja auch ein gutes Team!"

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