Mittwoch, 17. Januar 2018


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Eremit auch im Schlosspark

Verstecktes Leben in geschützten Brutbäumen

Hohenzieritz, (lifePR) - Bis 1992 war er nur wenigen Spezialisten bekannt. Denn er lebt sehr gut versteckt die ersten Lebensjahre in alten absterbenden Bäumen. Seiner Lebensweise entsprechend hat der Osmoderma Eremita auch den passenden Namen: Eremit.

"Diese Rosenkäferart wird maximal vier Zentimeter groß und ist erst als erwachsenes Tier außerhalb seines Brutbaumes unterwegs. Doch auch dann ist die Wahrscheinlichkeit ihn zu sehen sehr gering. Er fliegt sehr selten und kaum mehr als 300 Meter weit", erklärt Alf Korzetz als Experte zu diesem Thema im Nationalparkamt Müritz.

Manche Käfer verlassen ihre Baumhöhlen sogar ihr ganzes Leben lang nicht. Die Anwesenheit dieser Rosenkäferart ist mit einem Duft verknüpft, der von den Männchen als Sexuallockstoff mit dem Geruch von "Juchtenleder" - daher auch der weitere Name "Juchtenkäfer" - produziert wird. Die Weibchen legen 20 bis 80 Eier in den unter Mitwirkung von Braun- oder Weißfäule erzeugenden Großpilzen entstandenen Mulm der Bäume. "Wobei die Larven bis zu acht Zentimeter groß werden", weist Alf Korzetz auf eine weitere Besonderheit dieser Art hin. Entsprechend dem Mulm-Angebot können mehrere Hundert Tiere in einem Brutbaum leben. Ihre Aktivität erstreckt sich von morgens bis in die Nacht, vorzugsweise sind sie bei warmen Temperaturen aktiv. Obwohl es etwa gleichviel Männchen wie Weibchen gibt, trifft man letztere häufiger außerhalb der Baumhöhle an.

Am Amtssitz im Schlosspark Hohenzieritz gibt es glücklicherweise noch einen der wenigen Brutbäume. Diese sind übrigens laut einer FHH-Richtlinie geschützt. Die Europäische Kommission rückte damit 1992 den Eremiten als vom Aussterben bedrohte prioritäre Art in den Blickpunkt des Naturschutzinteresses.

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