Samstag, 20. Januar 2018


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Brunnenbohrungen im Nationalpark abgeschlossen

Wissenschaftler untersuchen Folgen des Klimawandels

Fürstensee, (lifePR) - An der Nordspitze des Fürstenseer Sees, entlang der Goldenbaumer Landstraße, kann man jetzt auf seltsame dreieckige Metallgebilde zum Schutz eines Brunnenrohrs stoßen. Insgesamt sind es zwölf, die in den letzten Wochen im Auftrag des Deutschen GeoForschungsZentrums (GFZ) vom Helmholtz-Zentrum in Potsdam installiert wurden.

"Das sind Grundwassermeßstellen, für die wir im Rahmen des Tereno-Projekts in bestimmten Bereichen Brunnen mit verschiedenen Tiefen gebohrt haben", erklärt Diplom-Geoökologe Markus Morgner vom GFZ. Dabei geht die tiefste Bohrung 47 Meter runter in die Erde. Aktuell wird das bei den Arbeiten mit Hilfe von Bohrkernen entnommene Material im GFZ hinsichtlich hydraulischer Parameter wie der Wasserleitfähigkeit des Bodens untersucht, aber auch die chemische Zusammensetzung des Wassers soll analysiert werden. Die Meßstellen sind für die Entwicklung langfristiger Modelle laut Markus Morgner notwendig: "Mit den Daten der Meßstellen und der Messung des Seepegels werden die Fließrichtung und die Fließgeschwindigkeit des Grundwassers und damit die Speisung des Sees ermittelt." Der angehende Hydrogeologe Janek Dreibrodt hat die Bohrungen für seine Masterarbeit begleitet und ist wie Henriette Wilke, die hier einen Teil ihrer Doktorarbeit praktisch umsetzt, vom Projekt fasziniert. "Es ist eine spannende Aufgabe, diese Interaktionen wissenschaftlich nachvollziehbar zu machen", sind sich die beiden einig. Das Forschungsprojekt "TERENO" der Helmholtz-Gemeinschaft erfasst als interdisziplinäres Großvorhaben die langfristigen ökologischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Folgen des Klimawandels auf regionaler Ebene. Ein Untersuchungsgebiet des auf 15 Jahre angelegten Programms bezieht auch den Fürstenseer See im Müritz-Nationalpark mit ein. "Der Müritz-Nationalpark besitzt ideale Eigenschaften als Referenzgebiet für die Klimaforschung. Die hier weitgehend ungestörten Naturprozesse erlauben eine Trennung natürlicher Schwankungen von klimarelevanten Effekten einer seit langem intensiv vom Menschen geprägten und genutzten Landschaft. Erkenntnisse aus der Erforschung von naturnahen Ökosystemen lassen sich im Nationalpark sehr gut mit der Untersuchung historischer Landschaftsveränderungen verbinden, die in Böden, Seen und den Jahrringen alter Bäume des Nationalparks 'archiviert' sind. Die um Serrahn seit den achtziger Jahren erfolgreich durchgeführten Renaturierungsmaßnahmen erlauben die wissenschaftliche Betrachtung einer inzwischen von zahlreichen menschlichen Einflüssen befreiten Gewässerlandschaft", erläutert Matthias Schwabe, Sachgebietsleiter Forschung und Monitoring im Nationalparkamt Müritz.

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