Donnerstag, 14. Dezember 2017


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Ein Schlag ins Gesicht des barrierefreien Tourismus in Deutschland

Bundestag lehnt Unterstützung des Tages des barrierefreien Tourismus auf der ITB ab

Düsseldorf, (lifePR) - Zum ersten Mal findet am 08.03.2012 auf der Internationalen Tourismusbörse Berlin (ITB) der "Tag des barrierefreien Tourismus" statt. Die Messe Berlin, die dieses Thema als zukunftsweisend für die deutsche Tourismuswirtschaft ansieht, hat die Nationale Koordinationsstelle Tourismus für Alle e.V. (NatKo) um Koordinierung der Gesamtveranstaltung gebeten.

Barrierefreier Tourismus für Alle ist nicht nur angesichts des demografischen Wandels wichtig, sondern bringt heute schon Vorteile für alle Reisenden, Eltern mit Kinderwagen ebenso wie Reisende mit viel Gepäck.

Die deutsche Tourismuswirtschaft hat hier Nachholbedarf, stellte die Deutsche Zentrale für Tourismus bereits vor zwei Jahren auf der ITB fest. Eine Untersuchung zeigte, dass ausländische Touristen die barrierefreien Angebote in Deutschland deutlich schlechter bewerten als das vergleichbare Angebot im Durchschnitt.

"Die Organisation eines Tages des barrierefreien Tourismus im Rahmen des ITB-Kongresses", so Dr. Rüdiger Leidner, Vorstandsvorsitzender der NatKo, "zeigt den Weitblick der Berliner Messe für die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Tourismuswirtschaft".

Der Bundestag hat 2009 die UN-Behindertenrechtskonvention ratifiziert, die die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderungen auch bei der Nutzung touristischer Angebote zum Ziel hat. Umso unverständlicher ist daher der Beschluss des Bundestages vom 19.01.2012, die Einrichtung eines Tages des barrierefreien Tourismus auf der ITB nicht zu unterstützen.

Das schadet der Verbesserung der Barrierefreiheit in Deutschland insgesamt und verzögert somit die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention.

Wenn der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen nicht einen Teil der Sachausgaben z. B. für Gebärdensprachdolmetscher übernommen hätte, hätten die Organisatoren aufgeben müssen, da ihre Eigenmittel dafür nicht ausreichen.

Das Programm (einsehbar unter www.natko.de) zeigt, dass Teile der Tourismuswirtschaft die Bedeutung des barrierefreien Tourismus sehr wohl erkannt haben.

Der Tag wird eröffnet mit einer Rede von Max Stich, dem stellvertretenden Präsidenten des ADAC. An der sich anschließenden Podiumsdiskussion sind Unternehmen wie TUI und die Deutsche Bahn sowie die Deutsche Zentrale für Tourismus prominent vertreten. Good-Practice-Beispiele werden am Nachmittag z.B. auch von der AG "Barrierefreie Reiseziele" vorgestellt, sowie von Markus Luthe für den Deutschen Hotelverband, Magnus Berglund für die Scandic Hotels und Dr. Uwe Lorenz für den Internationalen Bustouristik-Verband.

"Die NatKo wird sich weiterhin für die Stärkung des barrierefreien Tourismus in Deutschland und damit die wohlverstandenen Interessen der deutschen Tourismuswirtschaft und der Reisenden einsetzen", sagt Dr. Rüdiger Leidner. "Trotz guter Beispiele ist es offenkundig, dass die meisten Tourismusanbieter nach wie vor zu wenig über die Bedürfnisse mobilitätseingeschränkter Gäste wissen. Somit mangelt es in der Branche vielfach an Kenntnissen über Barrierefreiheit, sei es beim Bauen und Einrichten oder beim Service und Marketing. Ohne glaubwürdige politische Unterstützung werden diese Defizite nicht zu überwinden sein."

Tourismus für Alle Deutschland e.V.

Die NatKo wurde 1999 von sieben Bundesbehindertenverbänden gegründet, um die deutschlandweiten Aktivitäten der Selbsthilfeorganisationen im Bereich "Tourismus für Alle" zu bündeln und zu koordinieren. Ziel ist es, mit gemeinsamer Stimme zu sprechen und damit möglichst viele Betroffene vertreten zu können.

Um dieses Ziel zu verwirklichen hat sich die NatKo folgende Arbeitsschwerpunkte gesetzt:

- Die NatKo arbeitet mit der Tourismuswirtschaft, Verkehrsbetrieben und Fachverbänden zusammen, um gemeinsame Konzepte für einen Tourismus für Alle zu erstellen.
- In Kooperation mit Tourismusverbänden, Aus- und Weiterbildungsstätten bietet die NatKo Schulungen an, Touristiker für das Thema Barrierefreiheit zu sensibilisieren und qualifizieren.
- Durch die Mitarbeit in Gremien, Ausschüssen, auf Fachkongressen und im Kontakt mit den politisch Verantwortlichen sollen die Rahmenbedingungen für barrierefreies Reisen verbessert werden.
- Reiseveranstaltern, Verkehrsunternehmen, Tourismusregionen, Hoteliers und weiteren Anbietern im Bereich Tourismus hilft die NatKo, ihre Produkte für alle Kunden geeignet zu gestalten und damit die Nachfrage zu erhöhen.
- Die NatKo ist auf den wichtigsten touristischen Messen und der RehaCare vertreten.

Die NatKo ist die zentrale Anlaufstelle für die Belange des barrierefreien Tourismus für Alle in Deutschland.

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