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Pressemitteilung BoxID: 688844 (Nassauischer Kunstverein)
  • Nassauischer Kunstverein
  • Wilhelmstraße 15
  • 65185 Wiesbaden
  • http://www.kunstverein-wiesbaden.de

High Ends / Absolvent_innen Kunst 2017 der HfG Offenbach a.M.

Leslie Bauer / Daniel Eyrich / Carolin Liebl & Nikolas Schmid-Pfähler / Stephanie Kayß / Dominik Keggenhoff / Jaewon Kim / Marc Krause / Tom Król / Daisy von Mitzlaff / Sertan Satan / Johanne Schröder / Rudi Weissbeck / Malte Zenses

(lifePR) (Wiesbaden, ) .

19. Januar bis 25. Februar 2018
Eröffnung: 18. Januar 2018, ab 18 Uhr

In der Ausstellung High Ends werden erstmals künstlerische Positionen von Absolvent_innen der Hochschule für Gestaltung (HfG) Offenbach öffentlich im institutionellen Rahmen gezeigt. Die Arbeiten des Jahrgangs 2017 werden vom 19. Januar bis 25. Februar 2018 in einer von Professor Martin Liebscher und Professor Günter Reski kuratierten Schau auf zwei Etagen des Nassauischen Kunstvereins zentral in der hessischen Landeshauptstadt zu sehen sein.

Vor dem Hintergrund fehlender adäquater Ausstellungsflächen, um die Diplomand_innen zum Studienabschluss gebührend zu verabschieden, ist diese Schau eine glückliche Premiere. Erstmals können die Arbeiten einer interessierten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, die sich so ein umfassendes Bild von den an der HfG Offenbach ausgebildeten, jungen künstlerischen Kompetenzen machen kann. High Ends bildet damit den Auftakt zu einer langfristig angelegten Serie, in der jährlich wechselnd an einem anderen Ort die Arbeiten von Absolvent_innen der HfG Offenbach in einer Ausstellung gezeigt werden.

Die HfG Offenbach steht für eine dem Bauhaus entlehnte, übergreifende Lehre zwischen und mit den Künsten, die sich in der zeitgenössischen Lage zwischen postmedial, hybrid und digital immer mehr als aktuell angemessen positioniert. Entgrenzte wie erweiterte Künste sind hier ab dem ersten Semester Dauerthema. Dass Studium und professionelle Ausstellungspraxis Hand in Hand gehen, gehört zum Ausbildungsprofil der HfG. So sind einige der Künstler_innen bereits vor ihrem Abschluss in etablierten Galerien und Institutionen präsent.

Ein wiederkehrendes Thema in vielen der gezeigten Arbeiten ist die Verbindung von Organischem und Technologischem. Im Aufgreifen von Naturmotiven pflanzlicher Gewächse, von Gärten und Landschaften und immer wieder auch mit Anklängen an experimentelle Anordnungen der Naturwissenschaften – beispielsweise bei Jaewon Kim (1982, Seoul), Sertan Satan (1977, Ankara), Carolin Liebl (1989, Lichtenfels) & Nikolas Schmid-Pfähler (1987, Gießen) – entstehen Systeme, die von den Künstler_innen mit einer oft prozesshaften Offenheit angelegt sind.

In ganz unterschiedlichen Medien formieren sich landschaftsartige und architektonische Räume, zu denen wir aufgefordert sind, uns in eine Beziehung zu setzen, die sich mitunter gar in uns selbst, unserem Inneren, Unbewussten entwickeln. So etwa in Dominik Keggenhoffs (1988, Bonn Bad-Godesberg) Videoinstallation Dementia Hortensis, die die beunruhigende Atmosphäre eines Traums zwischen Zivilisation und Wildnis heraufbeschwört, oder in Stephanie Kayß’ (1986, Salzgitter) Computerspiel KAY, in dem sich der Spieler inmitten visionärer architektonischer Gebilde auf die Suche nach dem Unbekannten macht.

Die Abstraktion von Erlebtem, die hinter jeder Form von künstlerischem Ausdruck steht, wird in den Gemälden und Skulpturen von Tom Król (1991, Köln) und Malte Zenses (1987, Solingen), deren Symbole und Codes zwischen Abstraktion und Figuration oszillieren, erfahrbar.

Die Betrachtung des Selbst und der Umgebung wird in den Arbeiten der Absolvent_innen als ein Wahrnehmungsmodus gedacht, der bei Weitem nicht nur den Sehsinn herausfordert. Immer wieder ist in den Medien von einer angeblich vorrangig visuellen Wahrnehmung, von immer virtueller und schnelllebiger werdenden Wirklichkeiten zu hören und zu lesen. Dieser Behauptung stellen die jungen Künstlerinnen und Künstler eine explizit multisensorische Erfahrung entgegen. Die Malereien und Skulpturen, Videos, Installationen, Performances und Fotografien intensivieren und irritieren das alltäglich Gehörte und Ertastete, bisweilen auch das Gerochene, Geschmeckte und Erahnte. Geräuschvolle körperliche Gesten und Handlungen im Umgang mit alltäglichen Gegenständen oder einem menschlichen Gegenüber stehen etwa im Mittelpunkt von Daisy von Mitzlaffs (1987, Gelnhausen) Arbeit Hypernormal Objects und Johanne Schröders (1988, Frankfurt am Main) Videoinstallation Idle Capacities.

Zunächst gleichförmig erscheinende Routinen unserer (Fort-) Bewegungs- und Sehgewohnheiten im Digitalen wie im Analogen verwandeln sich in den Arbeiten der Ausstellung in dynamische Rhythmen, die neue Sichtweisen bekannter Muster zulassen. Dies zeigt sich insbesondere in der Videoinstallation 5 40 3 von Leslie Bauer (1988, Lich), den aus der Modefotografie stammenden Aufnahmen Now we are fluid And form is ambiguous. Did we escape? von Marc Krause (1986, Hanau) oder aber in Rudi Weissbecks (1986, Grigoriopol, Moldawien) mehrteiliger Installation interrobang. Ganz neue Wege beschritten hat auch Daniel Eyrich (1984, Langen), der mit seiner Arbeit Die musikalische Systemtheorie sowohl zwei wissenschaftliche Disziplinen als auch Theorie und Praxis verbindet und in die Kunst überführt.

Der experimentelle Charakter der ausgestellten Arbeiten setzt neue Impulse und spiegelt die freie, modulare Studienstruktur der HfG Offenbach wieder.

Ein umfangreiches Rahmenprogramm begleitet die Ausstellung.