'Waldgipfel' der CDU-Fraktion

Gute Idee - inakzeptable Umsetzungsvorschläge

(lifePR) ( Neumünster, )
Die an sich gute Idee der CDU-Landtagsfraktion, über einen 'Waldgipfel' mit verschiedenen Akteuren die Möglichkeiten einer erheblich verstärkten Neuwaldbildung zugunsten des Klimaschutzes im Lande auszuloten, hat der agrar- und umweltpolitische Sprecher der CDU-Fraktion Heiner Rickers bereits am Tag der Verkündung mit seinen unsachlichen Forderungen konterkariert.

Wer von vornherein Ackerflächen für eine Entwicklung neuer Waldflächen ausschließt, weil einem dies als für die Landwirtschaft nicht zumutbar erscheint, stattdessen aber ausdrücklich verlangt, naturschutzfachlich wertvolles Grünland - und dabei vor allem die Flächen der Stiftung Naturschutz - dafür zur Verfügung zu stellen, lässt an der Ernsthaftigkeit des geplanten 'Waldgipfels' zweifeln.

Heiner Rickers übersieht, dass Grünland neben Wald und Moor ebenfalls ein wertvoller CO2-Speicher ist. Viele Dauergrünlandflächen, gerade die der Stiftung Naturschutz, sind zudem von hochgradiger Bedeutung für den Artenschutz. So sind die blütenreichen Extensivweiden ein Magnet für zahllose Insektenarten. Ausgerechnet diese bewalden zu wollen kann nur von jemandem gefordert werden, der noch nie etwas vom Insektensterben gehört hat!

Stattdessen hält Heiner Rickers seine Hand schützend pauschal über alle Ackerflächen - auch über die monotonen Maiskulturen, die zur Versorgung der für den Klimaschutz sinnlosen Biogasanlagen dienen. In Schleswig-Holstein werden fast 100.000 ha für Mais oder Silogras genutzt. Viele davon fußen auf Moorböden und setzen permanent große Mengen an CO2 frei. Darüber hinaus führt die intensive Düngung der Mais- und Ackergrasfelder zu erheblichen Belastungen von Grundwasser und Oberflächengewässern. Aus dieser klima- und umweltschädigenden Flächennutzung die für die Waldbildung vorgeschlagenen 15.000 ha innerhalb von zehn Jahren herauszuschneiden, verbunden mit einem reellen Angebot an die Grundeigentümer, wäre ein konstruktiver Vorschlag gewesen. Zumal die EEG-Förderung der Biogaswirtschaft ohnehin ein Auslaufmodell ist und somit den Landwirten eine umweltfreundliche Alternative geboten werden könnte.

Alles dies scheint Herrn Rickers aber nicht zu interessieren. Er macht lieber einseitig Lobbypolitik für den Bauernverband, statt sich ernstlich um Umwelt- und Klimaschutz zu bemühen. Sollten seine abwegigen Gedanken die Linie der CDU auf ihrem Waldgipfel vorgezeichnet haben - im Hinblick auf seine Funktion als agrar- und umweltpolitischer Sprecher steht dieses zu befürchten - wird die Waldkampagne der CDU auf dem Niveau eines durchsichtigen, fachlich inkompetenten PR-Manövers verharren und der 'Waldgipfel' schnell in einer Talfahrt enden.

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