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Pressemitteilung BoxID: 688518 (NABU Schleswig-Holstein)
  • NABU Schleswig-Holstein
  • Färberstraße 51
  • 24534 Neumünster
  • http://www.NABU-SH.de
  • Ansprechpartner
  • Ingo Ludwichowski
  • +49 (4321) 9530-73

NABU: Wintervogelzählung für Groß und Klein

Macht sich der Star rar? / "Stunde der Wintervögel" von 5. bis 7. Januar 2018

(lifePR) (Stuttgart, ) Bei der letzten Wintervogelzählung Anfang 2017 hatten sich deutlich weniger Vögel gezeigt als gewohnt, in Schleswig-Holstein wurden zum Beispiel über 20 Prozent weniger Kohl- und Blaumeisen gezählt. Auch der Grünfink nahm deutlich bei den Sichtungen ab. Diesen Winter scheinen bei uns im Norden wieder mehr gefiederte Gäste unterwegs zu sein, vor allem Birkenzeisige. Ob dieser Eindruck stimmt, wird Anfang 2018 überprüft: Von 5. bis 7. Januar veranstaltet der NABU die bundesweite Mitmachaktion „Stunde der Wintervögel“.

„Die einzigen Voraussetzungen fürs Mitzählen sind Interesse und Freude an der Vogelwelt. Am besten ausgestattet mit Stift und Papier zählt man eine Stunde lang die Vögel am Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park und meldet die Ergebnisse dem NABU – fertig“, erklärt Ingo Ludwichowski, Ornithologe des NABU Schleswig-Holstein. Damit nicht zum Beispiel dieselbe Amsel mehrfach gezählt wird, meldet man die höchste Anzahl von Amseln, die sich im Lauf der Stunde gleichzeitig zeigt. Die Ergebnisse können online unter www.stundederwintervoegel.de erfasst werden. Alternativ kann man sie am 6. und 7. Januar zwischen 10 und 18 Uhr telefonisch durchgeben, unter der kostenlosen Rufnummer 0800-1157-115. Unter allen freiwilligen Zählerinnen und Zählern verlost der NABU hochwertige Preise – vom Fernglas über Bücher bis hin zu Vogelnistkästen.

Im Mittelpunkt der Aktion stehen Vogelarten des Siedlungsraums wie Meisen, Finken, Rotkehlchen und Spatzen. Es ist aber auch wieder mit seltenen Exemplaren wie Seidenschwanz, Bergfink und Erlenzeisig zu rechnen. „Im letzten Winter sind deutlich weniger skandinavische und russische Wintergäste als sonst zu uns gekommen“, berichtet Ludwichowski, doch immerhin mehr als im Süden Deutschlands, wo Rückgänge von fast 40 % registriert wurden. Vögel, die sonst zu uns fliegen, haben offenbar aufgrund der wärmeren Witterung und eines großen Nahrungsangebots in Polen, Russland und im Baltikum überwintert. „Dieses Mal schauen wir natürlich auch darauf, wie es um den Star als ‚Vogel des Jahres‘ bestellt ist“, ergänzt Ludwichowski. Der NABU-Fachmann ist gespannt, ob sich der Trend fortsetzt und wieder viele Exemplare im Land geblieben sind statt Richtung England und den Niederlanden zu ziehen. Bei der Zählung Anfang 2017 waren im Vergleich zum Vorjahr bundesweit deutlich mehr Stare gesichtet worden. Angesichts milderer und kürzerer Winter finden die schillernden Singvögel hierzulande immer häufiger genügend Nahrung. In Schleswig-Holstein allerdings ist der Trend seit Jahren negativ.

Da die Ergebnisse umso zuverlässiger sind, je mehr Menschen mitmachen, hofft der NABU-Vogelexperte, dass sich die Beteiligung weiter positiv entwickelt. 2017 waren in Schleswig-Holstein erstmals fast 5.000 Personen beim Zählen dabei, es haben mehr freiwillige Zählerinnen und Zähler mitgemacht als je zuvor. Die Ergebnisse der bundesweit größten wissenschaftlichen Mitmachaktion liefern wertvolle Rückschlüsse auf die Entwicklung der heimischen Vogelbestände. „Das ist wichtig, wenn wir zum Beispiel die Auswirkungen von Krankheitserregern auf die Vogelwelt einschätzen wollen. Aber auch im Zusammenhang mit dem dramatischen Insektensterben und dessen Folgen für die Vögel“, erläutert Ludwichowski.

Informationen zur Aktion (Zählhilfe, Porträts der häufigsten Vogelarten, etc.): www.stundederwintervoegel.de