Samstag, 25. Februar 2017


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NABU: Wolf ist fehlendes Puzzleteil unserer Artenvielfalt

NABU appelliert für Schulterschluss von Naturschutz, Jagd und Schäferei

(lifePR) (Stuttgart, ) Das bei Lahr überfahrene Tier war tatsächlich ein Wolf, wie eine DNA-Untersuchung bestätigt. "Damit ist Baden-Württemberg definitiv in die Liga der Länder aufgestiegen, in die der Wolf zurückkehrt. Für die Natur ist das eine gute Nachricht - unsere Artenvielfalt ist dabei, wieder um ein Puzzleteil vollständiger zu werden", sagt der Vorsitzende des NABU Baden-Württemberg Andre Baumann. Jetzt gelte es, die gute Vorarbeit im Land fortzuführen und Baden-Württemberg fit zu machen für die langsame Rückkehr der Wölfe.

Dazu gehöre vor allem auch, Viehhalterinnen und Viehhalter zu unterstützen, für die Wölfe eine zusätzliche Belastung bringen. "Der NABU steht an der Seite des Landesschafzuchtverbandes, mit dem wir eng kooperieren", erklärt Baumann. "Schäferinnen und Schäfer sind für unsere Kulturlandschaft und ihre reiche Artenvielfalt unverzichtbar. Auch deshalb dürfen wir sie mit ihren Sorgen nicht alleine lassen - insbesondere bei einem Thema wie der Rückkehr der Wölfe." Der NABU hat daher ein Modellprojekt gestartet und zwei Herdenschutzhunde angeschafft. Zudem startet bald ein neues Kooperationsprojekt von Landesschafzuchtverband und NABU, das den Herdenschutz in der traditionellen Wanderschäferei verbessern soll.

Gemeinsam mit anderen Verbänden hat der NABU bereits seit Jahren einen Wolfsriss-Fonds aufgelegt, um finanzielle Schäden, die Wölfe irgendwann einmal in der Landwirtschaft anrichten, schnell und unbürokratisch ausgleichen zu können. Zudem hat das Land gemeinsam mit Verbänden wie dem NABU einen Handlungsleitfaden Wolf erarbeitet, um im jetzt eingetretenen Fall bereit zu sein. Die breite Abstimmung mit anderen Interessensgruppen ist aus NABU-Sicht entscheidend für ein erfolgreiches Miteinander von Mensch und Wolf. "Deshalb ist es so wichtig, dass beispielsweise auch die Jagdverbände mit im Bündnis sind", sagt Baumann. "Wir suchen den Schulterschluss von Naturschutz, Jagd und Schäferei."

Dass Baden-Württemberg für Wildtiere wie den Wolf durchgängiger werden muss, liege nach dem aktuellen Fall in Lahr auf der Hand: "Für viel zu viele Tiere endet eine Wanderung tödlich an der nächsten Autobahn oder der nächsten Gleistrasse. Hier muss Baden-Württemberg besser werden", fordert Baumann. Verkehrsunfälle sind mit die häufigste unnatürliche Todesursache von Wölfen in Deutschland.

Hintergrundinfo zum Wolf in Deutschland

Derzeit sind in Deutschland 31 Wolfsrudel, 4 Paare und mehrere Einzeltiere nachgewiesen. Dauerhaft leben Wölfe in Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Sachsen. Auch in Schleswig-Holstein und Thüringen sind einzelne Wölfe nachgewiesen worden. Außer in Belgien, Luxemburg und den Niederlanden leben Wölfe in allen Ländern des europäischen Festlandes.

Wölfe ernähren sich von Wildtieren wie Rehen, Wildschweinen, Hirschen oder Hasen. Aber sie können in seltenen Fällen auch Schafe und Ziegen reißen. Deshalb sollten Schäfereien beim vorbeugenden Herdenschutz ausreichend unterstützt werden, um Schäden zu vermeiden. Im Fall der Fälle sollten Wolfsrisse unbürokratisch ausgeglichen werden.

Gesunde Wölfe, die nicht provoziert oder angefüttert werden, stellen für den Menschen in der Regel keine Gefahr dar. Seit es wieder Wölfe in Deutschland gibt, hat es keine Situation gegeben, bei der sich Wölfe aggressiv gegenüber Menschen verhalten haben. Durch Wespen, Wildschweine, Zecken und viele andere Wildtiere kommen Menschen sehr viel häufiger in Gefahr, bzw. zu Tode als durch Wölfe. Der NABU appelliert dafür, der Rückkehr der Wölfe gelassen und aufmerksam entgegen zu blicken. Der Wolf sei weder eine wilde Bestie noch ein Kuscheltier, sondern ein Wildtier wie viele andere auch.

Der NABU hat die wichtigsten Fragen und Antworten zum Wolf im Internet zusammengestellt: www.NABU.de/imperia/md/content/nabude/wolf/150423-nabu-woelfe-in-deutschland-fragen-und-antworten.pdf

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