Samstag, 18. November 2017


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NABU: Kraniche wählen vermehrt neue Südroute übers Ländle

Großer Vogelzug rastet am Federseemoor

Stuttgart, (lifePR) - Fernglas ansetzen, Augen auf, Kopf hoch und Ohren aus dem Fenster – seit einigen Tagen ziehen Kraniche vermehrt über Baden-Württemberg hinweg. Vogelinteressierte haben jetzt noch die Chance, die Großvögel zu beobachten. „Bis Ende November kann man vermehrt Kranichgruppen auf ihrem Weg ins Winterquartier beobachten und nachts ihre Rufe hören“, sagt Daniel Schmidt-Rothmund, Leiter des NABU-Vogelschutzzentrums Mössingen. Kraniche sind mit einer Geschwindigkeit von 50 bis 70 Kilometern pro Stunde unterwegs und geben sich durch eine V-förmige Formation und ihren trompetenartigen Ruf zu erkennen. Der NABU-Zentrumsleiter bittet Spaziergängerinnen und Hundebesitzer um Rücksichtnahme: „Wer einen Schwarm oder einzelne Vögel am Boden sieht, sollte sein Fernglas zücken, den Hund an die Leine nehmen und leise einen großen Bogen darum machen.“

Kraniche sind sehr flexibel und so wundert es nicht, dass die imposanten Zugvögel auf verschiedenen Routen den Süden erreichen. Die südliche Zugroute entlang der Donau nutzen osteuropäische Kraniche etwa aus Estland, Polen oder Westrussland erst seit einigen Jahren. Sie reisen vom größten europäischen Rastplatz im ungarischen Nationalpark Hortobágy anschließend über Franken und Oberschwaben weiter gen Westen. Die Kraniche ziehen bevorzugt bei Hochdruckwetter, da sie dann von den östlichen Winden mitgetragen werden und so Kraft sparen können. Gesichtet wurden größere Gruppen von einigen hundert Tieren in den vergangenen Tagen auch über dem Nordschwarzwald, im Mittleren Neckartal und entlang der Enz. Vermutlich hatte die Nordwest-Strömung die Tiere bei schlechter Witterung auf diese Route gedrückt. Eine weitere Flugroute verläuft über Mitteldeutschland und Hessen, entlang von Rhein und Neckar, und durchkreuzt Baden-Württemberg. Dass wieder Kraniche hierzulande Station machen, ist den jahrzehntelangen Schutzbemühungen zu verdanken, durch die sich die Bestände in ganz Europa erholt haben.

Seit einer Woche rasten bis zu 150 Kraniche am Federsee und tanken Energie für den Weiterflug in ihre Winterquartiere in Nord- und Südspanien oder Südfrankreich. „Die Kranichpopulation hat sich in den letzten Jahren – entgegen den Beständen vieler anderer Vogelarten – sehr positiv entwickelt“, bestätigt Jost Einstein, Leiter des NABU-Naturschutzzentrums Federsee in Bad Buchau. Die Kraniche profitieren zum Beispiel davon, wenn Moore und Flussauen renaturiert werden. „Hier finden sie wieder attraktive, nasse Nist- und Schlafplätze in ungestörter Lage.“ Doch nicht nur zur Brutzeit in ihrer Heimat, auch auf der Durchreise brauchen sie große Feuchtgebiete, in denen die Großvögel Schlafplätze finden“, erklärt der Ornithologe. Diese gibt es in Baden-Württemberg auch in der Saalbachniederung, auf der Baar und entlang der Donau.

Informationen für den Hintergrund:

Über die Erfolge des Kranichschutzes: www.NABU.de/kranich

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