Berliner Boden unter Druck

NABU Berlin fordert zum Weltbodentag sorgsamen Umgang mit grünen Freiflächen

(lifePR) ( Berlin, )
Der Weltbodentag am 05. Dezember stellt die wertvolle Ressource Boden als Lebensgrundlage für unser gesamtes Ökosystem und insbesondere als Grundlage für die Ernährung der Menschheit in den Fokus der Betrachtung. Auch in Berlin spielen unbebaute Böden eine entscheidende Rolle für das Stadtklima und als Lebensraum für Pflanzen und Tiere. Der NABU Berlin fordert daher einen intelligenten Umgang mit den verbleibenden freien Flächen in Berlin.

Vom Berliner Boden sieht man immer weniger, 309 km² sind vollkommen versiegelt, das entspricht 34,7 % der Landesfläche (2017). Das ist unter den deutschen Bundesländern ein Spitzenwert, selbst Bremen und Hamburg weisen geringere Zahlen auf. Auch im Städtevergleich findet sich Berlin deutschlandweit unter den ersten 10 Kommunen was den Grad der Versiegelung angeht.

Und die Versiegelung schreitet weiter voran - in Berlin wurden zwischen 2012 und 2017 700 ha neu versiegelt, das sind circa 3.800 m² pro Tag! Von dem Ziel der Senatsverwaltung bis 2030 zu einem ausgeglichenen Saldo zwischen Ver- und Entsiegelung zu kommen, ist man noch weit entfernt.

Der Boden ist nicht nur die unverzichtbare Grundlage eines jeden Ökosystems, er ist der Wurzelraum für die große Mehrheit aller Pflanzen und Lebens-, Fortpflanzungs- und Entwicklungsstätte für eine Vielzahl an Tieren.

Der Boden reguliert auch den Wasserhaushalt und hat entscheidenden Einfluss auf die Temperatur. Im vergleichsweise trockenen Berlin überfordern einzelne Starkregenereignisse regelmäßig die Kanalisation - mit dramatischen Folgen für die Fauna der Gewässer. Wo Wasser nicht mehr versickern kann, drohen Überschwemmungen und damit Schäden an Gebäuden und Infrastruktur.

Unversiegelter Boden ist ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz. Boden und die darauf wachsenden Pflanzen speichern CO2 und tragen durch die Verdunstung wesentlich zur Kühlung der Umgebung bei. Versiegelte Flächen heizen sich stärker auf, die Oberflächentemperaturen von Asphalt liegen durchschnittlich etwa doppelt so hoch wie die von Grünflächen. Und im Gegensatz zu Grünflächen speichert Asphalt die Hitze auch deutlich länger und kühlt in der Nacht weniger ab. Je höher der Versiegelungsgrad einer Siedlung ist, umso stärker erwärmt sie sich im Vergleich zum umliegenden Naturraum. In Zeiten des Klimawandels stellt das einen weiteren Risikofaktor für Gesundheit und Wohlbefinden der Menschen in der Großstadt dar.

"Berlin muss sich fragen, ob es sich wirklich leisten kann, wertvolle Freiflächen dem parkenden Verkehr, für Einfamilienhäuser oder großflächig versiegelten Gewerbeflächen zur Verfügung zu stellen. Es gibt viele intelligente Lösungen, mit denen weitere Flächenversiegelungen vermieden werden können" betont Jutta Sandkühler, Geschäftsführerin des NABU Berlin und verweist auf verschenkte Potenziale in der Planungspraxis. "Noch immer werden Neubauten für Supermärkte samt großzügigen Parkplätzen bewilligt, ohne dass aufsetzende Wohnbebauung vorgeschrieben wird. Noch immer werden Wege versiegelt und verbreitert, ohne dass der Bedarf wirklich nachgewiesen ist und selbst auf Friedhofsflächen als wichtige grüne Lungen verdichteter Stadtteile werden Baugenehmigungen für luxuriöse 2-geschossige Wohnbebauung erteilt. Angesichts der Wohnungsknappheit in deutschen Großstädten muss man endlich verstärkt in die Höhe planen".

 
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