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Pressemitteilung BoxID: 686168 (Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg)
  • Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg
  • Steintorplatz
  • 20099 Hamburg
  • http://www.mkg-hamburg.de
  • Ansprechpartner
  • Michaela Hille
  • +49 (40) 428134-800

MKG stellt Jahresprogramm 2018 vor

(lifePR) (Hamburg, ) Das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MKG) blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2017 zurück und erwartet bis zum Jahresende rund 190.000 Besucher. Dank der Unterstützung zahlreicher Partner und Sponsoren kann das MKG auch in diesem Jahr ein ausgeglichenes Ergebnis vorlegen. Trotz der immer knapper werdenden Ressourcen bietet das Museum auch 2018 ein vielfältiges Ausstellungsprogramm.

Die große Sonderausstellung TIERE. Respekt/Harmonie/Unterwerfung strahlt bis in den März 2018 in das gesamte Haus. Aus der Perspektive der Künstler fragt das MKG nach dem Verhältnis von Tier und Mensch in verschiedenen Epochen und Kulturkreisen und wirbt für eine respektvolle Koexistenz beider Spezies. Rund 200 Leihgaben, darunter Malerei, Skulptur, Grafik, Fotografie, Video, Installationen, Animationsfilme und Comics, sind zu sehen. 14 Satelliten in verschiedenen Sammlungsbereichen variieren das Thema mit Werken aus den eigenen Beständen.

Ein Höhepunkt des kommenden Jahres ist die große Sonderschau 1968. Politik, Protest und Phantasie. Nach Projekten zum kulturhistorischen Kontext ausgewählter Epochen wie Jugendstil (Die große Utopie, 2015) und zum Ersten Weltkrieg (Krieg und Propaganda 14/18, 2014) zeichnet sie ein komplexes Stimmungsbild dieser weltweiten Protestkultur und ruft die Idee von Freiheit und Selbstbestimmung erneut ins kollektive Gedächtnis. Rund 200 Objekte aus den Sammlungen des MKG – Werke der bildenden Kunst, Plakate, Fotografien, Mode und Designobjekte, werden ergänzt um Leihgaben und Dokumente aus Hamburger und bundesweiten Archiven und Institutionen. In diesem Kontext wird auch die gesellschaftliche Relevanz der zahlreichen Designobjekte dieser Zeit deutlich, allen voran die Spiegel-Kantine von Verner Panton, in der über 40 Jahre das Weltgeschehen diskutiert wurde. Sie erzählt, was die Menschen 1968 bewegt hat und repräsentiert mit ihrem lässigen Pop-Art-Design das neue Lebensgefühl. Vom 16. März bis 17. Juni 2018 beleuchtet Das Polaroid Projekt mit rund 220 Arbeiten von über 100 Künstlern das ästhetische Spektrum und die damals bahnbrechende Technik der Sofortbildfotografie. Polaroid – als Marke längst zum Mythos geworden – hat die Fotografie bis heute maßgeblich beeinflusst und lebt in Foto-Apps und auf Instagram weiter. Die Ausstellung wurde von der Foundation for the Exhibition of Photography Minneapolis/New York/Paris/Lausanne, dem MIT Museum Cambridge (Massachusetts) und WestLicht. Schauplatz für Fotografie (Wien), in Zusammenarbeit mit dem MKG entwickelt und wird in zahlreichen internationalen Museen gezeigt.

Mit Madame d’Ora. Machen Sie mich schön! (21. Dezember 2017 bis 18. März 2018) gibt das MKG erstmals einen Überblick über das Schaffen der Fotografin Madame d‘Ora (1881-1963), einer Ikone der frühen Modefotografie. Ihr Nachlass befindet sich zum großen Teil im MKG und wird ergänzt durch Leihgaben aus Österreich. Die Ausstellung entsteht in Kooperation mit dem Photoinstitut Bonartes, Wien, und wird im Anschluss im Leopold Museum (Wien), und in der Neuen Galerie Museum for German and Austrian Art (New York) gezeigt. Im Rahmen der 7. Triennale der Photographie Hamburg widmet sich das MKG in der Ausstellung DELETE (8. Juni bis 9. Dezember 2018) den Selektionsmechanismen im Bildjournalismus und dem großen Einfluss der Medien auf die öffentliche Meinungsbildung. Hier kann das Haus auf eine umfangreiche eigene Sammlung von Reportagefotografien aus 1960er, 1970er und 1980er Jahren zurückgreifen. Ab Mai zeigt die Ausstellung Art Déco in Paris eine Auswahl von rund 150 Plakate, Grafiken und Anzeigen. Das MKG verfügt über eine in Deutschland einmalige Sammlung an Drucken des Pariser Art Déco aus den 1920er Jahren.

„Wir sehen unsere Aufgabe als Museum darin, in der Gegenwart zu wirken, Themen aufzubereiten, die uns heute betreffen“, sagt Sabine Schulze, Direktorin des MKG. „Unsere wunderbar vielfältige Sammlung ist dabei unsere Basis und ein reicher Fundus, aus dem wir schöpfen und von dem lernen. Es ist wichtig, dass wir neugierig bleiben, den Dialog suchen und unsere Rolle in der Gesellschaft immer wieder reflektieren.“ Dazu veranstaltet das MKG im Mai 2018 eine Tagung über die Rolle und Verantwortung der Museen heute. Wie kann ein Museum unserer heutigen Gesellschaft gerecht werden und wie kann es im digitalen Zeitalter seinen Bildungsauftrag wahrnehmen?

2015 lud das MKG Roger M. Buergel, Leiter der Documenta 2007 und Direktor des Johann Jacobs Museums in Zürich, ein, den Blick von außen auf die Vielfalt der Sammlung des MKG zu richten. Im Rahmen des Forschungsvorhabens, das aus diesem Anlass entstand, untersucht Roger M. Buergel in Kooperation mit der Europa-Universität Viadrina Frankfurt/Oder, der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt/Main und der Erich-Kästner-Schule in Hamburg-Farmsen die Bewegung von Objekten, Menschen und Ideen sowie die damit einhergehende Vermischung von Kulturen im Einwanderungsland Deutschland. Im April findet das Forschungsprojekt Mobile Welten (13. April bis 14. Oktober 2018) seinen Abschluss in einer Sonderausstellung im MKG. Gastkurator Buergel unternimmt den Versuch, sich von traditionellen Denkmustern und Museumsstrukturen zu lösen und das transkulturelle Gewordensein der Dinge und ihrer Bedeutung in unserer Gesellschaft offenzulegen. Dieses Projekt versteht sich auch als ein Beitrag für eine Gesellschaft mit Menschen verschiedener Herkünfte und Erfahrungshorizonte, ebenso wie Angebote zu Inklusion und Barrierefreiheit, die das MKG als Partner des bundesweiten Förderprojektes Pilot Inklusion in den letzten drei Jahren entwickelt hat. Die Ergebnisse des Verbundprojektes wurden jüngst in einer Abschlussdokumentation als barrierefreies PDF veröffentlicht.

Im Oktober 2017 formulierte das MKG in seiner „Digitalen Strategie“ eine ganzheitliche Vision im Sinne eines “living document”, das kontinuierlich fortgeschrieben wird. Im Dezember 2017 steht mit multimediale Katalog-App MKG Musikinstrumente zu 100 Highlights der weltbekannten Sammlung historischer Musikinstrumente ein weiteres digitales Angebot bereit. Das e-Book entstand in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Musik und Theater Hamburg.