Samstag, 17. Februar 2018


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Auftakt des Waldrapp-Projekts 2011 in Hellabrunn

München, (lifePR) - Der Schutz von ge- fährdeten Tierarten wird im Münchener Tierpark Hellabrunn ganz groß geschrie- ben: Im Artenschutz- zentrum dreht sich zurzeit alles um einen in freier Wildbahn hoch- gradig gefährdeten Ibisvogel, den Waldrapp. MitarbeiterInnen des Artenschutz- und Forschungsunternehmen Waldrappteam ziehen derzeit fünf Waldrappe auf. Tierpark-Besucher können bis Ende Juni live beobachten, wie die Küken von den menschlichen Zieheltern aufgezogen werden.

Seit Anfang des 17. Jahrhunderts ist der Waldrapp in Europa ausgestorben. Auch im übrigen ehemaligen Verbreitungsgebiet ist er inzwischen hochgradig gefährdet. Bereits seit dem Jahr 2000 unterstützt Hellabrunn die Wiederansiedlung dieser stark bedrohten Tierart. Zoodirektor Dr. Andreas Knieriem erläutert das Engagement so: "Unter Hellabrunner Leitung und in enger Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft Waldrapp wurde ein Brut- und Forschungszentrum im nördlichen Atlasgebirge Marokkos aufgebaut. Mit den in Hellabrunn aufgezogenen Tieren sollen vor Ort in Marokko die Grundlagen für eine Wiederansiedlung geschaffen werden. Unter wissenschaftlicher Beobachtung sollen mit diesen Vögel ab Anfang 2012 nahe der Waldrappstation in Mezguitem (Marokko) nahrungsökologische Daten für eine Machbarkeitsstudie gesammelt werden. So soll unter anderem untersucht werden, ob Waldrappe in dieser Gegend ganzjährig Nahrung finden und überleben können oder ob sie während der nahrungsarmen Zeit wegziehen müssen."

Die am 25. Mai 2011 in Hellabrunn eingetroffenen Waldrappküken aus der Brutkolonie des Wiener Tiergartens Schönbrunn werden nach der Handaufzucht in München in ein "Trainingscamp" im italienischen Friaul gebracht. Im Anschluss geht's weiter in das marokkanische Waldrappzentrum.

Mit der wissenschaftlichen Leitung des Projektes wurde das Artenschutz- und Forschungsunternehmen Waldrappteam beauftragt. Bekannt geworden ist das Unternehmen durch menschengeleitete Migrationen. Dabei werden mit Hilfe von Ultraleicht-Fluggeräten von Hand aufgezogene Jungvögel aus Bayern und Oberösterreich rund um die Alpen herum bis in die südliche Toskana geführt.

Im "Trainingscamp" in Friaul wollen die Wissenschaftler erstmalig versuchen, die Vögel auf ein unbemanntes, bodengesteuerten Fluggerät zu trainieren, dem die Vögel folgen sollen. Damit sich die Waldrappe frühzeitig an dieses Fluggerät gewöhnen können, wird ein Quadrocopter im Hellabrunner Artenschutzzentrum bei den Waldrappen installiert.

Das Artenschutzzentrum ist täglich von 10:00 bis 17:00 Uhr geöffnet.

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