Freitag, 22. September 2017


  • Pressemitteilung BoxID 664214

Wie der Ötzi nach Wittenburg kam

Wittenburg, (lifePR) - .
- Erster Mensch, von dem bekannt ist, dass er Getreideprodukte gegessen hat
- Einzige Lebend-Nachbildung des „Mannes aus dem Eis“ in Deutschland
- Ausstellung „Mehl.Macht.Leben.“ zeigt die Bedeutung des Mehls für die Geschichte der Menschheit
- MehlWelten Museum wird zum Wissensforum Getreide ausgebaut

Zwei Zufallsfunde führten zu einer der heute umfangreichsten kulturhistorischen Ausstellungen über die Bedeutung des Mehls für die Menschheit. Im Juni wurde in Wittenburg bei Hamburg der Ausbau des MehlWelten Museums eröffnet. Unter dem Motto „Mehl.Macht.Leben.“ erzählen neue Themenräume unter anderem die Ur-Geschichte des Weizenanbaus. Den Rundgang durch die Museumserweiterung eröffnet eine figürliche Lebendrekonstruktion des Ötzi, der vor 5.300 Jahren lebte. Er steht für den ersten Menschen, von dem bekannt ist, dass er Getreideprodukte gegessen hat. Bei dem Wittenburger Ötzi handelt sich um die in Deutschland einzige Originalnachbildung des prähistorischen Sensationsfundes aus den Ötztaler Alpen, dessen Präsentation durch eine enge Kooperation mit dem Südtiroler Archäologiemuseum in Bozen ermöglicht wurde.

Ausgangspunkt des Museums war der Fund eines Mehlsacks am Strand von Dubai im Jahr 1998 durch Volkmar Wywiol. Der Gesellschafter des Unternehmens Mühlenchemie begann mit einer ungewöhnlichen Sammlung von Mehlsäcken. Die Logos der Müller erzählen von der Tradition, den Geschichten und Mythen des Mehls. Heute bildet die weltweit einzigartige Sammlung von über 3.400 Exponaten aus 137 Ländern das Herzstück des MehlWelten Museums in Wittenburg, das sich der Kulturgeschichte des wichtigsten Grundnahrungsmittels der Menschheit widmet.

„Wissensforum Getreide“

„Wir sehen unsere Sammlung als „Hall of Fame“ für alle Müller, die die Menschen tagtäglich mit Mehl versorgen“, sagte Volkmar Wywiol bei der feierlichen Eröffnung der Museumserweiterung in Wittenburg. „Mit der Einweihung der neuen Räume ist ein weiterer Meilenstein zu einem ‚Wissensforum Getreide‘ geschafft, das auch Verbraucher mit der Geschichte und Bedeutung des Korns für unser täglich Brot vertraut machen soll.“

Dafür wurden jetzt Räume im oberen Stockwerk des neo-klassizistischen Gebäudes aus dem Jahr 1848 neu erschlossen. Während es im Erdgeschoss um die Mehlsäcke und ihre Motive geht, dreht sich im Obergeschoss alles um die Kulturgeschichte des Mehls selbst. Der Titel „Mehl.Macht.Leben.“ zeigt die große Bedeutung, die das unscheinbare und alltäglich wirkende Mehl für die Geschichte der Menschheit hatte: es ermöglicht nicht nur das blanke Leben der Menschen, sondern ist auch die Grundlage jedes Staatsgebildes, das über die Größenordnung einer Stammesgesellschaft hinausgeht. Mehl bedeutet eben nicht nur Leben, sondern auch Macht.

Einzigartige Nachbildung der Figur des Ötzi

Als eindrucksvolles Symbol der Urgeschichte des Getreideanbaus begrüßt der „Mann aus dem Eis“ die Besucher und eröffnet multimedial die Ausstellung. Der Körper der Gletschermumie, der in den Ötztaler Alpen gefunden wurde, ist perfekt erhalten und öffnet uns die Sicht unmittelbar auf die Zeit vor 5.300 Jahren, die Frühzeit des Ackerbaus in Europa. Tatsächlich wurden in den Resten von Ötzis Fellmantel zwei Körner des kultivierten Einkorns  gefunden. Das Einkorn gilt als die älteste Kulturgetreideart. Diese Nachbildung der Figur des Ötzi ist die einzige in ganz Deutschland. Sie wurde in enger Kooperation mit dem Südtiroler Archäologiemuseum, Bozen entwickelt. Figurvorlage ist eine Computertomografie vom Skelett der Gletschermumie. Fellkleidung, Schuhwerk und Kupferbeil sind nach den Originalfunden gefertigt.

Die neuen Räume thematisieren die Neolithische Revolution und die Rolle, die der Ackerbau für die Entwicklung der ersten Hochkulturen gespielt hat. Obwohl der Mensch Wildgräser schon seit Jahrtausenden gesammelt hatte, ging er erst vor etwa 10.000 Jahren dazu über, sie auch gezielt auszusäen.

Sammler und Jäger werden sesshaft

Dabei wurden Pflanzen bevorzugt, deren Ähre nicht schon bei der leisesten Berührung ihre Körner verlor, sondern solche, deren Körner fest beisammen blieben. Indem solche Ähren ausgewählt wurden, konnte sich in relativ kurzer Zeit dieses Merkmal durchsetzen. In dieser kleinen Veränderung besteht das eigentliche Prinzip der Kultivierung.

Diesen Übergang nennt man „Neolithische Revolution“, weil durch die neue „anpflanzende“ Lebensart das bisherige Leben der altsteinzeitlichen Menschen, die nur vom Sammeln und Jagen lebten, radikal verändert wurde. In der Neusteinzeit folgte man nicht mehr in kleinen Gruppen dem eiszeitlichen Großwild wie Mammut oder Elch, sondern man wurde sesshaft. Die Felder mussten ständig vor Tieren und Unkraut geschützt werden. Die Vorräte aus dem lagerbaren Getreide erlaubten trotz der Gefahr von Missernten langfristig ein Anwachsen der Gruppen. Aus Großfamilien wurden Clans, aus Clans Häuptlingstümer, die einige tausend Menschen umfassen konnten.

Getreideanbau lässt Bevölkerung wachsen

Das Getreide ermöglichte ein langfristiges Anwachsen der Bevölkerungszahl. Und weil der Flächenbedarf viel geringer ist als bei der Rinderhaltung, konnten Städte entstehen. Die Häuptlingstümer wuchsen weiter zu staatlichen Gebilden, die nun mehrere zehn- oder hunderttausend Menschen umfassen konnten. Diese mussten von einem regelrechten Herrscher (Großkönig, Pharao, Kaiser) indirekt über eine eigene Klasse von Hofbeamten verwaltet werden, was zu einer Differenzierung der Gesellschaft führte. Aufzeichnungen zur Steuerabgaben mussten gemacht werden (Schrift). Riesige Bewässerungsanlagen und zentrale Herrschersitze und Kultzentren entstanden und mussten vor Angreifern geschützt werden. Auch der Handel über Fernstraßen und Märkte entwickelte sich gewaltig. Das war der Beginn der ersten Hochkulturen.

Im Augenblick sind die ersten beiden Räume im Obergeschoss fertiggestellt. Geplant ist ein Rundgang durch die Kulturgeschichte des Mehls zu den Themen Getreide und Mehl im Glauben der Völker, Industrialisierung von Landwirtschaft und Müllerei, die Zukunft des Mehls, Mehlinhaltsstoffe, Mehlverbesserung, Enzyme und Mehlprodukte aus aller Welt.

Mühlenchemie GmbH & Co. KG

Die Mühlenchemie GmbH & Co. KG zählt zu den weltweit wichtigsten Unternehmen in der Mehlbehandlung. Die Kernkompetenz sind Lösungen für die Mehlstandardisierung, Mehlverbesserung und Mehlanreicherung - von der klassischen Mehlbehandlung bis hin zu Konzentraten für Fertigmehle. Mühlenchemie exportiert ihre Produkte in über 120 Länder und pflegt eine enge Partnerschaft mit über 1.000 Mühlen weltweit. In den Auslandsniederlassungen in Mexiko, Singapur, Indien, China, Russland und der Türkei betreut ein Team von Fachleuten die Mühlen direkt vor Ort und bietet individuelle Lösungen für eine optimale Mehlqualität. Mühlenchemie hat dafür unter anderem Enzymsysteme, Mehlreifungs- und Oxidationsmittel, Bromatersatz, Emulgatoren, Vitamin- und Mineralstoffpremixe, sowie Funktionssysteme für Fertigmehle und Composite Flours entwickelt. Jährlich standardisiert die Mühlenchemie mehr als 70 Millionen Tonnen Weizen. Im Technologie-Zentrum in Ahrensburg bei Hamburg forschen und arbeiten Wissenschaftler und Anwendungstechniker an Innovationen für die Zukunft. Hier entstehen wegweisende Lösungen in der Enzymtechnologie für Brot und andere Backwaren wie z. B. die bekannten Enzympräparate Alphamalt, Powerzym, Sternzym, Pastazym und Tigerzym. Das Unternehmen wurde 1923 gegründet und gehört seit 1990 zur Stern-Wywiol Gruppe.

Diese Pressemitteilungen könnten Sie auch interessieren

Eine Liebe auf dem Lande, Eisengießer und Lokomotiven, Licht und Musik und ein Gleismädchen – Fünf E-Books von Freitag bis Freitag zum Sonderpreis

, Medien & Kommunikation, EDITION digital Pekrul & Sohn GbR

Eines der ältesten Themen der Literatur ist eines der ältesten Themen der Menschen – die Liebe. Es mag wohl keine Zeit und keine mitunter noch...

Hybrid-Superyacht von Dynamiq und Studio F. A. Porsche feiert Weltpremiere

, Medien & Kommunikation, Kruger Media Brand Communication

Yachtbauer Dynamiq und Designunternehmen Studio F. A. Porsche zeigen erstmals GTT 115 Superyacht auf der Monaco Yacht Show vom 27.- 30.09.2017 Innen-...

Zur Kombination mit breiten Tastaturen: Die RollerMouse Pro3 Plus

, Medien & Kommunikation, ERGOTRADING GmbH

Immer wieder gleiche Mausbewegungen – das ist nicht nur ermüdend, sondern belastet Arm, Schultern und Nacken auf Dauer sehr. Insbesondere, wenn...

Disclaimer