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Pressemitteilung BoxID: 380260 (Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Technologie)
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Unterstützung beim Abzug der Bundeswehr

Wirtschaftsministerium fördert Regionales Konversionsmanagement Plön / Ostholstein

(lifePR) (Lütjenburg, ) Um möglichst schnell zivile Nutzungsmöglichkeiten und Investoren für ehemalige Bundeswehr-Standorte in den Kreisen Plön und Ostholstein zu finden - insbesondere für die Stadt Lütjenburg - unterstützt das Land die betroffenen Kommunen beim "Regionalmanagement Konversion für Plön / Ostholstein" (RMK). Das Wirtschaftsministerium fördert das zunächst auf drei Jahre festgesetzte rund 312.000 Euro teure Projekt mit mehr als 218.000 Euro aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur" im Rahmen des Zukunftsprogramms Wirtschaft. Den entsprechenden Zuwendungsbescheid übergab Staatssekretär Ralph Müller-Beck heute (16. Januar) an die Landrätin des Kreises Plön, Stephanie Ladwig.

Nach den Worten des Staatssekretärs zeigen die Erfahrungen in anderen Teilen des Landes, dass regionale Konversionsmanagements eine direkte und wirksame Unterstützung der betroffenen Kommunen vor Ort sind: "Durch die aktive Hilfeleistung eines Konversionsmanagers vor Ort konnten im Land bereits verschiedenste Nachnutzungen realisiert werden", so Müller-Beck. Die Aufgabe werde ab dem 1. März 2013 von Barbara Heinbockel übernommen. Sie werde die betroffenen Kommunen der Region bei der Nutzungsfindung, den komplexen Planungsprozessen und der Investorensuche bis hin zur Realisierung der Folgenutzungen aktiv begleiten und Handlungsweisen zur Kompensation der mit den Dienstpostenreduzierungen einhergehenden Auswirkungen entwickeln. Weiterhin werde eine Arbeitsgruppe mit Vertretern aller betroffenen Kommunen eingerichtet, welche für Erfahrungsaustausche und Abstimmungsprozesse auch Kommunen außerhalb der Region offensteht.

Landrätin Stephanie Ladwig sagte: "Der ländliche Raum hat allgemein mit schwierigen wirtschaftlichen und demografischen Rahmenbedingungen zu kämpfen. Insofern ist die Schließung der Schill- Kaserne in Lütjenburg für den Raum Lütjenburg ein schwerer Schlag gewesen. Umso wichtiger ist es, dass der Kreis nun Lütjenburg auch im Konversionsprozess wie bisher aktiv unterstützt. Es liegt eine komplexe und sicher nicht einfache Aufgabe vor uns, eine Folgenutzung für das Kasernengelände zu finden. Dank der finanziellen Unterstützung durch das Wirtschaftsministerium können und werden wir diese Aufgabe aber deutlich optimistischer angehen."

Wie Müller-Beck weiter sagte, sei Schleswig-Holstein durch das neue Stationierungskonzept der Bundeswehr besonders betroffen - von insgesamt 31 zu schließenden Standorten liegen allein acht im Land. Hinzu kommen zum Teil beträchtliche Reduzierungen der zivilen und militärischen Dienstposten an zehn weiteren Bundeswehrstandorten. Die Kreise Plön und Ostholstein sind dabei wie folgt betroffen:

- Schließung der Schill-Kaserne in Lütjenburg nach Auflösung der Sanitätsstaffel und des Flugabwehrlehrregimentes 6 Ende 2012, Wegfall von 830 Dienstposten
- Am Standort in Plön Reduzierung der Zahl der Dienstposten von 940 auf 490. Gleichzeitig ist der Nachnutzungsprozess der früheren 5-Seen-Kaserne noch nicht abgeschlossen.
- Im Kreis Ostholstein werden in Oldenburg/i. H. in der Wagrien-Kaserne und am Truppenübungsplatz Putlos rund 480 Dienstposten abgezogen.
- Insgesamt werden in den nächsten Jahren somit in den Kreisen Plön und Ostholstein fast 1.800 militärische und zivile Dienstposten der Bundeswehr wegfallen. Hinzu kommen die Auswirkungen der geplanten Schließungen bzw. Reduzierungen von Truppenteilen und Einheiten in Kiel, wie z. B. das Marinearsenal, da viele der dort Beschäftigten im Kreis Plön wohnen.

In diesem Zusammenhang bekräftigte Müller-Beck die Forderung der Bundesländer an die Bundesregierung, die betroffenen Kommunen bei der Konversion ehemaliger Bundeswehrliegenschaften hinsichtlich eines einfacheren Verkaufes der Flächen und der Kompensation des Abzuges durch Ausgleichszahlungen zu unterstützen.

In das Zukunftsprogramm Wirtschaft fließen im Zeitraum 2007 - 2013 rund 704 Millionen Euro für die wirtschafts- und regionalpolitische Förderung in Schleswig-Holstein, davon rund 374 Mio. Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), rund 208 Mio. Euro aus der Bund-Länder-Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur" (GRW) sowie ergänzenden Landesmitteln in Höhe von rund 122 Mio. Euro.

Mehr Informationen im Internet: www.zukunftsprogramm-wirtschaft.schleswig-holstein.de