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Pressemitteilung BoxID: 519094 (Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Technologie)
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Sieben Millionen Euro für bessere Qualifikation von Beschäftigten: Nägele gibt Startschuss für "Weiterbildungsbonus Schleswig-Holstein"

(lifePR) (Kiel, ) Gute Nachricht für alle Beschäftigten, Freiberufler, Inhaber von Kleinstbetrieben und Auszubildende in Schleswig-Holstein: Wer sich in seinem Job weiterqualifizieren und damit seine Einkommenschancen und seinen "Marktwert" verbessern will, dem zahlt das Land die Hälfte seiner Seminarkosten (bis zu einer Obergrenze von 2000 Euro). "Wir stellen dafür aus dem Landesprogramm Arbeit zwischen bis 2020 sieben Millionen Euro zur Verfügung", sagte Arbeitsstaatssekretär Dr. Frank Nägele heute (3. November) in Kiel beim offiziellen Startschuss des "Weiterbildungsbonus Schleswig-Holstein". in Kiel. "Ich bin sicher, dass wir damit einen Qualifizierungsschub auslösen und genau das ist unser Ziel. Denn Weiterbildung ist und bleibt die erste Antwort auf den Fachkräftebedarf - und damit ein wichtiger Baustein für die Zukunftsfähigkeit unseres Landes", sagte Nägele.

Nachdem der bisherige Weiterbildungsbonus in der letzten EU-Förderperiode (2007-2014) schon deutlich vor Ablauf ausgeschöpft war, wurden die Förderbedingungen neu justiert: Zukünftig muss der Arbeitgeber bei Weiterbildungen mindestens die Hälfte der Seminarkosten dazu zahlen. Nägele: "Wir erreichen damit deutlich mehr Förderfälle und setzen zugleich einen klaren Schwerpunkt auf die berufliche Weiterbildung - und auf die bisher sehr erfolgreiche Bildungspartnerschaft zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern." Gleichzeitig werde der Weiterbildungsbonus für neue Empfängergruppen und Fallkonstellationen geöffnet. So gilt das Angebot künftig auch für Freiberufler und Inhaber von Kleinbetrieben mit bis zu zehn Mitarbeitern. Gefördert werden Beschäftigte, die entweder ihren Arbeits- oder Wohnort in Schleswig-Holstein haben. Zudem wird auch die Teilnahme an zertifizierten Online-Weiterbildungen gefördert.

Nägele appellierte an alle Interessierten, anhand der detaillierten Förderkonditionen, die ab heute im Amtsblatt und im Internet veröffentlicht werden, zu prüfen, ob eine Förderung für sie in Frage komme. Hierbei seien aufgrund der notwendigen Abgrenzung zur Bildungsprämie des Bundes feste Kosten-, Einkommens- und Altersgrenzen definiert. So greife der Weiterbildungsbonus erst für Weiterbildungen, die über 1000 Euro kosten. Allerdings könnten auch günstigere Weiterbildungen gefördert werden, wenn das jährliche Bruttoeinkommen der Förderempfänger über 20.000 Euro liegt, die Antragsteller unter 25 Jahre alt sind oder wenn sie weniger als 15 Stunden in der Woche erwerbstätig seien.

"Durch diese passgenaue Abgrenzung zur Bildungsprämie des Bundes ist es gelungen, dass möglichst viele Menschen in Schleswig-Holstein die Förderung beanspruchen können", sagt Frank Latzel, Leiter Arbeitsmarktförderung der Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB SH), die für die Antragsberatung und -bearbeitung und die Abwicklung des Förderprogramms zuständig ist. "Zudem wurde hier in Schleswig-Holstein ein im Vergleich zu anderen Programmen des Bundes oder anderer Ländern schlankes Verfahren entwickelt, um einen möglichst einfachen Zugang zur Weiterbildungsförderung zu gewährleisten."

Bei Weiterbildungsanbietern in Schleswig-Holstein stößt der Weiterbildungsbonus auf großes Interesse. Dr. Detlef Reeker, Geschäftsführer der Wirtschaftsakademie Schleswig-Holstein, begrüßt das neue Förderangebot: "Der Weiterbildungsbonus kann im Zusammenspiel mit den Unternehmen im Land wichtige Impulse für die zielgerichtete berufliche Weiterbildung geben", so Reeker: "Die Förderung von Fachkräften ist wichtiger denn je. Wenn diese den Betrieb oder das Land verlassen, ist es zu spät: Man muss das Dach decken so lange die Sonne scheint."

Britta Schmidt, Leiterin des Bildungszentrums des Städtischen Krankenhauses Kiel, sieht zwar ein gleichbleibend hohes Interesse an Fort- und Weiterbildungsangeboten, und das sowohl bei den Beschäftigten als auch bei Arbeitgebern: "Im Gesundheitswesen stellt aber allzu oft die Finanzierbarkeit beruflicher Weiterbildungen eine Herausforderung dar. Hier wird der Weiterbildungsbonus des Landes Schleswig-Holstein mit Sicherheit zur verstärkten Umsetzung von Qualifizierungsbedarfen beitragen."

Das Arbeitsmarktprogramm der Landesregierung für die Jahre 2014 bis 2020 setzt auf die Sicherung und Gewinnung von Fachkräften, die Unterstützung bei der Integration von Menschen, die es besonders schwer haben, in den ersten Arbeitsmarkt zu kommen und die Förderung des Potentials junger Menschen.

Das Landesprogramm Arbeit hat ein Volumen von etwa 240 Millionen Euro, davon stammen knapp 89 Millionen Euro aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF).