lifePR
Pressemitteilung BoxID: 378380 (Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz)
  • Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz
  • Heinrich-Mann-Allee 103
  • 14473 Potsdam
  • http://www.mugv.brandenburg.de/
  • Ansprechpartner
  • Alrun Kaune-Nüßlein
  • +49 (331) 86670-16

Wandern ohne Hindernis - Stepenitz für Fische bald barrierefrei

(lifePR) (Potsdam, ) Wandernde Fischarten können künftig die Stepenitz hin­dernisfreier passieren. Möglich wird dies durch die Stilllegung der Was­serkraftanlage im Stadtgebiet von Perleberg. Die Anlage war bis­­lang für abwandernde Fischarten wie Lachs, Aal, Meerforelle, oder Neun­augen eine gefährliche Barriere.

So war die eingebaute Fischaufstiegsanlage bei Turbinenbetrieb für viele Tiere nur sehr schwer zu finden und das Wehr damit ein unüberwindbares Hindernis. Noch schwerer wogen die Verletzungen beim Abstieg. Insbesondere kleinere Arten und nicht zuletzt die abwandernden Junglachse wurden nach dem erfolgreichen Passieren des Grobrechens am ca. 1,5 Meter unterhalb liegenden Feinrechen verletzt bzw. getötet.

Jetzt konnte mit Unterstützung der Partner wie dem Landesanglerverband, den Wasser- und Bodenverbänden "Prignitz" und "Dosse-Jäglitz" oder dem Institut für Binnenfischerei in Potsdam Sacrow die eigens vom Land Brandenburg übernommen Anlage stillgelegt werden. Gleichzeit hat sich damit für die gesamte Stepenitz, in der nur wenige Querbauwerke die Fisch­durch­gängigkeit beeinträchtigen, die Situation für weit wandernde Fischarten deutlich verbessert. Dies ist ein wichtiger Schritt bei der Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie für den Prignitzer Fluss. Die Stepenitz ist neben Havel, Plane, Buckau, Spree, Schwarzer Elster, Köhntop, Ucker, Straß­­burger Mühlbach, Pulsnitz und Ruhländer Schwarzwasser eines der wenigen Vor­ranggewässer der 1. Priorität für die Fischdurchgängigkeit in Brandenburgs Fließgewässern. Auch für den Erfolg der seit Jahren betriebenen Wiederansiedlung des Lachses in der Stepenitz ist die gewonnene Durchgängigkeit von großer Bedeutung.

Mit der Stilllegung der Anlage ist nun die Möglichkeit gegeben, die Wasserver­­teilung im Stadtgebiet von Perleberg neu zu regeln. Es werden positive Auswirkungen auf das Abflussverhalten - insbesondere im Haupt­­arm der Stepenitz - erwartet. Geringe Abflüsse haben zumeist in den Sommer­mo­naten die Wasserqualität beeinträchtigt und zu einem öffentlichen Är­ger­nis geführt. Bisher musste ein Großteil des Gesamtabflusses der Stepenitz für die Energiegewinnung zur Verfügung gestellt werden. Fischauf- und -abstieg in der Stepenitz werden sich ver­bessern.