Donnerstag, 19. April 2018


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Gemischte Bilanz ein Jahr nach Freigabe der Verpackungsgrößen: "Darf's ein bisschen weniger sein?"

Kiel, (lifePR) - Eine gemischte Bilanz zieht das Verbraucherschutzministerium in Schleswig-Holstein ein Jahr nach Freigabe der Verpackungsgrößen unter anderem für Lebensmittel in der EU. Seit dem 11. April 2009 gibt es hierfür nach Änderung der so genannten Fertigpackungsverordnung keine strikten Regeln mehr. Bisher bekannte und verbindliche Packungsgrößen für Lebensmittel, Getränke, Kosmetika und Reinigungsmittel wurden damals aufgehoben. Seither sind unterschiedliche Packungsgrößen erlaubt, auch "krumme" Füllgewichte wie etwa Schokoladentafeln zu 90 Gramm oder 1,25 Liter Softdrink sind möglich. Einheitliche Füllmengen gibt es nur noch für Wein, Sekt und Spirituosen.

Verbraucherschutzministerin Dr. Juliane Rumpf sieht die geänderte Rechtslage kritisch: "Die Situation beim Einkaufen ist für Konsumenten schwieriger geworden. Eine Vergleichbarkeit der Waren und Preise ist kaum noch auf Anhieb gegeben. Hinzu kommt, dass die Preisangaben häufig sehr klein gedruckt und insbesondere für Ältere kaum lesbar sind", sagte sie.

Hersteller und Handel befürworten in der Regel die Freigabe der Verpackungsgrößen mit dem Hinweis, dass so zum Beispiel den Bedürfnissen von Single-Haushalten und älteren Menschen besser nachgekommen werden könne.

"Die Befürchtung, dass die Reduzierung der Füllmenge bei gleich bleibendem Preis in gleich bleibender oder minimal kleinerer Verpackung für die Kunden kaum erkennbar ist, hat sich jedoch teilweise bewahrheitet", so Frau Rumpf. Sie verwies auf Listen der Verbraucherzentralen im Internet, auf denen Produkte verzeichnet seien, bei denen ein verringerter Packungsinhalt zum unveränderten Preis angeboten wurde, ohne dass die Käufer auf die effektive Preissteigerung hingewiesen wurden.

Für Verbraucher bleibe nur, noch genauer nach dem so genannten Grundpreis zu schauen, um so auch ohne Zeit raubende Kopfrechenübungen Preisvergleiche zwischen Waren unterschiedlicher Menge anstellen zu können. Dieser Grundpreis muss in jedem Werbeprospekt und auf jedem Preisschild am Ladenregal genannt werden und bezieht sich jeweils auf 100 Gramm oder ein Kilo, 100 Milliliter oder einen Liter oder ein Stück.

Oft ist die Lesbarkeit der Preisauszeichnung und damit eine offene und transparente Verbraucherinformation jedoch eher unbefriedigend; die Preisauszeichnung erfolgt häufig so klein oder teilweise so dünn gedruckt, dass gerade ältere Menschen sie nur schwer lesen können.

Ministerin Rumpf will sich daher bei der nächsten Verbraucherschutzministerkonferenz im September dafür einsetzen, dass die Grundpreisangabe zukünftig farblich hinterlegt und mindestens in der halben Schriftgröße der Preisangabe ausgewiesen wird.

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