Donnerstag, 23. November 2017


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Nordrhein-westfälische Landesbehindertenbeauftragte Angelika Gemkow: Menschliche Pflege braucht Menschen

Woche des Bürgerschaftlichen Engagements

Düsseldorf, (lifePR) - Die Behindertenbeauftragte des Landes Nordrhein-Westfalen teilt mit:

"Angesichts des bevorstehenden radikalen Bevölkerungswandels muss der Hilfe- und Pflegemix aus qualifizierten Fachkräften, Angehörigen und Ehrenamtlichen viel stärker als bisher organisiert werden.

Dabei muss aber beachtet werden: Fachpflege braucht Fachkräfte, Ehrenamtliche können und sollen sie nicht ersetzen. Bürgerschaftlich Engagierte können die durch die schwere Arbeit oft überforderten Fachkräfte unterstützen. Sie bringen Herz und Zeit für die Menschen mit, hören zu oder lesen vor. Wir brauchen die soziale Energie der Menschen für behinderte und pflegebedürftige Menschen. Eine gute Begleitung und Unterstützung pflegebedürftiger und behinderter Menschen fördert und bereichert ihre Teilnahme am Leben der Gesellschaft in vielen Bereichen. Ich erlebe immer wieder, dass dort wo Ehrenamtliche willkommen und wichtig sind, sich behinderte und pflegebedürftige Menschen wohl fühlen und die Fachkräfte entlastet werden. Wichtig ist eine neue und bessere gesamtgesellschaftliche Anerkennungskultur der Leistungen. Wir müssen die Pflegenden pflegen und den ehrenamtlich Engagierten herzlich danken." Dies erklärt die nordrhein-westfälische Landesbehindertenbeauftragte heute (22. September 2008) anlässlich der Woche des bürgerschaftlichen Engagements, die bis zum 28. September 2008 stattfindet.

Angelika Gemkow: "Vor diesen Hintergründen habe ich mich vehement dafür ausgesprochen, die stärkere Einbeziehung ehrenamtlicher Arbeit in den Kontext der Einrichtungen als weiteres wichtiges gesetzliches Ziel an prominenter Stelle im Wohn- und Teilhabegesetz zu verankern, um die Betreiber von Einrichtungen stärker in die Verantwortung zu nehmen. Neben der Anzahl der ausgewiesenen Fachkräfte und der sonstigen Beschäftigten muss auch transparent gemacht werden, wie viele ehrenamtlich tätige Menschen im jeweiligen Heim engagiert sind.

Fakt ist: Wir werden zukünftig mehr behinderte und pflegedürftige Menschen, weniger familiäre Netze und - wegen der geringen Geburtenzahl - deutlich weniger junge Menschen haben, die helfen und pflegen. Von 1,7 Mio. Menschen mit Behinderung in Nordrhein-Westfalen sind schon heute mehr als 1,1 Mio. Bürgerinnen und Bürger über 60 Jahre alt. Wenn die Menschen auch morgen auf eine menschliche Gesellschaft vertrauen sollen, müssen hier die entsprechenden Weichen gestellt werden, muss ein Stück Freizeit der Menschen "Sozialzeit" werden."

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