Kartellamtsbericht: Milchindustrie zur Sektoruntersuchung Milch

(lifePR) ( Berlin, )
Der Milchindustrie-Verband begrüßt das Angebot seitens des Kartellamtes zur Zusammenarbeit bei den noch offenen Fragestellungen zum Sektorbericht Milch. Das Amt hat den 124 Seiten langen Bericht heute der Öffentlichkeit vorgestellt. Bußgelder oder ähnliches mussten nicht verhängt werden.

Das Kartellamt möchte die Vorteile aus der Liberalisierung des Milchmarktes nicht gefährden, insofern spricht es sich für freie und liberale Märkte aus.

Nach Ansicht des Amtes, bedarf es hierzu jedoch einiger korrigierender Maßnahmen. Zum Beispiel dürfen Milchpreisvergleiche mit Angaben zu unterschiedlichen Molkereien nicht mehr zeitnah zur Verfügung gestellt werden. "Abzuwarten bleibt, ob die Milchpreisvergleiche in der deutschen Fachpresselandschaft verschwinden werden, denn die Verlage werden sich auf die Pressefreiheit berufen", so der Hauptgeschäftsführer des Verbandes Eckhard Heuser in Berlin.

Die Abschaffung von Milchpreisvergleichen bedingt auch das Verbot der Anwendung von Referenzpreissystemen, wobei eine Molkerei sich verpflichtet, z.B. den Milchpreis der Nachbarn zu zahlen. Diese Vereinbarungen haben eine lange Tradition insbesondere bei den Privatmolkereien und sind zwischen Erzeugern und Verarbeitern gemeinsam vereinbart worden. Der Milchindustrie-Verband fordert deshalb genügend lange Übergangsfristen zur Neuabfassung von Milchlieferverträgen.

Kritisch geht das Amt auch mit dem EU-Milchpaket um, welches voraussichtlich im April in Brüssel verabschiedet werden wird. Auch der MIV sieht wenig Substanz in den geplanten Neuregelungen.

Das Amt überprüfte ebenfalls die Zusammenarbeit zwischen Molkereien und dem deutschen Lebensmitteleinzelhandel. In einem weiteren Bericht wird das Kartellamt diese Zusammenhänge ausleuchten. Nicht nur der MIV wartet gespannt auf dieses Ergebnis.

Weitere Informationen rund um Milch finden Sie unter

www.milchindustrie.de
www.meine-milch.de
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