Dienstag, 12. Dezember 2017


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Metzler: Wirtschaft China wächst stabil

Chancen und Risiken im Reich der Mitte

Frankfurt, (lifePR) - Im Jahresverlauf 2017 verbesserten sich die Wachstumsperspektiven für die Schwellenländer merklich, da der Kreditzyklus nach vier Jahren Abwärtstrend eine Trendwende vollzogen hat – so eine Bankenumfrage des Institute of International Finance. Das Wachstum wird sich jedoch voraussichtlich vor allem in den Schwellenländern – ohne China – beleben, während China in diesem Jahr wie im Vorjahr stabil mit 6,7 % wachsen dürfte. Darüber hinaus erwartet der Konsensus laut Bloomberg-Umfrage, dass sich das Wachstum moderat auf 6,4 % im Jahr 2018 und auf 6,1 % im Jahr 2019 abschwächt.

Die Perspektiven eines stabilen Wachstums sind das Resultat entgegenwirkender Kräfte. Bremsend wirken der nachlassende fiskalische Stimulus – vor allem in der Infrastruktur – und die schärfere Regulierung des Finanzsystems. Als Folge davon hat sich die Nachfrage nach privaten Wohnimmobilien merklich verlangsamt, und die Zahl der Städte mit fallenden Immobilienpreisen stieg von sechs im Juni auf 18 im August. Dem stehen positive Wachstumsimpulse gegenüber: Die privaten Investitionsausgaben und die Exporte haben sich erholt. Dementsprechend dürfte das BIP (Donnerstag) im dritten Quartal um etwa 6,8 % gewachsen sein, die Einzelhandelsumsätze und die Industrieproduktion (Donnerstag) um etwa 10,2 % und 6,4 %.

Dabei kommt ein wichtiger positiver Impuls von den Erzeugerpreisen (Montag), die im September um etwa 6,4 % zum Vorjahresmonat gestiegen sein dürften. Die Erzeugerpreise haben einen starken Einfluss auf die Gewinnentwicklung chinesischer Unternehmen. Ein hohes Gewinnwachstum ermöglicht es den chinesischen Unternehmen, ihre hohen Schulden zu bedienen und gleichzeitig die Investitionsausgaben zu erhöhen.

USA: Aussagelose Konjunkturdaten
Die Hurrikane Irma und Harvey haben voraussichtlich eine Schneise in die volkswirtschaftlichen Daten geschlagen, wie die Industrieproduktion (Dienstag), die Wohnungsbaubeginne (Mittwoch), die Wohnungsbaugenehmigungen (Mittwoch) und die Verkäufe bestehender Wohnimmobilien (Freitag) eindrücklich belegen dürften. Die Daten sind daher relativ aussagelos.

Interessanter sind dagegen der Empire State Index (Montag) und der Philadelphia Fed Index (Donnerstag), da sie einen Blick auf die zukünftigen Investitionsabsichten der Unternehmen erlauben. Auch der NAHB-Index (Dienstag) ist spannend, da er die Entwicklung am frühzyklischen Wohnimmobilienmarkt widerspiegelt. In der Vergangenheit war er sogar ein guter Frühindikator für die Zinspolitik der Fed. Solange der NAHB-Index um einen Wert von 60 schwankt, dürfte der Zinserhöhungszyklus der Fed intakt sein.

Auch lohnt sich ein Blick auf das Beige Book (Mittwoch), da sich von der quantitativen Textanalyse ein gutes Bild über die Lohndynamik ableiten lässt.

Europa: Britische Konjunktur determiniert Verhandlungsmacht im Brexit-Poker
Seit dem Brexit-Referendum verlangsamte sich das Wachstum der britischen Wirtschaft, während sich die Wirtschaft der Eurozone beschleunigte und zuletzt sogar die britische Wirtschaft überholte. Eine anhaltende Konjunkturschwäche in Großbritannien bestehend aus einer hohen Inflation (Dienstag), geringem Lohnwachstum (Mittwoch) und schwachem Konsum (Donnerstag) dürfte die Verhandlungsmacht der britischen Regierung verringern und sie eher zu Zugeständnissen zwingen – insbesondere zu einer längeren Übergangsphase innerhalb des Binnenmarktes.

Im Gegensatz dazu dürfte ein Anstieg des ZEW-Index (Dienstag) zeigen, dass sich trotz des schon erreichten dynamischen Wachstums die Perspektiven zuletzt sogar verbessert haben.

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