Dienstag, 12. Dezember 2017


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KÜM kommt an - deutschlandweit einzigartiges Modell zum erfolgreichen Übergang von der Hauptschule in den Beruf an der Mannheimer Pfingstbergschule vorgestellt

Mannheim, (lifePR) - Dennis, Saskia, Angelique, Jessica, Cedric und Selvi stand der Stolz ins Gesicht geschrieben. Stellvertretend für die insgesamt 111 Hauptschüler der Klassen 7 bis 9 der Pfingst­bergschule in Mannheim präsentierten sie den über 20 Gästen aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung ihre Erlebnisse und Erfahrungen mit KÜM. Die Pfingstbergschule ist eine der 15 Schulen in der Metropolregion Rhein-Neckar, die das Modellprojekt "Haupt­schultalente für die Metropolregion - Kooperatives Übergangs­management Schule-Beruf" (KÜM) durchführen. In der gesamten Region nehmen 2.300 Hauptschüler daran teil.

Auf selbstgestalteten Plakatwänden gaben sie anhand von zahlreichen Bildern nicht nur Einblick in ihren aktuellen Praktikumsalltag, sondern brachten mit persönlichen Kommentaren wie "Mir wurde gezeigt, dass man auch als Hauptschüler was erreichen kann" oder "Ich habe mehr Selbstvertrauen bekommen" ihre Meinung über KÜM zum Ausdruck.

Großes Lob und Anerkennung gab es dafür von Prof. Dr. Maria Böhmer, Bundesbeauftragte für Integration: "Ich finde es bemerkenswert, mit wie viel Interesse und Engagement die Schüler, die Angebote von KÜM annehmen. Diese Hauptschüler widerlegen Vorurteile. Sie zeigen was möglich ist, wenn man sie bei der Berufsorientierung dort abholt, wo sie stehen und sie kontinuierlich begleitet. Ich bin mir sicher, dass sie den eingeschlagenen Weg weiter gehen werden und wünsche ihnen dafür alles Gute. Sie können stolz auf ihre bisherigen Erfolge sein und werden vielen anderen Schülern als Vorbild dienen".

Auf den Punkt gebracht: KÜM kommt bei den Schülern an. Und auch bei den Verantwortlichen. "Wir brauchen alle Talente. Die Hauptschüler erhalten durch KÜM eine einzigartige Perspektive. Dies führt zu höheren Übergangsquoten von der Schule in den Beruf. Und je weniger Schüler verloren gehen, desto mehr positive Impulse gewinnt der regionale Arbeitsmarkt", bilanzierte Dr. Eva Lohse, Leiterin des Netzwerks "Vitaler Arbeitsmarkt" in der MRN und Oberbürgermeisterin Ludwigshafen. "Zumal diese Form der Prävention besser und effektiver ist als teure Nachsorgemaßnahmen", so Lohse weiter.

Projekt mit Modellcharakter

Die regelmäßigen Praktika in den Klassenstufen 7-9 sind ein wichtiger Baustein von KÜM, da sie den Schülern nicht nur die Möglichkeit bieten, die berufliche Praxis kennenzulernen, sondern durch den Umgang mit Kollegen oder Kunden in ihrer fachlichen Entwicklung gefördert werden. Grundlage für die Ausrichtung der Praktika sind schriftliche Checks am Anfang eines jeden Schuljahres, die Auskunft über die Talente, Fähigkeiten und beruflichen Interessen der Schüler geben. Diese Ergebnisse fließen jedoch nicht nur in die Praktikumswahl, sondern auch in das begleitende individuelle Coaching durch hauptamtliche Lotsen ein. "Wir führen die Schüler bereits ab der 7. Klasse durch konsequente persönliche Betreuung und zielgerichtete kontinuierliche Unter­stützung bis zur Ausbildungs- und Berufsreife. Damit bringen wir ihre individuellen Talente zum Vorschein, um sie langfristig zu fördern. Das war ein Hauptgrund dafür, warum wir das Projekt mit auf den Weg gebracht haben und gerne unterstützen", unterstrich Raimund Becker, Vorstandsmitglied der Agentur für Arbeit (BA), den Stellenwert von KÜM.

Die BA finanziert das Projekt zur Hälfte, die andere Hälfte übernehmen die drei Bundesländer und weitere Partner aus der Region. "KÜM ist ein sehr erfolgversprechendes Konzept. Das zeigen auch die positiven ersten Ergebnisse. Sie rühren zum einen aus der systematischen Berufsorientierung, denn wir wollen die Hauptschüler erfolgreich in den Arbeitsmarkt eingliedern. Grundlegend dafür ist die enge Zusammenarbeit aller relevanten Akteure - von Schülern und Lotsen über die Lehrer und Eltern bis hin zu den Berufsberatern und den lokalen Unternehmen und Betrieben. Darüber hinaus schaffen wir es mit KÜM, bereits bestehende Ansätze und vorhandene Angebote einfach zu integrieren. Es hat alle Vorraussetzungen, bundesweiten Modellcharakter zu erlangen", so Becker weiter.

Lotsen als zentrales KÜM-Element

Besonderes Augenmerk lag während des Schulbesuchs auf den Lotsen, dem "Herzstück" von KÜM. Es handelt sich dabei um ausgebildete Sozialarbeiter. Deren alltägliche Arbeit wurde von Rico Erbe, einem der beiden Lotsen der Pfingstbergschule, und Dr. Dorothee Karl, Projektleiterin KÜM, vorgestellt. Die Lotsen haben ein Büro in der jeweiligen Schule und sind somit immer für die Schüler erreichbar. In Abstimmung mit den anderen Akteuren stehen sie den Schülern bei allen Fragen und Belangen rund um das Thema Berufsorientierung zur Seite und unterstützen sie z. B. bei der Praktika- und Ausbildungssuche. "An unserer Schule sind die Lotsen gar nicht mehr weg zu denken. Sie sind wichtige Vertrauenspersonen und Ansprechpartner für die Schüler und geben ihnen das Gefühl, dass stets jemand da ist, der sich für sie interessiert und sich um sie kümmert. Diese ungewohnte Wertschätzung und Aufmerksamkeit, die ihnen zu Teil wird, hat bei vielen Schülern zu einer viel positiveren Einschätzung der Zukunftsaussichten und damit auch zu einem Wandel in ihrer Einstellung zu Schule, Lernen und Berufsvorbereitung geführt. Wir haben immer mehr Schüler, die sich sogar freiwillig für Praktika melden", so Harald Knapp, Rektor der Pfingstbergschule.

Positive Zwischenbilanz

Eine durchweg positive Bilanz nach knapp einem Jahr KÜM wurde von den Teilnehmern des Schulbesuchs auch in dem an­schließenden Pressegespräch gezogen, an dem neben Prof. Dr. Maria Böhmer, Raimund Becker, Dr. Eva Lohse, Harald Knapp, Dr. Dorothee Karl, Rico Erbe, auch Karl-Gerd Morgenthaler, Referent für Haupt­schulen, Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur, Rheinland-Pfalz sowie Thilo Schnabel, Geschäftsführer Expert-Esch und lokaler KÜM-Schulpate teilnahmen. Das Fazit: Von KÜM profitieren alle beteiligten Akteure. Die Schulen und Lehrer, weil sie durch die Losten wertvolle Unterstützung und motivierte Schüler bekommen. Die Unternehmen, da sie besser über qualifizierte und geeignete Praktikanten und Auszubildende verfügen. Und die Hauptschüler haben eine Zukunft.

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