Montag, 23. Oktober 2017


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Europaweit hohe Apfelbestände sorgen für Preisdruck am Markt

Mehrertrag am Bodensee hat Hagelausfälle kompensiert / Starke Erlösrückgänge in der Landwirtschaft

Friedrichshafen, (lifePR) - Alle Schätzungen übertroffen hat die Apfelernte 2009 europaweit. Trotz Hagelausfällen konnte das Niveau des Vorjahres wieder erreicht werden. Die 11,2 Millionen Tonnen Ertrag an Äpfeln in den "EU 27-Ländern" (rund eine Million Tonnen in Deutschland, 251.000 Tonnen am Bodensee) tragen jedoch zu hohen Lagerbeständen und großem Preisdruck bei. "Auch die verschärfte Konkurrenz im Lebensmitteleinzelhandel drückt die Preise nach unten", erklärt Eugen Setz, Geschäftsführer der Obstregion Bodensee. Gemeinsam mit Manfred Ehrle, Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes mit Sitz in Tettnang informierte er im Vorfeld der Fachmessen Fruchtwelt Bodensee und "agrarwelt" über die Situation der Obstbaubranche und der Landwirte. Claudia Metzler, Landesvorsitzende im Verband der Klein- und Obstbrenner Südwürttemberg / Hohenzollern berichtete über die Lage der Brenner. Das Messe-Duo öffnet am Freitag, 19. Februar 2010 seine Tore.

Der Obstanbau ist ein wichtiger Wirtschaftfaktor für die Bodenseeregion, die nach dem "Alten Land" das größte Anbaugebiet in Deutschland ist. "Gute Wachstumsbedingungen haben europaweit für überdurchschnittliches Größenwachstum der Früchte gesorgt", berichtet Eugen Setz. In den "EU 27"-Staaten wurden im vergangenen Jahr 11,2 Millionen Tonnen Äpfel produziert. Bundesweit konnten deutlich über 1 Million Tonnen geerntet werden, 251.000 Tonnen davon stammen vom Bodensee. "Besorgniserregend hoch sind allerdings nach wie vor die Lagerbestände. Das sehr schwache Preisniveau bei Mostobst trug nicht zur Entlastung der Tafelware bei", stellt Eugen Setz fest. Mit 95.000 Tonnen Äpfeln lagerten zum Stichtag 1. Februar in Süddeutschland 10 Prozent mehr als im Vorjahr.

Das Wirtschaftsjahr der Landwirte war 2009 stark geprägt von der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise, was vor allem bei Milch und Ackerbau zu starken Erlösrückgängen geführt hat. "Die Betriebsergebnisse des Jahres 2009 aus Baden-Württemberg und Bodensee-Oberschwaben liegen bei Minus 21 Prozent im Vergleich zum Wirtschaftsjahr 2008", berichtet Manfred Ehrle, Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes mit Sitz in Tettnang. "Das monatliche Bruttoeinkommen je Familienarbeitskraft in der Landwirtschaft hat sich im Vergleich zum Vorjahr deutschlandweit um 600 Euro auf rund 2.000 Euro gesenkt." Damit gewinnt die Erschließung neuer Tätigkeitsbereiche an Bedeutung. "Hier am Bodensee sind unsere Landwirte durch die optimalen Klima- und Bodenverhältnisse in der glücklichen Lage mehrgleisig zu fahren. Interessante Themen sind die Erzeugung von erneuerbaren Rohstoffen und Energien. Ausgebaut werden muss auch unbedingt das Thema 'Ferien auf dem Bauernhof'", ist Manfred Ehrle überzeugt.

Die Fruchtwelt Bodensee ist auch ein großer Treffpunkt für Brenner aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Schwerpunktthema am fünften Internationalen Brennertag am Messe-Sonntag ist die Zukunft des Brennereiwesens auf europäischer Ebene. "In den nächsten Wochen und Monaten werden in Brüssel für den Fortbestand unserer Brennereien wichtige Entscheidungen getroffen, denn es geht um die Verlängerung des Branntweinmonopols um weitere 7 Jahre bis Ende 2017", erklärt Claudia Metzler. "Ohne das Branntweinmonopol bestehen keine wirtschaftlich angemessenen Erzeugungsbedingungen für die traditionelle deutsche landwirtschaftliche Alkoholerzeugung."

Die Fruchtwelt Bodensee und die "agarwelt" sind von Freitag, 19. bis Sonntag, 21. Februar 2010 geöffnet; Freitag und Samstag von 9 bis 18 Uhr, Sonntag von 9 bis 17 Uhr. Weitere Informationen unter www.fruchtwelt-bodensee.de und www.agrarwelt-bodensee.de.

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