Sonntag, 22. Oktober 2017


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Moderne Hilfestellung für Handy und Computer: Elektronisches Tagebuch für HIV Patienten

Wien, (lifePR) - Allen HIV-Patienten steht ab sofort eine innovative multifunktionelle Applikation ("App") zum kostenlosen Download auf Smartphones, iPhones, iPads und PCs zur Verfügung. Die App wurde unter intensiver Mitwirkung von HIV-Spezialisten und Patientenorganisationen exakt auf die Bedürfnisse der Betroffenen abgestimmt. Ziel ist es, HIV-Patienten den Umgang mit allen krankheitsbezogenen Belangen zu erleichtern und sie in ihrer Therapietreue (Compliance) zu unterstützen.

Aktuell stehen rund 25 Arzneimittel zur Behandlung von HIV zur Verfügung. Die modernen antiretroviralen Kombinationstherapien sind bereits sehr gut verträglich und müssen meist nur noch ein- bis zweimal pro Tag eingenommen werden. "Grundvoraussetzung für eine verlässliche langfristige Wirkung der Therapie ist eine konsequente tägliche Einnahme nach dem vom Arzt verordneten Schema", betont Dr. Horst Schalk, Allgemeinmediziner in Wien und Mitglied der Österreichischen Gesellschaft niedergelassener Ärzte zur Betreuung HIV-Infizierter (ÖGNA-HIV). "Diese so wichtige Therapietreue kann nun mit Hilfe der neuen App maßgeblich unterstützt werden."

Der Patient hat die Möglichkeit, in verschiedenen Bereichen der App tagebuchartig Einträge vorzunehmen. "So können vordefinierte und selbst gewählte Symptome nach Schweregrad und Häufigkeit, aber auch die Gewichtsentwicklung dokumentiert sowie Befunde bezüglich aktueller Viruslast und CD4-Zahl eingegeben werden. Beide Werte werden auch in einer Kurvengrafik dargestellt, die eine übersichtliche Kontrolle des Krankheitsverlaufes sowie der Wirksamkeit der Therapie ermöglicht", erläutert Mag. Gabriele Grom, Geschäftsführerin des pharmazeutischen Unternehmens MSD Österreich, das die App in enger Zusammenarbeit mit der Österreichischen Gesellschaft niedergelassener Ärzte zur Betreuung HIV-Infizierter (ÖGNA-HIV) und der Österreichischen AIDS Gesellschaft, der Selbsthilfegruppen Positiver Dialog und PULSHIV sowie den sieben Aidshilfe-Organisationen entwickelt und produziert hat.

Erinnerungsfunktion verbessert Compliance

"Um die Entwicklung von Resistenzen zu verhindern und eine langfristige Wirkung zu gewährleisten, müssen antiretrovirale Medikamente nach einem exakten Zeitschema täglich eingenommen werden", erklärt Prof. Dr. Armin Rieger, Leiter der HIV-Ambulanz im AKH Wien und Vorstandsmitglied der Österreichischen AIDS Gesellschaft (ÖAG). Der Patient kann sämtliche verordneten Arzneimittel (nicht nur HIV-Präparate) sowie das Einnahmeschema, aber auch Arzttermine in die App einspeichern und mit einer Erinnerungsfunktion verknüpfen.

Darüber hinaus bietet das Programm einen laufend aktualisierten Zugang zu allen Behandlungszentren und Institutionen, die mit der Betreuung HIV-positiver Menschen beauftragt sind. Via E-Mail kann der Patient rasch und unkompliziert Kontakt zu seinen behandelnden Ärzten herstellen.

Wertvolle Hilfestellung für alle Betroffenen

Neben ÖGNA-HIV und ÖAG haben auch alle maßgeblichen österreichischen HIV-Selbsthilfe- und -Patientenorganisationen an der Entwicklung der neuen App mitgewirkt, um diese möglichst benutzerfreundlich und bedarfsgerecht zu gestalten. Laut Helmut Garcia, Obmann des Vereins Positiver Dialog, ist die Applikation ein äußerst hilfreiches Instrument für die Selbstorganisation: "Dies gilt sowohl für junge Patienten, die sich erst an die tägliche Einnahme von Medikamenten sowie regelmäßige Arzttermine gewöhnen müssen, als auch für bereits länger HIV-positive Patienten, die ihre Krankheit und die damit verbundenen Notwendigkeiten gerne verdrängen."

Wiltrut Stefanek, Obfrau des Vereins PULSHIV, sind die Eigenverantwortlichkeit und Mündigkeit der Patienten ein besonderes Anliegen. "Die neue App bietet - dem heutigen technischen Standard adäquat - alle Möglichkeiten dazu. Der Patient führt quasi ein Tagebuch über sein Immunsystem und seine Befindlichkeiten." Die regelmäßige Dokumentation von Symptomen spiegelt Ausmaß sowie Häufigkeit bestimmter Beschwerden detailliert wieder. Dadurch wird der Betroffene verstärkt dazu motiviert beim nächsten Arztbesuch zu thematisieren. Regelmäßig erfolgte Eintragungen können dabei als wertvolle Erinnerungsstütze dienen.

Unkompliziert, völlig anonym und nicht rückverfolgbar

Mag. Birgit Leichsenring, medizinische Information und Dokumentation der Aidshilfen Österreichs, zufolge ist die neue App ein hilfreiches und unkompliziertes Instrument, das jedem Betroffenen auf unterschiedliche Art und Weise Vorteile bringt: "Es profitieren sowohl Patienten mit gutem sozialem Netzwerk, die im Berufsleben stehen, als auch Menschen, die in höherem Ausmaß Unterstützung für einen strukturierten Umgang mit der Krankheit brauchen." Nicht zuletzt wird durch die regelmäßige Dokumentation die Sensibilität insgesamt für die eigene körperliche Befindlichkeit erhöht. Der User setzt sich verstärkt mit seinen Symptomen, deren Schweregrad, Häufigkeit und Verlauf auseinander. "Darüber hinaus bietet die App die Möglichkeit, völlig anonym, nicht rückverfolgbar und unkompliziert einen Überblick über Medikamente, Symptome und Befunde zu bekommen, ohne mit einer Patientenorganisation oder einem Arzt in persönlichen Kontakt treten zu müssen", so Leichsenring.

Technische Unterstützung

Die App ist ab sofort gratis downloadbar. Die Anwendung ist äußerst benutzerfreundlich und einfach gestaltet. Sollten Patienten dennoch beim Download oder den ersten Eintragungen Unterstützung benötigen, stehen ihnen speziell geschulte Mitarbeiter von Selbsthilfegruppen, Patientenorganisationen sowie Therapie-Nurses zur Verfügung.

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