Montag, 23. April 2018


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IGeL-Monitor bewertet Laser-Behandlung von Krampfadern mit "unklar"

Essen, (lifePR) - Krampfadern können gesundheitliche Probleme verursachen, wenn sie nicht behandelt werden. Eine mögliche Therapie ist die Operation. Eine Alternative dazu ist die Laser-Behandlung, die jedoch als Individuelle Gesundheitsleistung aus eigener Tasche bezahlt werden muss. Wissenschaftler des IGeL-Monitors kommen nun zu dem Schluss, dass die Laser-Behandlung der Operation weder überlegen noch unterlegen ist. Die Bewertung lautet deshalb „unklar“.

Krampfadern, medizinisch „Varizen“, sind ein verbreitetes Venenleiden. Es betrifft vor allem die Beinvenen, die direkt unter der Haut liegen. Das Blut staut sich und die Venen werden dicker. Oft sind Krampfadern lange sichtbar bevor sie Beschwerden verursachen. Auf eine spontane Erholung kann man nicht hoffen. Krampfadern können zu gesundheitlichen Problemen führen, etwa zu schmerzenden und schweren Beinen, aber auch zu Entzündungen und schlecht heilenden Geschwüren. Wenn konservative Verfahren, wie etwa Kompressionstherapie, Venengymnastik und Lymphdrainage, nicht den gewünschten Erfolg haben, können Krampfadern auch operiert werden. Unter örtlicher Betäubung werden dabei die Verbindungen zum übrigen Blutkreislauf verschlossen und die betroffenen Venen herausgezogen.

Daneben kommen auch andere Verfahren zum Einsatz, wie etwa die Laser-Behandlung, die als Individuelle Gesundheitsleistung, kurz IGeL, von Patienten aus eigener Tasche bezahlt werden muss. Die Kosten belaufen sich auf einige hundert bis einige tausend Euro, je nachdem, wie aufwändig die Behandlung ist. Die Deutsche Gesellschaft für Phlebologie schlägt vor, dafür etwa 1350 Euro zu berechnen.

Die Laser-Therapie von Krampfadern nennt man endoluminale Lasertherapie (ELT) oder endovenöse Laserablation (EVLA). Um eine Krampfader mit einem Laser zu verschließen, wird eine Lasersonde in der betroffenen, oberflächlichen Vene bis zum Knie beziehungsweise zur Leiste vorgeschoben. Beim langsamen Zurückziehen erwärmt der Laser die Vene und verschließt sie. Die Prozedur wird mit Ultraschall überwacht und erfolgt ambulant. Im Vergleich zur Operation wird die Laser-Therapie als „patientenfreundliche Alternative“ beworben. Es heißt, sie sei sicherer und der Patient sei schneller wieder arbeitsfähig.

Wissenschaftler des IGeL-Monitors wollten wissen: Ist die Laser-Behandlung besser oder schlechter als die Operation? Um das beurteilen zu können, analysierten sie die wissenschaftlichen Studien, die Nutzen und Schaden der Laser-Behandlung mit denen der Operation verglichen haben. Es wurden sieben Übersichtsarbeiten und vier neuere Studien gefunden, die insgesamt neun Nutzen- und acht Schadensaspekte untersuchten. Beim Nutzen ging es zum Beispiel darum, welche Behandlung zu weniger neuen Krampfadern führt und welche Behandlung die Patienten schneller wieder fit für die Arbeit macht. Dabei zeigte sich, dass die Laser-Behandlung insgesamt nicht besser, aber auch nicht schlechter als die Operation abschneidet. Als mögliche Schäden wurden unter anderem Schmerzen und Wundinfektionen untersucht. Auch hier zeigte sich, dass unter dem Strich beide Verfahren gleich viele Nebenwirkungen haben.

Bei gleichem Nutzen und gleichem Schaden lautet die Bewertung „unklar“. Sie fällt damit schlechter aus als die Bewertung aus dem Jahr 2012, als die Laser-Therapie vom IGeL-Monitor mit „tendenziell positiv“ bewertet wurde. Damals lagen jedoch nur Daten aus Studien vor, die die Patienten maximal zwei Jahre lang beobachtetet hatten. Jetzt ging die Nachbeobachtungszeit bis zu fünf Jahre. In den Studien wurden keine der heute üblichen Laser-Geräte der zweiten und dritten Generation verwendet, was die Aussagekraft der Bewertung schwächt. Es könnte also sein, dass die neuen Geräte im Vergleich besser abschneiden würden. Ohne entsprechende Studien ist dies jedoch Spekulation.

Medizinischer Dienst des Spitzenverbandes Bund

Unter www.igel-monitor.de erhalten Versicherte evidenzbasierte Bewertungen zu sogenannten Selbstzahlerleistungen. Entwickelt wurde die nicht-kommerzielle Internetplattform vom Medizinischen Dienst des GKV-Spitzenverbandes (MDS). Der MDS berät den GKV-Spitzenverband in allen medizinischen und pflegerischen Fragen, die diesem qua Gesetz zugewiesen sind. Er koordiniert und fördert die Durchführung der Aufgaben und die Zusammenarbeit der Medizinischen Dienste der Krankenversicherung (MDK) auf Landesebene in medizinischen und organisatorischen Fragen.

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