Nach VIP nun der nächste Medienfonds-Strafprozess: Beginn der Strafverhandlung gegen den Fondsinitiator der Victory-Medienfonds

Verdacht auf Veruntreuung von Anlegergeldern, Steuerhinterziehung und Betrug

(lifePR) ( München, )
Vor dem Landgericht Augsburg hat heute der Strafprozess gegen den Initiator der Kaufbeurer Victory-Medienfonds begonnen. In der heutigen Verhandlung hat der Staatsanwalt zunächst die umfangreiche Anklageschrift verlesen: dem Initiator Franz L. wird vorgeworfen, unberechtigt Versicherungsprämien kassiert sowie Gelder zwischen den einzelnen Fonds verschoben und Lizenzeinnahmen an Anleger ausgeschüttet zu haben, die eigentlich Investoren anderer Filmfonds zugestanden hätten. Außerdem wird ihm Steuerhinterziehung vorgeworfen: er soll im Jahr 2003 für einen Fonds bewusst eine falsche Steuererklärung für den Veranlagungszeitraum 2001 abgegeben haben, indem er gegenüber dem Finanzamt Verluste für die Herstellung eines Filmes behauptet hat. Er soll gewusst haben, dass der Film nicht vom Fonds hergestellt, sondern von einem Dritten gekauft worden war. Damit hatte der Angeklagte Franz L. nach Ansicht der Anklage Kenntnis von der fehlenden Herstellereigenschaft des Fonds und hätte die Kosten für die Anschaffung des Films nicht in voller Höhe als Verluste geltend machen dürfen. Vielmehr hätten die Anschaffungskosten auf 50 Jahre verteilt abgeschrieben werden müssen. Die Staatsanwaltschaft Augsburg hatte bereits im Jahre 2008 Anklage erhoben, das Landgericht Augburg hatte die Anklage erst in diesem Jahr zugelassen. Verhandlungstermine sind nun bis in den September angesetzt.

Durch ein aktuelles Rundschreiben der Fondsgeschäftsführung mussten aktuell auch die Anleger weiterer Victory-Fonds erfahren, dass die Finanzbehörde die Herstellereigenschaft der Fonds nicht anerkennt, so dass die Ausgaben der Fonds als Anschaffungskosten zu werten sind und damit auf viele Jahre verteilt werden müssen. Der steuerliche Effekt im Jahr des Fondsbeitritts entfällt damit überwiegend, so dass den Anlegern nun erhebliche Steuernachzahlungen bevorstehen.

Rechtsanwalt Joachim Kleefeld aus der Münchner Kanzlei Mattil & Kollegen, der etwa hundert geschädigte Anleger der Victory-Medienfonds vertritt, und für einige bereits erfolgreich Schadensersatzurteile erstreiten konnte, meint: "Wieder einmal sind die Medienfondsanleger doppelt geschädigt: Geld weg und Steuervorteile weg! Außerdem muss der Anleger immense Zinsen auf die Steuernachzahlung an den Fiskus zahlen. Anlegern stehen Schadensersatzansprüche gegen die Verantwortlichen zu, die nicht nur die Rückzahlung des angelegten Geldbetrages, sondern auch die Nachzahlungszinsen an das Finanzamt umfassen."

Die Victory Media AG hatte seit Anfang der 90er Jahre mit insgesamt 24 Medienfonds von etwa 8500 Anlegern insgesamt ca. € 350 Mio. Euro eingeworben. 2006 musste die Dachgesellschaft der Fonds (Victory Media AG) wegen wirtschaftlicher Probleme Insolvenz anmelden. Die Anleger haben vom eingesetzten Kapital nur geringfügige Ausschüttungen erhalten, und mussten diese zum Teil wieder an den Fonds zurückzahlen.
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