Mittwoch, 18. Oktober 2017


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Hauptversammlung der Mainova AG: Energiewende muss von der Politik koordinierter und detaillierter als bislang begleitet werden

Frankfurt am Main, (lifePR) - Die Energiewirtschaft befindet sich in einer epochalen Umbruch- und Aufbruchsituation. Ursache dafür ist nicht alleine die Reaktorkatastrophe von Fukushima, wie Dr. Constantin H. Alsheimer, Vorsitzender des Vorstands der Mainova AG, auf der diesjährigen Hauptversammlung am Mittwoch (6.6.) in der Alten Oper in Frankfurt betonte: "Die Auswirkungen des Wettbewerbs um Kunden, der Kostendruck der Regulierung der Energienetze sowie die deutlichen Veränderungen auf dem Markt der Stromerzeugung durch den immer stärkeren Ausbau der regenerativen Energien sind dem Grunde nach nicht neu. Verändert haben sich aber die Gewichtung und vor allem die Geschwindigkeit, mit der die politisch gewollte Umstellung der Energieversorgung vollzogen werden muss. Vor uns liegen Jahre harter Arbeit und hoher Investitionen. Für unser Land bedeutet dies eine in finanzieller als auch technischer Hinsicht gewaltige Herausforderung, wie es zuvor nur wenige gab."

Die Energiewende berge enorme volkswirtschaftliche Chancen, aber auch Risiken: "Diese nehmen zu, wenn es nicht gelingt, die beträchtlichen Kosten auf das notwendige Maß zu beschränken. Weder der soziale Frieden in unserem Land noch die wirtschaftlichen Aktivitäten energieintensiver Unternehmen dürfen gefährdet werden." Staatliche Investitionsanreize müssten deswegen grundsätzlich auf diejenigen Technologien und Maßnahmen gelenkt werden, welche die geringsten CO2-Vermeidungskosten aufwiesen. In diesem Zusammenhang forderte Dr. Alsheimer eine stärkere Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung. Die Einspeisevergütung für Photovoltaik sei hingegen immer noch zu hoch und müsse weiter gesenkt werden. Dennoch zeigt sich der Vorsitzende des Vorstands der Mainova AG von der Zukunft der Photovoltaik überzeugt: "Deren große Vorteile liegen in ihrer vielfältigen Anwendbarkeit, etwa als innovatives Gestaltungselement an Gebäudefassaden. Derartiges wollen wir im Rahmen der Errichtung des Kulturcampus Bockenheim erproben. Außerdem erwarten wir eine kontinuierliche Preisreduktion für Solarmodule."

Die Mainova setzt mit ihrer bereits 2010 beschlossenen Erzeugungsstrategie bis 2015 vor allem auf Onshore-Windkraft. Dafür hat sie 2011 einen Kooperationsvertrag mit dem Wiesbadener Projektentwickler ABO Wind geschlossen. Zusammen sollen in den nächsten zwei bis drei Jahren in Hessen und Bayern 15 bis 20 Windparks neu errichtet werden.

Elementar für das Gelingen der Energiewende seien die politischen Rahmenbedingungen für Investitionen in flexible fossile Erzeugungsanlagen wie hocheffiziente Gaskraftwerke, die den Einsatz der volatil anfallenden Erneuerbaren Energien erst ermöglichten. Auch müssten die Anreize für Investitionen in die Verteilnetze gestärkt werden, über die mehr als 95 Prozent der Erneuerbaren Energien dezentral eingespeist werden. Dr. Alsheimer begrüßte ausdrücklich die Absicht von Bundeskanzlerin Merkel, die Energiewende zur Chefsache zu machen: "Wichtig ist, dass sehr zeitnah politisch gehandelt wird und zwar koordinierter und detaillierter als bisher. Es reicht nicht, nur die Etappenziele auf dem Weg zur Energiewende vorzugeben. Vielmehr muss deren Umsetzung überwacht und sichergestellt werden."

Das zurückliegende Geschäftsjahr brachte für die Mainova ein zufriedenstellendes Ergebnis. Der Umsatz hat sich von 1,7 auf 1,8 Milliarden Euro gesteigert (+7 %). Den mit Abstand größten Anteil am Umsatz hat mit 51 % das Stromgeschäft. Es folgt das Segment Gas mit 28 %. Das Ergebnis vor Steuern liegt mit 104,4 Millionen Euro leicht über dem 5-Jahres-Durchschnitt von 97,6 Millionen Euro (Ausnahme Rekordjahr 2010).

Die Ausschüttung an die Mainova-Mehrheitsgesellschafterin Stadtwerke Frankfurt am Main Holding GmbH (75,2 % der Anteile) lag mit 57,7 Millionen Euro in etwa auf dem Niveau der letzten fünf Jahre. Mit Ausnahme der Stadtwerke Frankfurt am Main Holding GmbH bleiben die übrigen Aktionäre von dem Rückgang des handelsrechtlichen Gewinns unberührt. Sie erhalten die Garantiedividende von 9,48 je Stückaktie.

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