"Mies im Westen" im LVR-Landeshaus in Köln: M:AI und Partner zeigen Ausstellung mit regionalem Blick auf Projekte und Bauten des Architekten Ludwig Mies van der Rohe

(lifePR) ( Gelsenkirchen, )
Die Ausstellung „Mies im Westen“ würdigt erstmals aus einer regionalen Perspektive das Wirken des Architekten Ludwig Mies van der Rohe in seiner Heimat, dem Rheinland. Vom 11. Oktober bis zum 14. November sind im LVR-Landeshaus in Köln nordrhein-westfälische Projekte und Bauten von Mies zu sehen. Im Fokus stehen nicht nur frühe Arbeiten aus seiner Lehrzeit, sondern auch Projekte, die er in den 1960er-Jahren von Amerika aus für Essen und Aachen plante. Mies van der Rohe ist weltbekannt durch Bauten wie die Neue Nationalgalerie in Berlin oder das Seagram Building in New York sowie durch seine Funktion als letzter Direktor des Bauhauses, das 1933 unter dem Druck der Nationalsozialisten geschlossenen wurde.

Am 10. Oktober wird die Ausstellung um 19 Uhr im Landeshaus des LVR für geladene Gäste eröffnet. Zur Begrüßung sprechen Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen, und Ulrike Lubek, Direktorin des Landschaftsverbands Rheinland. Besonderer Gast an diesem Abend ist der Architekt Dirk Lohan, Enkel von Mies, der über seine Zusammenarbeit mit Mies an den späteren Projekten in NRW sprechen wird.

Die Ausstellung ist eine Koproduktion des M:AI – Museum für Architektur und Ingenieurkunst NRW, der TH Köln, der TH Mittelhessen und der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft. Architekturstudentinnen und -studenten haben mit den Kuratoren Prof. Dr. Daniel Lohmann und Prof. Norbert Hanenberg die Ausstellung entwickelt – vom Konzept über die Inhalte bis hin zur Ausstellungsarchitektur. Zuvor wurden in Aachen, Krefeld und Essen von Mai bis Juli 2019 ortsbezogene Teile der gesamten Ausstellung gezeigt.

Die Ausstellung spannt einen Bogen von Mies frühesten Arbeiten in Aachen über die avantgardistischen Ideen für die Bauwerke in Krefeld bis hin zu den spektakulären Entwürfen, die er in den 1960er-Jahren aus Chicago für Essen und Aachen plante. Darunter sind z.B. ein sozialistisches Volkshaus, an dessen Fassade Mies van der Rohe bereits 1905 seine Handschrift hinterlassen hat. Dazu gehören auch die Wohnhäuser Esters und Lange sowie das Fabrikensemble für die Verseidag in Krefeld oder die eindrucksvollen Planungen für die Firmen Krupp in Essen oder VEGLA in Aachen.

Ergänzt wird die Präsentation im Landeshaus um das Thema der Rezeption von Mies van der Rohes architektonischem Ansatz. Wie kaum ein anderer Architekt des 20. Jahrhunderts versuchte Mies, eine universelle Architektursprache zu formulieren. Mittels Reduktion, Verfeinerung und funktionaler Offenheit strebte er nach einem ästhetischen Ausdruck, der durch eine strenge Struktur für unterschiedliche Bauaufgaben gültig sein sollte. 

So wundert es nicht, dass bereits Zeitgenossen von Mies und vor allem nachfolgende jüngere Architekten sein Prinzip nachahmten. Dies wird am LVR-Landeshaus in Köln besonders deutlich – dem Ort, an dem die Ausstellung in Zusammenarbeit mit dem M:AI präsentiert wird. Die vier Bürotrakte, die einen Innenhof umschließen, basieren auf einem strengen Stützenraster, das eine flexible Büroeinteilung ermöglicht. Bereits in den 1930er-Jahren hatte Mies dieses Konzept in den Bauten der Verseidag in Krefeld erprobt.

Die Vorhangfassade der Bürogeschosse des Landeshauses mit ihren schmalen Aluminiumprofilen erinnert wiederum an die amerikanischen Projekte Mies van der Rohes. Eckhard Schulze-Fielitz, einer der Architekten des LVR-Landeshauses, bezeichnete das Gebäude später selbst als ein „Plagiat“. Von der Fachwelt wurde das Landeshaus bereits zu seiner Fertigstellung im Jahr 1959 als glanzvolle architektonische Leistung gelobt. 1987 wurde es in die Denkmalliste aufgenommen.
Die Präsentation der Ausstellung „Mies im Westen“ fällt nicht nur mit dem landesweit begangenen Bauhaus-Jubiläum zusammen. Vor 60 Jahren wurde auch das Landeshaus des LVR eröffnet. Die Ideengeschichte seiner Entstehung ist Teil der Ausstellung. Im November 1959 wurde am Rheinufer in Köln-Deutz, direkt gegenüber des Doms, das Landeshaus als erstes Gebäude der Zentralverwaltung eingeweiht. Der LVR würdigt das Doppeljubiläum 100 Jahre Bauhaus und 60 Jahre Landeshaus und LVR in Köln ab September mit Ausstellungen, Führungen und Vorträgen. Weitere Infos unter: www.lvr.de/60-jahre-koeln.de
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