Stromverbraucher-Studie: Billig allein reicht nicht

Nur 18 Prozent halten Discounterstrom für eine Alternative

(lifePR) ( Hamburg, )
Die Pleiten und Skandale um unseriöse Stromanbieter haben ihre Spuren beim Verbraucher hinterlassen. In Deutschland geht der Trend weg vom Billigstrom: Lediglich 18 Prozent der Verbraucher können sich vorstellen, einen Billiganbieter zu wählen. 71 Prozent lehnen Discounterstrom aus unterschiedlichen Motiven ab.

So gaben 46 Prozent der Verbraucher an, dass sie bei der Anbieterwahl generell nicht nur auf den Preis, sondern auch auf weitere Kriterien wie Ökostrom und Kundenservice achten. Weitere 25 Prozent lassen schon allein deshalb die Finger von Billiganbietern, weil diese ihrer Meinung nach nicht vernünftig wirtschaften. Dies zeigt eine repräsentative Studie des Marktforschungsunternehmens YouGov im Auftrag des Energieanbieters LichtBlick SE. 10 Prozent der Befragten hatten keine Meinung zu dem Thema.

Die Zurückhaltung der Verbraucher ist verständlich: In den vergangenen drei Jahren meldeten gleich zwei große Stromdiscounter Insolvenz an. Über eine Millionen Kunden waren von den Pleiten 2011 und 2013 betroffen. Derzeit stehen weitere Anbieter mit Dumpingpreisen in der öffentlichen Kritik.

Das Misstrauen gegenüber den Geschäftsmodellen der Billigstromanbieter ist angebracht. Denn die Strompreise sind zu über 90 Prozent von Steuern, Abgaben, Netzgebühren und vom Energieeinkauf abhängig. Die wirtschaftlichen Spielräume für Angebote unterhalb der üblichen Marktpreise sind somit gering. "Unseriöse Anbieter wirtschaften entweder auf Kosten ihrer Kunden, indem Sie auf Vorkasse-Modelle setzen. Oder sie versuchen, Kosten auf die Allgemeinheit abzuwälzen, indem sie die gesetzlichen Abgaben nicht oder nur teilweise zahlen", erläutert Gero Lücking, geschäftsführender Direktor Energiewirtschaft bei LichtBlick, das Vorgehen der schwarzen Schafe.

"Verbraucherschützer und Medien müssen ihre Aufklärungsarbeit unvermindert fortsetzen. Denn trotz Discounterpleiten und Negativschlagzeilen können sich noch immer fast ein Fünftel der Bundesbürger vorstellen, einen Billiganbieter zu wählen. Offenbar sind noch nicht allen Verbrauchern die Risiken bewusst", so Lücking.

Lücking warnt vor den Gefahren weiterer Insolvenzen für den noch jungen Wettbewerb im Energiemarkt: "Stromanbieter-Pleiten mit hunderttausenden betroffenen Kunden gefährden generell das Vertrauen in den Anbieterwechsel. Die Bundesnetzagentur muss deshalb alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen, um unseriöse Geschäfte zu stoppen, bevor sie größeren Schaden anrichten."

Über die Studie

Für die Studie ließ LichtBlick im Mai 2013 vom Institut YouGov 1.002 deutsche Bundesbürger ab 18 Jahren online zu ihrer Einstellung gegenüber Billiganbietern befragen.
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