Mittwoch, 22. November 2017


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Ernährung von Mensch und Tier erstmals gemeinsam im Forschervisier

Leibniz-Institut für Nutztierbiologie (FBN) ehrt Tierernährungswissenschaftler zum 100-jährigen Todestag mit internationalem Symposium

Dummerstorf, (lifePR) - Welche Faktoren regeln den Appetit und wie beeinflusst die Ernährung im Mutterleib oder direkt nach der Geburt die spätere Leistungsfähigkeit und Gesundheit? Diesen spannenden Fragen wollen Wissenschaftler auf dem internationalem Oskar Kellner Symposium 2011 in Warnemünde nachgehen und diskutieren. Von Freitag, 9. September bis Sonntag, 11. September 2011 laden Vertreter des Forschungsbereichs Ernährungsphysiologie "Oskar Kellner" vom Leibniz-Institut für Nutztierbiologie (FBN) in Dummerstorf zu einem Wissensaustausch ein.

Es ist bundesweit die erste Tagung, die Themen behandelt, die gleichermaßen für Interessierte aus dem Gebiet der Humanernährung als auch der Tierernährung von Bedeutung sind. Dabei soll auch diskutiert werden, wie beide Forschungsrichtungen voneinander profitieren können. Über 150 Experten aus über 20 Ländern mit Fachwissen aus der Human- und Tierernährung, der Tiermedizin, der Biologie, den Agrarwissenschaften und der Lebensmittelwissenschaft, werden zu einem Symposium mit insgesamt über 100 wissenschaftlichen Beiträgen erwartet. Es findet anlässlich des 100. Geburtstags des Tierernährungswissenschaftlers Oskar Kellner statt.

Das vollständige Programm zum Oskar Kellner Symposium 2011 ist im Internet unter http://oks.fbn-dummerstorf.de/ abrufbar.

Grundlegende physiologische Funktionsprinzipien der Nährstoffverarbeitung und Stoffwechselregulation sind beim Menschen und anderen Säugetieren gleich. Kenntnisse darüber können sowohl der Human- als auch der Tierernährung nutzen. Unterschiede ergeben sich für beide Forschungsrichtungen hingegen aus den Herausforderungen für die Zukunft: Während in der Humanernährung Ursachen und Folgen von Unter-, Fehl- und Überernährung beim Menschen im Vordergrund stehen, bildet die Erzeugung von Produkten tierischer Herkunft (zum Beispiel Milch, Fleisch, Eier) im Hinblick auf sich ändernde Umweltbedingungen einen Forschungsschwerpunkt der Tierernährung. Variablen wie Klimawandel, die Endlichkeit biologischer Ressourcen (zum Beispiel Wasserknappheit), die Verwendung von Nutzpflanzen als Energieträger, die Minimierung von Emissionen (zum Beispiel Methan) beeinflussen die Ernährung der Tiere wesentlich. Steigender Bedarf an Milch und Fleisch weltweit erfordert die nachhaltige Optimierung von tierischen Leistungen. Gleichzeitig steigen die Ansprüche des Verbrauchers an das Tierwohlbefinden.

Die Tagung beschäftigt sich thematisch mit der Programmierung von Gesundheit und Leistung durch Ernährung in frühen Lebensphasen. So spielen beispielsweise die Ernährung im Mutterleib sowie das Geburtsgewicht bei über 50 Prozent der chronischen Krankheiten im Erwachsenenalter, wie Herzerkrankungen, Diabetes, Fettleibigkeit, Knochenkrankheiten und auch bei der Immunabwehr und Darmfunktion eine wichtige Rolle. Weitere Themenschwerpunkte des Symposiums sind "Stoffwechselflexibilität und Regulation", sowie Nahrungsinhaltsstoffe für eine optimierte Gesundheitsspanne und Lebensleistung bei Mensch und Tier.

Das Symposium steht unter der Schirmherrschaft der Gesellschaft für Ernährungsphysiologie der Haustiere (GfE) und der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Es wird von verschiedenen Wirtschaftspartnern und der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziell unterstützt.

Oskar Kellner (1851-1911) wirkte als deutscher Agrikulturchemiker und Tierernährungswissenschaftler. Er gilt als Begründer der wissenschaftlichen Futterbewertung.

Leibniz-Institut für Nutztierbiologie (FBN)

Das Leibniz-Institut für Nutztierbiologie wurde 1993 als eine Stiftung öffentlichen Rechts gegründet und ist eine Einrichtung der Leibniz-Gemeinschaft. Zur ihr gehören zurzeit 86 Forschungsinstitute und wissenschaftliche Infrastruktureinrichtungen für die Forschung sowie drei assoziierte Mitglieder. Die Ausrichtung der Leibniz-Institute reicht von den Natur-, Ingenieurund Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Sozial- und Raumwissenschaften bis hin zu den Geisteswissenschaften. Leibniz-Institute arbeiten strategisch und themenorientiert an Fragestellungen von gesamtgesellschaftlicher Bedeutung. Bund und Länder fördern die Institute der Leibniz-Gemeinschaft daher gemeinsam. Die Leibniz-Institute beschäftigen etwa 16.100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon sind ca. 7.100 Wissenschaftler, davon wiederum 2.800 Nachwuchswissenschaftler. Näheres unter www.leibniz-gemeinschaft.de

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