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Pressemitteilung BoxID: 605623 (LBS Bayerische Landesbausparkasse Anstalt der Bayerischen Landesbank)
  • LBS Bayerische Landesbausparkasse Anstalt der Bayerischen Landesbank
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LBS Bayern kommt bei strategischer Ausrichtung auf das Niedrigzinsumfeld gut voran

Substanzstarkes Bausparneugeschäft / Fokus auf Finanzierungen

(lifePR) (München, ) Die LBS Bayern hat bei ihrer Ausrichtung auf ein anhaltendes Niedrigzinsumfeld wichtige Fortschritte erzielt. „Wir sind bei der Umsetzung unserer Strategie gut vorangekommen“, sagte der Vorstandsvorsitzende Dr. Franz Wirnhier bei der Bilanz-Pressekonferenz heute in München. Die Bayerische Landesbausparkasse setzt im Neugeschäft ausschließlich auf finanzierungsorientierte Tarife. Dem hohen Ertragsdruck durch die Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank begegnet die LBS unter anderem mit nachhaltigen Einsparungen bei den Sach- und Personalkosten.

Nach einem Rekord-Neugeschäft von 8,8 Milliarden Euro im Jahr 2015 strebt die LBS Bayern im laufenden Jahr eine Bausparsumme von etwa 8 Milliarden Euro an. 2015 habe es vor der Einführung der aktuellen Tariffamilie einen Schlussverkaufseffekt gegeben, der in diesem Jahr ohne Tarifeinführung fehle, erklärte Wirnhier den erwarteten Rückgang.

Die Geschäftsentwicklung entspreche dem allgemeinen Markttrend. Die Bau-sparkassen hätten ihre Produkte generell konsequent auf Finanzierungsvorsorge ausgerichtet. Tarife mit einer höheren Sparverzinsung spielten keine Rolle mehr. Dennoch gelinge es, das substanzstarke, werthaltige Neugeschäft auf hohem Niveau zu halten. „Bei den Bausparverträgen, die wir neu abschließen, beträgt der Guthabenzins in der Regel 0,1 Prozent. Damit liegt der Kernnutzen des Bausparvertrags klar im Fokus unserer Kunden“, so Wirnhier. „Die Menschen sparen Eigenkapital für den Erwerb und Erhalt von Wohneigentum und sichern sich die Darlehenszinsen für aktuelle und künftige Baufinanzierungen.“ Beleg dafür sei auch die durchschnittliche Bausparsumme, die beständig ansteigt: von 34.800 Euro im Jahr 2013 über 37.600 Euro im Jahr 2014 auf 46.800 Euro im Jahr 2015.

Aufwärtstendenz im Finanzierungsgeschäft

Im Finanzierungsgeschäft zeigt sich eine Aufwärtstendenz. Bei den Sofortkrediten rechnet die LBS mit einem deutlichen Wachstum des genehmigten Volumens gegenüber dem Vorjahr von 644 Millionen Euro auf rund 750 Millionen Euro. Bei den Bauspardarlehen werden voraussichtlich etwa 370 Millionen Euro zugesagt (2015: 357 Millionen Euro), der durch den jahrelangen Zinsverfall ausgelöste Rückgang scheint gestoppt. Vor allem Angebote, die Kunden mit älteren Verträgen die heutigen historisch niedrigen Zinsen eröffnen, sind dafür verantwortlich.

Besonderes Angebot für Kunden mit älteren Verträgen

Dazu gehört der Umstieg in das aktuelle Tarifwerk mit Nominalzinsen beim   Bauspardarlehen ab 1,4 Prozent. Durch den Wechsel profitieren Kunden derzeit in vielen älteren Tarifen doppelt: von den gutgeschriebenen hohen Sparzinsen ihres bisherigen Vertrags und den niedrigen Darlehenszinsen des neuen Tarifs. „Ein auf die verrückte Nullzinswelt zugeschnittenes Angebot, das sich für die Kunden und uns rechnet“, kommentierte Wirnhier. Insgesamt hätten über 50.000 Kunden mit älteren Bausparverträgen die diversen Umstiegsoptionen genutzt. Sie sicherten sich dadurch oft Vorteile von einigen tausend Euro.

Seit 1. Juli bietet die LBS Bayern Annuitätendarlehen an

Im Finanzierungsgeschäft sieht Wirnhier noch großes Potenzial: „In Zusammenarbeit mit den Sparkassen wollen wir die Nischen stärker besetzen, für die unsere Produkte maßgeschneidert sind: langlaufende Zinsbindungen ab zehn Jahren sowie Wohn-Riester-Finanzierungen und Modernisierungen. Staatlich geförderte Zinssicherheit bis zur letzten Rate ist ein schlagkräftiges Argument.“ Seit 1. Juli vergibt die LBS auch Annuitätendarlehen. Wirnhier: „Das ist besonders dann interessant, wenn Kunden langlaufende Zinsbindungen von über 10 Jahren wünschen.“ Nach dem novellierten Bausparkassengesetz können Annuitätendarlehen nun mit Bauspareinlagen refinanziert werden. „Nur Bausparkassen sind damit in der Lage, mehrere Finanzierungslösungen anzubieten: Bauspardarlehen, Bauspar-Sofortfinanzierungen und Annuitätendarlehen.“.

Druck durch Niedrigzinsumfeld hält an

Wegen des extremen Niedrigzinsumfelds bleibt das Betriebsergebnis der LBS Bayern unter Druck. Zwar konnte der Zinsaufwand 2015 um 20 Millionen Euro reduziert werden. Gleichzeitig sind aber zusätzliche Lasten entstanden. So mussten wegen der Neuregelung der Einlagensicherung dafür erstmalig über sechs Millionen Euro aufgebracht werden. Zudem sorgen die niedrigen Zinsen zwangsläufig für einen hohen Rückstellungsbedarf bei den Pensionsverpflichtungen. Das Betriebsergebnis vor Risikovorsorge lag 2015 bei 7,6 Millionen Euro, der Jahresüberschuss bei 4 Millionen Euro. „Es ist uns gelungen, 2015 die Substanz unseres Unternehmens zu stärken. So konnten wir – zusammen mit einem Gewinnvortrag aus dem Vorjahr – unsere Rücklagen um insgesamt 37,5 Millionen Euro aufstocken“, sagte Wirnhier. Auch im laufenden Jahr rechnet die Bayerische Landesbausparkasse mit einem positiven Betriebsergebnis.

Bei Einsparungen auf Kurs

„Wir stellen unsere LBS auf eine lange Phase extrem niedriger Zinsen ein“, betonte Wirnhier. „Durch das konsequente Umsetzen und weitere Optimieren unseres Maßnahmenplanes werden wir aus dieser Phase gestärkt hervorgehen: mit einem schlagkräftigen Vertrieb, mit einem modernen kundenorientierten Service, mit hoher Produktivität.“ Eine wichtige Rolle spielten die Einsparungen im Verwaltungsaufwand. Hier sei die LBS auf Kurs. 2015 lagen die direkt beeinflussbaren Sachkosten acht Millionen Euro unter dem Orientierungswert von 2013. Der Wegfall von 90 Vollzeitstellen, der bis Ende 2017 realisiert werden soll, werde schon 2016 geregelt sein.

Investitionsschwerpunkte Vertrieb und Digitalisierung

„Wir konzentrieren uns auf die Dinge, die unerlässlich sind. Und das ist – neben den gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Pflichten – alles, was wertschöpfend ist: der Service für unsere Kunden und ein starker Vertrieb“, erklärte Wirnhier.

Bei den digitalen Kanälen zum Kunden setzt die LBS vor allem auf die Integration passgenauer Module in die Internetfiliale der Sparkassen. Daneben werden die Online-Angebote durch verbesserte Servicemodule wie den Service-Chat oder die Online-Vertragsauskunft „Mein LBS-Bausparen“ optimiert. Derzeit wird intensiv an der Einführung einer Video-Legitimation und eines elektronischen Postfachs für die Kunden gearbeitet. Wirnhier: „Unsere Kunden können ihre Serviceanliegen über alle digitalen Zugangswege schnell und unkompliziert abwickeln.“

Seinen Außendienst richtet das Unternehmen neu aus, als mobilen Spezialvertrieb der Sparkassen-Finanzgruppe für Immobilienvermittlung, Wohnbaufinanzierung und Wohnvorsorge, mit schlanken Führungsstrukturen und einer noch engeren Zusammenarbeit mit den Sparkassen. Die bislang elf Vertriebsdirektionen des LBS-Außendienstes wurden zum 1. Juli 2016 zu vier Gebietsdirektionen  zusammengefasst. Ihre Präsenz an den prosperierenden Wirtschaftsstandorten mit dynamischen Immobilienmärkten wird verstärkt.

Überzogene Auflagen durch Wohnimmobilienkreditrichtlinie

Kritisch äußerte sich Wirnhier zur Wohnimmobilienkreditrichtlinie, die Ende März 2016 in Kraft getreten ist. Sie verschärft die gesetzlichen Anforderungen an die Kreditvergabe. Vor allem gelten nun noch strengere Kriterien für den Nachweis, dass ein Immobilienkäufer Zins und Tilgung dauerhaft aus seinem zu erwartenden Einkommen aufbringen kann. Auf den Objektwert der Immobilie kommt es dabei praktisch nicht mehr an. Außerdem belastet der Gesetzgeber den Beratungs- und Genehmigungsprozess mit umfangreichen neuen Informations- und Dokumentationspflichten. „Die Vergabe von Immobilienkrediten wird damit unnötig eingeschränkt“, beklagte Wirnhier. „Und das nur, weil die EU-Wohnimmobilienkreditrichtlinie besonders streng in deutsches Recht übertragen wurde.“ Die EU-Richtlinie würde es den Banken, Sparkassen und Bausparkassen durchaus erlauben, von einer übermäßig rigiden Bonitätsprüfung abzusehen, wenn der Kreditvertrag zum Bau oder zur Renovierung der belasteten Wohnimmobilie dient. Diese Option sei in Deutschland gestrichen worden, während Österreich sie übernommen habe. Der Gesetzgeber solle die Regeln auch hierzulande entsprechend anpassen, forderte Wirnhier. Der LBS-Chef verwies darauf, dass sich die restriktiven neuen Vorgaben in vielen Fällen gerade durch Bausparlösungen im Kundeninteresse handhaben ließen. Denn der Kernnutzen des Bausparvertrags sei es eben, die dauerhafte Tragbarkeit der finanziellen Belastungen aus einer Wohnbaufinanzierung zu gewährleisten: durch systematische Eigenkapitalbildung und langfristige Zinssicherung in Verbindung mit staatlichen Förderoptionen, vor allem mit Wohn-Riester.