Dienstag, 26. September 2017


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Kapitalmarktzinsen seit Tiefstand verdreifacht

LBS Bayern: Kräftige Zuwächse im Kreditgeschäft / Verstärkte Nachfrage nach langfristiger Zinssicherung

München, (lifePR) - Der jüngste Zinsanstieg an den Kapitalmärkten hat sich auch auf die Konditionen von Baufinanzierungen ausgewirkt. Die LBS Bayern stellt dadurch bereits eine verstärkte Nachfrage nach Sofortfinanzierungen fest, mit denen sich Bauherren und Immobilienkäufer feste Zinsen bis zur letzten Rate   sichern können. Im Bausparneugeschäft konzentriert sich die Bayerische Landesbausparkasse auf Kunden mit konkreten Finanzierungsabsichten.

„Die Anzeichen verdichten sich, dass Bauherren und Immobilienkäufer künftig wieder mit höheren Kosten bei der Finanzierung rechnen müssen“, sagte Dr. Franz Wirnhier, Vorstandsvorsitzender der LBS Bayern, anlässlich der Jahresabschluss-Pressekonferenz des Unternehmens in München. Der Referenzzinssatz für Interbankengeschäfte im Euro-Raum mit zehnjähriger Bindungsfrist (Euro-Mid-Swap), ein wichtiger Marktindikator, habe sich seit seinem Tiefstand von 0,25 Prozent inzwischen verdreifacht auf 0,76 Prozent (Stand: 1. Dezember). Die weitere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank und die Auswirkungen der Wirtschaftspolitik des künftigen US-Präsidenten Donald Trump seien derzeit schwer einzuschätzen. „Trotz dieser Unsicherheiten können Bausparer gelassen bleiben. Bausparen ist gerade im Zinstief ein hochattraktives Produkt für alle, die eine Immobilie finanzieren und sich dabei vor steigenden Zinsen schützen wollen“, betonte Wirnhier.

Bei ihren Sofortkrediten rechnet die LBS Bayern 2016 mit einem Wachstum des genehmigten Volumens von etwa 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf rund 800 Millionen Euro. „Seit die Zinsen anziehen, stellen wir sogar noch eine verstärkte Nachfrage fest“, so Wirnhier. Bei Annuitätendarlehen wird bis Jahresende voraussichtlich ein Volumen von 70 Millionen Euro zugesagt werden können. Dieses neue Produkt bietet die LBS Bayern seit 1. Juli 2016 über ihren eigenen Außendienst und seit Ende Oktober über die bayerischen Sparkassen an. Wirnhier: „Als  Bausparkasse der Sparkassen liegt unsere Kernkompetenz darin, langlaufende Finanzierungen darzustellen und kleinteilige Immobilienkredite zum Beispiel für Modernisierungen effizient zu bearbeiten. Die Sparkassen haben heuer diese spezielle Qualität in den Finanzierungslösungen für ihre Kunden verstärkt berücksichtigt. Mit dem Annuitätendarlehen komplettieren wir unsere Produktpalette für Wohnbaufinanzierer.“ Bei den Bauspardarlehen werde der durch den jahrelangen Zinsverfall bedingte Rückgang in diesem Jahr gestoppt. „Das gelingt vor allem deshalb, weil wir Kunden mit Verträgen, deren Darlehenszins nicht mehr dem heutigen Marktniveau entspricht, attraktive Angebote machen, mit denen sie in das aktuelle Tarifwerk umsteigen und so von den historisch niedrigen Zinsen beim Bauspardarlehen profitieren können.“ Das genehmigte Volumen wird hier voraussichtlich erneut um die 360 Millionen Euro liegen. 

Substanzstarkes Bausparneugeschäft

Im Bauspargeschäft hat sich die LBS Bayern konsequent auf Kunden ausgerichtet, die für einen späteren Finanzierungsbedarf Vorsorge treffen wollen oder bereits einen akuten Finanzierungswunsch haben. Bis Jahresende wird im Neugeschäft eine Bausparsumme von etwa 7,2 Milliarden Euro erwartet. Das ist ein Rückgang von rund 20 Prozent gegenüber 2015, als die Umstellung auf die neue Produktstrategie noch einmal einen kräftigen Schlussverkauf verursacht hatte, der die Vergleichsbasis verzerrt. „Vergleicht man in der Zeitreihe nur das Kerngeschäft, dann ist 2016 unser zweitbestes Absatzjahr. Dass wir das gewünschte werthaltige, substanzstarke Neugeschäft erzielen, zeigt sich auch an der hohen durchschnittlichen Bausparsumme von voraussichtlich über 52.000 Euro – ein Rekordwert. Unsere Kunden bilden gezielt mehr Eigenkapital und höhere Darlehensansprüche“, betonte Wirnhier.

Bausparen stabilisiert Finanzierungssystem in Deutschland

Angesichts von Bestrebungen in der Politik, Verwerfungen im Immobilien- und Finanzierungsmarkt mit neuen Regeln vorzubeugen, verwies Wirnhier auf die stabilisierende Wirkung des Bausparens in der Baufinanzierung: „Das Bausparen ist mit seiner starken gesetzlichen Kontrolle und Reglementierung bereits eine systemische Sicherungseinrichtung. Der Anteil der Kreditverluste an unserem Kreditbestand ist – mit 0,04 Prozent im Jahr 2015 – traditionell äußerst gering. Die Kultur der soliden Eigenkapitalbildung und langfristigen Zinssicherung, die der Bausparvertrag verkörpert und fördert, trägt ganz entscheidend dazu bei, dass in Deutschland die Wahrscheinlichkeit einer Immobilienblase gering ist.“ Es sei nachvollziehbar, dass zur Sicherung dieses bodenständigen Systems der Baufinanzierung zusätzliche Vorschriften in Kauf genommen werden müssten. Die Regulierungswelle der vergangenen Jahre sei aber auch eine Last, weil eine Vielzahl an Vorschriften und Auflagen nicht ausreichend differenziere zwischen global tätigen Großbanken und regionalen Kreditinstituten. „Regionalbanken wie die Sparkassen und Spezialkreditinstitute wie die Bausparkassen fahren viel  geringere Risiken als Großbanken. Das muss sich weiterhin in einer vergleichsweise niedrigen Eigenkapitalunterlegung ihrer Kreditgeschäfte und angemessenen regulatorischen Bestimmungen niederschlagen“, sagte Wirnhier.

Anreize für Wohneigentumsbildung sollten verbessert werden

Um den Engpässen auf den Wohnungsmärkten zu begegnen, seien die richtigen Impulse nötig. Dabei dürfe die in Deutschland extrem niedrige Wohneigentumsquote von 43 Prozent nicht aus dem Blickfeld geraten. Wirnhier: „Viel mehr Bürger streben Wohneigentum an, es ist die beliebteste Form der privaten Altersvorsorge. Zudem entlasten Selbstnutzer die angespannten Wohnungsmärkte.“ Die durch Eigenheimerwerb ausgelösten Umzugsketten erweiterten auch das Wohnraumangebot für Mieter.

„Wir plädieren schon seit längerem dafür, den Wohneigentumserwerb durch direkte Zuschüsse zu unterstützen, ergänzt um eine starke familienpolitische Komponente, zum Beispiel in Form einer Kinderzulage. Die Politik scheint nun auf diesem Weg zu sein.“ Die Bundeskanzlerin habe kürzlich mehr Wohneigentum als zentrales Zukunftsthema genannt. Bundesbauministerin Barbara Hendricks wolle Familien mit geringem und mittlerem Einkommen mit einem staat-lichen Eigenkapitalzuschuss von bis zu 20.000 Euro helfen, Wohneigentum in Regionen mit hohen Immobilienpreisen zu erwerben. Und die bayerische Staatsregierung habe einen Zuschuss von bis zu 12.000 Euro pro Kind ins Spiel gebracht. „Solche Vorschläge begrüßen wir sehr.“ Allerdings sei eine regionale Einschränkung nicht angebracht. „Wo will man die Grenze ziehen? Wieso soll der Immobilienerwerb auf dem Land gesellschaftlich weniger erwünscht sein als in den Ballungsräumen?“, fragte Wirnhier. Die Schwelle zu den eigenen vier Wänden sei auch außerhalb der Städte oft nicht niedrig. Günstigere Kaufpreise korrespondierten hier in der Regel auch mit geringeren Einkommen. Außerdem nehme Wohneigentumsbildung in ländlicheren Regionen Druck von den zum Teil extrem angespannten städtischen Wohnungsmärkten. „Es sollte eine einfache, spürbare und niemanden diskriminierende Lösung gefunden werden.“

Anpassungen bei der Sparförderung überfällig

Anpassungen seien auch bei der Sparförderung angezeigt. „Eine signifikante Anhebung von Einkommensgrenzen und Fördersätzen bei der Wohnungsbauprämie ist überfällig. Die Einkommensgrenzen sind seit 20 Jahren nicht mehr an die allgemeine Lohn- und Preisentwicklung angepasst worden, sodass viele ehemals Berechtigte aus der Förderung herausgewachsen sind.“ Die von der Bundesregierung geplanten Verbesserungen bei der Riester-Förderung seien richtig, aber auch beim Wohn-Riester gebe es Veränderungsbedarf. „Hier muss – als Reaktion auf das anhaltende Zinstief – der Rechnungszins beim Wohnförderkonto, das die geförderten Spar- und Tilgungsbeiträge erfasst, von 2 Prozent auf allerhöchstens 1 Prozent abgesenkt werden“, so Wirnhier.

Strategie wirkt: Robustes, nachhaltiges Geschäftsmodell

Auf die Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank habe die LBS Bayern mit ihrer „Nullzins-Strategie“ entschlossen reagiert, erklärte der Vorstandsvorsitzende. Alle Maßnahmen zusammengerechnet – Neugeschäft in niedrigverzinslichen Tarifen, Steigerungen im Kreditgeschäft, die Anpassung der Einlagenbestände und die Verringerung aller Aufwandspositionen – versetzten die LBS in die Lage, auch bei extrem niedrigen Zinsen anhaltend positive Betriebsergebnisse zu erzielen. „Das zeigt: Wir haben ein robustes, nachhaltiges Geschäftsmodell.“

Die LBS investiere laufend in Vertrieb und Kundenservice. Ein Schwerpunkt sei der Ausbau der sogenannten Integrierten Marktbearbeitung. Dabei beraten LBS-Handelsvertreter Kunden in den Sparkassen zu Bauspar- und Baufinanzierungsthemen. Diese Vertriebsschiene realisiert seit Jahren ein hohes Wachstum. 2016 werden die rund 80 Mitarbeiter ein Bausparneugeschäft von über 700 Millionen Euro vermitteln und nach 650 Millionen Euro im Vorjahr erneut einen Bestwert erreichen. Der LBS-Außendienst wurde mit schlanken Führungsstrukturen effizienter aufgestellt. „Mit seinen rund 300 Kundenberatern hat er ein großes Potenzial als mobiler Spezialvertrieb der Sparkassen-Finanzgruppe für Immobilienvermittlung, Wohnbaufinanzierung und Wohnvorsorge“, sagte Wirnhier. In diesem  Jahr werde der Außendienst ein Darlehensvolumen von rund 600 Millionen Euro an die LBS und die Sparkassen vermitteln. Ihre Marktzugänge auf den digitalen Kanälen der Sparkassen habe die LBS weiter ausgebaut. Auch die Digitalisierung von Service-Funktionen wie elektronisches Postfach oder Video-Identifizierung werde vorangetrieben.

LBS Bayerische Landesbausparkasse Anstalt der Bayerischen Landesbank

Die LBS Bayern ist mit 1,6 Millionen Kunden die führende Bausparkasse im Freistaat. Im Verbund mit den Sparkassen ist das Unternehmen seit über 85 Jahren ein bewährter Partner für Erwerber und Besitzer von Wohnimmobilien. Mit ihrer Expertise trägt die LBS Bayern wesentlich zu einer verlässlichen und krisenfesten Altersvorsorge der Menschen im Freistaat bei. Im Jahr 2015 vermittelte sie rund 190.000 neue Bausparverträge mit einer Bausparsumme von 8,8 Milliarden Euro. Als öffentlich-rechtliches Unternehmen sieht sich die LBS Bayern auch bürgerschaftlichem Engagement verpflichtet und ist langjähriger Partner der Benefizaktion "Sternstunden". Weitere Informationen im Internet unter www.lbs-bayern.de.

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