Sonntag, 17. Dezember 2017


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Doppelter Abiturjahrgang trifft Immobilienmarkt

G8-Effekt: Zusätzlicher Wohnraumbedarf für 10.000 Studenten

München, (lifePR) - LBS Bayern rechnet mit Wohnungsknappheit an Hochschulstandorten Aussetzung der Wehrpflicht erzeugt zusätzlichen Druck

Der doppelte Abiturjahrgang 2011 schlägt sich auf den Immobilienmarkt in Bayern nieder. Die deutlich höhere Zahl von Studenten wird an vielen Hochschulstandorten zu einem drastischen Nachfrageanstieg und Engpässen beim Wohnungsangebot führen, erwartet die LBS Bayern. Dies betrifft nicht nur Ein- und Zwei-Zimmer-Wohnungen, sondern auch größere Objekte, die von Wohngemeinschaften genutzt werden können. Insgesamt besteht nach Einschätzung der Landesbausparkasse ein Mehrbedarf an Wohnraum für rund 10.000 Studenten. "Die teils massiv wachsende Nachfrage nach Wohnungen wird sich vielerorts auch auf die Preise selbstgenutzter oder vermieteter Objekte auswirken", erklärt Dr. Franz Wirnhier, Sprecher der Geschäftsleitung der LBS Bayern.

2011 werden im Freistaat 79.000 junge Menschen ein Studium beginnen, prognostiziert das Bayerische Wissenschaftsministerium. Das sind rund 17.500 oder 28 Prozent mehr als im Jahr 2010. Insgesamt werden allein an den staatlichen Universitäten und Fachhochschulen über 210.000 Menschen eingeschrieben sein - mehr als je zuvor. Neben dem G8-Effekt wirkt sich hierbei auch die Aussetzung der Wehrpflicht aus. Sie wird demnach mindestens 5500 zusätzliche Studienanfänger in den Jahren 2011 und 2012 bringen.

Der Großteil der Studenten in Bayern - nämlich 58 Prozent - wohnt nicht im Elternhaus, einem Wohnheim oder zur Untermiete, sondern in einer eigenen Wohnung (allein oder mit Partner) oder in einer Wohngemeinschaft, wie aus der Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks hervorgeht. Dementsprechend ist damit zu rechnen, dass heuer rund 10.000 Studenten zusätzlich auf die Immobilienmärkte in Bayern drängen. Der Wunsch nach der eigenen Wohnung oder Wohngemeinschaft ist noch weit höher. 83 Prozent der Studenten in Deutschland würden demnach gerne in einer dieser Wohnformen leben. Damit kommt Studenten eine erhebliche Bedeutung auf den Immobilienmärkten zu. Dabei spielt auch eine Rolle, dass Eltern Eigentumswohnungen kaufen, die zunächst an die eigenen Kinder vermietet werden und langfristig als Kapitalanlage geplant sind. Zugleich hat sich vielerorts bereits in den vergangenen Jahren eine Wohnraum-Knappheit ergeben, weil der Neubau unter dem tatsächlichen Bedarf lag. So werden nach Berechnungen des Forschungsinstituts Empirica jährlich 42.000 neue Wohnungen in Bayern benötigt. Tatsächlich liegen die Neubauzahlen aber weit unter diesem Wert. 2010 näherten sie sich mit voraussichtlich 37.000 erstmals seit vielen Jahren wieder dem Bedarf an.

Dies begünstigt vielerorts steigende Preise bei Wohnungen in zentrums- und hochschulnahen Lagen. Schon jetzt zählen laut der Sozialerhebung sieben bayerische Großräume zu den 50 deutschen Hochschulstandorten, an denen Studenten die höchsten Mieten bezahlen müssen. Dies sind München, Augsburg, Regensburg, Erlangen-Nürnberg, Würzburg, Passau und Bamberg. Vom G8-Effekt betroffen sind nach Einschätzung der Landesbausparkasse auch Eichstätt, Ingolstadt, Bayreuth und Aschaffenburg.

Die LBS Bayern geht davon aus, dass auch in den kommenden Jahren nicht mit einer wesentlichen Entspannung der Situation zu rechnen ist. Denn auch 2012 wird eine überdurchschnittlich hohe Zahl von 75.000 Studienanfängern erwartet. Prognosen des Wissenschaftsministeriums zufolge werden die Studierendenzahlen an den staatlichen bayerischen Universitäten und Fachhochschulen bis 2016 auf rund 250.000 steigen und bis 2020 nicht mehr erheblich sinken. "An den Hochschulstandorten in Bayern bleiben Wohnungen weiter sehr gefragt", erklärt LBS-Chef Wirnhier.

Vom G8-Effekt betroffene Hochschulstandorte im Überblick

Ort LBS-Einschätzung
Aschaffenburg Durch die Nähe zu Frankfurt ist Wohnraum ohnehin gefragt. Das Mietniveau ist hoch. Dieser Effekt wird noch verstärkt.
Augsburg Plätze in Studentenwohnheimen sind rar. Gleichzeitig übersteigt die Nachfrage nach 1- und 2-Zimmer-Wohnungen das Angebot deutlich.
Bamberg

Massiv betroffener Standort. Die Nachfrage nach Wohnungen ist erheblich. Studenten müssen sich auf Probleme bei der Wohnungssuche einstellen.
Bayreuth Gerade kleine Wohnungen sind nur in geringer Zahl am Markt verfügbar, werden aber stark nachgefragt. Hohe Mieten begünstigen ein Ausweichen in den Käufermarkt.
Eichstätt Die Nachfrage durch Studenten hat zu teilweise hohen Mieten bei kleinen Wohnungen geführt. Das Angebot im Markt ist begrenzt.
Erlangen-Nürnberg

Vor allem in Erlangen besteht ein Nachfragedruck durch Studenten am Immobilienmarkt. Dies führt teilweise zu Ausweichtendenzen nach Fürth.
Ingolstadt Der Immobilienmarkt ist stark durch Audi geprägt. Hier ist mit zusätzlichem Nachfragedruck zu rechnen.
München Eine große Zahl von Single-Haushalten und hohe Preise sorgen für eine besonders starke Nachfrage nach kleinen Wohnungen. Das Angebot reicht aber bei weitem nicht aus.
Passau Erheblich betroffener Standort. Der Markt für zentrums- und hochschulnah gelegene Wohnungen ist nahezu leergefegt.
Regensburg Massiv betroffen. Seit Jahren extrem starke Nachfrage nach Wohnraum bei einem sehr begrenzten Angebot.
Würzburg Schon in den vergangenen Jahren hatten Studenten Probleme, Wohnungen zu finden. Weitere Verschärfung ist zu erwarten.

LBS Bayerische Landesbausparkasse Anstalt der Bayerischen Landesbank

Die LBS Bayern ist mit 1,5 Millionen Kunden und einem Marktanteil von 40 Prozent beim Neugeschäft die führende Bausparkasse im Freistaat. Im Verbund mit den Sparkassen ist das Unternehmen seit über 80 Jahren ein bewährter Partner für Erwerber und Besitzer von Wohnimmobilien. Mit ihrer Expertise trägt die LBS Bayern wesentlich zu einer verlässlichen und krisenfesten Altersvorsorge der Menschen im Freistaat bei. Im Jahr 2010 vermittelte sie rund 228.000 neue Bausparverträge mit einer Bausparsumme von 7,95 Milliarden Euro. Zum Jahresende 2010 befanden sich rund 2 Millionen Bausparverträge mit einer Bausparsumme von fast 55 Milliarden Euro im Bestand. Weitere Informationen im Internet unter www.lbs-bayern.de.

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