Nahverkehr in Bayern / 365-Euro-Ticket für Jugendliche in Ballungsräumen

Bevölkerung auf dem Land darf nicht abgehängt werden!

(lifePR) ( München, )
Der LBO begrüßt grundsätzlich die Förderung von Bus und Bahn im Ausbildungsverkehr, sorgt sich aber um die Bevölkerung in ländlichen Gebieten. Auch in der Fläche sind Jugendliche auf ein funktionierendes öffentliches Verkehrssystem angewiesen. Die Bevölkerung auf dem Land darf verkehrlich nicht abgehängt werden. Hier stellt  der Schülerverkehr mit einem Anteil von 80% das Rückgrat des ÖPNV dar.

Die Bayerische Staatsregierung will das 365-Euro-Jahresticket für Schüler und Auszubildende ab dem Schuljahr 2020/21 auf die sechs größten Ballungsräume in Bayern ausweiten. Neben Nürnberg sollen auch München, Augsburg, Regensburg, Ingolstadt und Würzburg das Ticket einführen können. Der Freistaat bietet den Kommunen an, zwei Drittel der hieraus entstehenden Mindereinnahmen auszugleichen.

„Verkehrs- und klimapolitisch ist es richtig, Jugendlichen das Bus- und Bahnfahren schmackhaft zu machen, die Politik muss aber aufpassen, dass die Schere zwischen Stadt und Land nicht noch mehr auseinanderklafft. Auch in der Fläche muss der öffentliche Nahverkehr nachhaltig gefördert werden, um gleichwertige Lebensverhältnisse und soziale Chancengleichheit für alle Bürger in ganz Bayern zu schaffen“, so LBO-Geschäftsführer Stephan Rabl. „Neben tarifpolitischen Maßnahmen braucht auch der ländliche Raum ein attraktives Leistungsangebot und eine flächendeckende Infrastruktur“, fordert Rabl.

Gerade in ländlichen Gebieten sind Jugendliche ohne eigenes Auto auf ein funktionierendes öffentliches Verkehrssystem angewiesen. Das ÖPNV-Angebot entscheidet dort maßgeblich über die freie Wahl der schulischen und beruflichen Ausbildung. Doch schon seit Jahren sind die Mobilitätsressourcen ungleich verteilt. Die ÖPNV-Angebote im ländlichen Raum wurden immer mehr ausgedünnt. Dies belegt unter anderem die hohe Zahl an Führerschein-Sondergenehmigungen für Minderjährige in ländlichen Gebieten. Wie eine aktuelle Anfrage der Bayern SPD ergab, wurden beispielsweise in Niederbayern im Jahr 2018 sage und schreibe 379 Sondergenehmigungen erteilt, während in Oberbayern - mit fast viermal so viel Einwohnern - nur 35 Minderjährige vorzeitig einen Führerschein erhielten.

Die Kluft zwischen Stadt und Land darf nicht noch größer werden. Mobilität ist ein soziales und wirtschaftliches Grundbedürfnis des Menschen, denn sie ermöglicht die Teilhabe am öffentlichen Leben. Der LBO fordert daher einen flächendeckenden Ausbau des ÖPNV-Angebots im ländlichen Raum mit einer regelmäßigen Haltestellenbedienung sowie eine bessere Vernetzung und Abstimmung des Liniennetzes mit anderen Mobilitätsangeboten. „Der öffentliche Nahverkehr ist eine Grundvoraussetzung, um die räumliche Gerechtigkeit zwischen den Regionen sicherzustellen“, so LBO-Geschäftsführer Rabl.
Für die oben stehenden Pressemitteilungen, das angezeigte Event bzw. das Stellenangebot sowie für das angezeigte Bild- und Tonmaterial ist allein der jeweils angegebene Herausgeber (siehe Firmeninfo bei Klick auf Bild/Meldungstitel oder Firmeninfo rechte Spalte) verantwortlich. Dieser ist in der Regel auch Urheber der Pressetexte sowie der angehängten Bild-, Ton- und Informationsmaterialien.
Die Nutzung von hier veröffentlichten Informationen zur Eigeninformation und redaktionellen Weiterverarbeitung ist in der Regel kostenfrei. Bitte klären Sie vor einer Weiterverwendung urheberrechtliche Fragen mit dem angegebenen Herausgeber. Bei Veröffentlichung senden Sie bitte ein Belegexemplar an service@lifepr.de.