Mittwoch, 24. Mai 2017


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Nachhaltigkeit: Landwirte checken ihre Betriebe

Niedersächsische Institutionen gehen mit neuem Bewertungssystem in die Offensive

(lifePR) (Oldenburg, ) Heute (8. Juli) gaben die Präsidenten und Vorsitzenden mehrerer niedersächsischer Institutionen den von ihnen gemeinsam entwickelten Nachhaltigkeitscheck Landwirtschaft (NaLa) offiziell frei. Das als NaLa bezeichnete System soll Landwirte dabei unterstützen, ihren Betrieb auf Nachhaltigkeit zu checken und dieses auch zu dokumentieren. Zukünftig könnten Landwirte, die beispielsweise Milch, Rindfleisch und Kartoffeln erzeugen, von Seiten ihrer Marktpartner mit Checklisten für jeden Betriebszweig konfrontiert werden. Doppelungen seien dabei nicht auszuschließen, so die Initiatoren des Systems. Der Nachhaltigkeitscheck hingegen erfasst den gesamten Betrieb.

Der Check ist ein gemeinsames Projekt der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, des Landvolks Niedersachsen Landesbauernverband e.V., der Arbeitsgemeinschaft der Beratungsringe Weser-Ems e.V., der Arbeitsgemeinschaft für Landberatung e.V., des Landfrauenverbands Weser-Ems e.V. und des Niedersächsischen Landfrauenverbands Hannover e.V.

Der Freigabe des Systems ging ein Praxistest durch sechs Berater der beteiligten Organisationen auf 30 landwirtschaftlichen Betrieben voraus. Die Pflege und Weiterentwicklung des Systems regelt eine Kooperationsvereinbarung zwischen den Herausgebern. Der Nachhaltigkeitscheck steht den Landwirten ab sofort zur Verfügung.

Landwirte werden als Lieferanten zunehmend mit Nachhaltigkeitsanforderungen konfrontiert. Mit dem Nachhaltigkeitscheck können sie vorhandene Aufzeichnungen und Ergebnisse nutzen, um den Aufwand bei der Datenerfassung möglichst gering zu halten. Zudem zeigt das System Nachhaltigkeitsdefizite und -stärken eines Betriebes auf. Auf Verbesserungsmöglichkeiten werden die Nutzer direkt hingewiesen.

Positiv zu beurteilen ist laut der Herausgeber zudem, dass Landwirte bezüglich einer nachhaltigen Wirtschaftsweise in die Offensive gehen. Mit Hilfe des Checks müssen sie nicht länger abwarten, bis ihnen Nachhaltigkeitsanforderungen diktiert werden, sondern legen selbst ihre Nachhaltigkeitsleistungen offen.

Marktpartner können den Check als Grundmodul für ihre Nachhaltigkeitssysteme nutzen. Dadurch wird Doppelarbeit für Marktpartner und Landwirte vermieden. Außerdem können Marktpartner Kosten bei der Entwicklung und Einführung eigener Systeme sparen und sich darüber hinaus sicher sein, dass die Nachhaltigkeitsanforderungen von den berufsständischen Organisationen mitgetragen werden.

Der Check geht über eine Ja/Nein-Abfrage hinaus. Für jede der insgesamt 50 Nachhaltigkeitsanforderungen enthält er einen Bewertungs- und Punkterahmen. Jeder Punkt ist mit messbaren Indikatoren hinterlegt. Die einzelnen Anforderungen sind den drei Bereichen Umwelt und Tierwohl, Wirtschaftlichkeit sowie Arbeits- und Lebensbedingungen zugeordnet.

Das System wird von den Herausgebern laufend aktualisiert. Auf der Merkerliste (das sind bereits in Vorbereitung befindliche Anforderungen, die noch nicht aufgenommen worden sind) stehen beispielweise das Antibiotikamonitoring, die Teilnahme an der Initiative Tierwohl und die Anpassungen bei der Düngeverordnung.

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