"Fokus Balkan" - LVR-Auszubildende "entscheiden" über künftige EU-Beitrittskandidaten

Planspiel zur EU-Osterweiterung mit dem NRW-Europa-Abgeordneten Jens Geier

(lifePR) ( Köln, )
Bei einem Planspiel hatten Auszubildende des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) Gelegenheit, sich mit den komplexen Entscheidungsprozessen rund um eine mögliche Erweiterung der Europäischen Union (EU) Richtung Osten näher vertraut zu machen. Dies auch vor dem Hintergrund, dass sich politische Entscheidungen der EU auf alle innerstaatlichen Ebenen auswirken und somit auch unmittelbar Relevanz für den LVR als höheren Kommunalverband entfalten können. Beispielhaft verwies der Erste Landesrat und LVR-Dezernent für Personal und Organisation, Reiner Limbach, bereits in seiner Begrüßung auf eine Klage der Sparkasse in Spanien vor dem Europäischen Gerichtshof. Mit dessen Entscheidung für eine Erfassungspflicht von Arbeitszeiten sind Auswirkungen auch auf den LVR verbunden.

Um die eigenen Nachwuchskräfte für das Thema Europa frühzeitig zu sensibilisieren und ihre „Europafähigkeit“ zu schulen, bot der LVR das Planspiel an, das bereits im vergangenen Jahr erfolgreich war. Zudem stellen in Zeiten eines wiedererstarkenden Populismus in Europa und auch in Deutschland vertiefte Kenntnisse über demokratische Strukturen und Meinungsfindungsprozesse ganz wesentliche Ausbildungsinhalte dar. Durch die Übernahme unterschiedlicher Rollenprofile mit fiktiven, aber realitätsnahen Positionen unterschiedlicher politischer Lager erlebten die Teilnehmenden in simulierten Gremiensitzungen interaktiv, was es bedeutet, über nationale Grenzen hinweg einen Konsens finden und vertreten zu müssen.

Inhaltlich lag der Fokus in diesem Jahr auf dem Balkan. Die mitwirkenden 26 Azubis konnten spielerisch nachvollziehen, wie es wäre, bestimmten Staaten wie Bosnien und Herzegowina, Montenegro sowie Serbien eine entsprechende Beitrittsperspektive zu eröffnen oder zu verweigern. Dafür schlüpften die Verwaltungsnachwuchskräfte in verschiedene Rollen und repräsentierten die wichtigsten Organe der EU – nämlich EU-Kommission, EU-Parlament und den Rat der Europäischen Union. Dabei zeigte sich, dass Kompromisse oftmals schwer zu finden sind.

Im Anschluss hatten die Auszubildenden zudem Gelegenheit, mit dem jüngst wiedergewählten Europa-Abgeordneten aus Essen, Jens Geier, über das Erlebte zu sprechen und ihn nach seinem generellen Arbeitsalltag in Brüssel und Straßburg, aber natürlich auch zu den topaktuellen Entwicklungen rund um den künftigen Vorsitz in der EU-Kommission und die erfolgte Konstituierung des neuen EU-Parlaments zu befragen. Im Gespräch mit dem Abgeordneten offenbarte sich dann schnell, an welchen Stellen das Planspiel nahe an die parlamentarische Wirklichkeit gekommen war und wo Unterschiede bestanden. In seinem Ausblick auf eine künftige EU mahnte Jens Geier mehr europäische Solidarität innerhalb der europäischen Staatenfamilie an: So habe ein Kompromiss früher immer als pragmatische Lösung bei widerstreitenden Interessen gegolten. Heute würden viele Staats- und Regierungschefs darin zunächst vor allem den Verlust von eigenen Vorteilen und nationalen Interessen sehen.

LVR-Dezernentin und Kämmerin Renate Hötte griff in ihrem Schluss-Statement diesen Solidaritätsgedanken auf, indem sie auf das langjährige ehrenamtliche Engagement in Osteuropa aus dem LVR-Umfeld verwies, beispielsweise über den Verein zur Förderung von Einrichtungen für Behinderte im Ausland e. V. und dessen Unterstützung der lokalen Behindertenhilfe in Bulgarien. Ergänzend sagte Hötte: „Es ist wichtig, auch in der jungen Generation ein Bewusstsein für die Sinnhaftigkeit kommunaler ‚Heranführungshilfe‘ für potentielle EU-Mitgliedstaaten in Osteuropa zu schaffen. Diese Notwendigkeit hat auch der LVR-Landschaftsausschuss mit seinem Beschluss zu den neuen Richtlinien der sogenannten LVR-Europa-Projektförderung einmal mehr unterstrichen.“

Hintergrundinformation:

Das nächste Planspiel für LVR-Auszubildende soll im kommenden Jahr stattfinden.

Der LVR ist ein moderner Arbeitgeber des öffentlichen Dienstes mit rund 19.000 Beschäftigten an mehr als 100 Standorten im Rheinland. Im Jahr 2016 haben 1.391 Menschen eine Ausbildung beim LVR absolviert. Das Bewerbungsverfahren für Ausbildungsplätze in der Verwaltung für das Jahr 2020 wird in Kürze gestartet. Nähere Informationen hierzu können auf www.ausbildung.lvr.de entnommen werden.
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