Samstag, 23. September 2017


  • Pressemitteilung BoxID 665559

Der Expertentipp im August - Die Experten der Landesvereinigung der Bayerischen Milchwirtschaft klären jeden Monat Fragen rund um die Milch. Hans Schmaus, Milch- und Käseexperte der LVBM, zur Frage: Warum wird die Milch bei Gewitter sauer?

München, (lifePR) - Die Antwort ist zu finden in der Zeit, als es noch keine Kühlschränke gab und die Milch nicht ausreichend gekühlt werden konnte. Da Gewitter meistens an heissen, schwülen Sommertagen entstehen, steigen auch die Temperaturen in der Milch. Damit verbunden erhöht sich auch die Aktivität der natürlich in der Milch vorkommenden Milchsäurebakterien. Diese wandeln den Milchzucker in Milchsäure um, senken somit den ph-Wert und tragen dazu bei, dass die Milch schneller umkippt, wenn diese nicht gekühlt wird. Wer also seinen Einkauf zu lange im warmen Auto liegen lässt, riskiert auch heute noch, dass die Milch sauer wird.

Ähnliches wird auch von der Sahne behauptet. Sie wird bei Gewitter nicht richtig steif. Allerdings ist die Sahne kein Opfer des Gewitters, sondern fällt den Temperaturschwankungen zum Opfer. Sind beim Schlagen der Sahne zu hohe Temperaturen im Spiel, kann sich das Milchfett leichter von der Buttermilch trennen und wird somit zu Butter und nicht steif. Es kann auch passieren, dass sich die Sahne nach dem Aufschlagen zu schnell wieder verflüssigt und somit zerläuft.

Es gibt aber auch noch eine andere Theorie. Diese besagt, dass das Umkippen der Milch auch mit dem Auftreten sogenannter Sferics zu tun hat. Unter Sferics versteht man kurze elektromagnetische Impulse, welche sich über einige hundert Kilometer messen lassen können und welche hauptsächlich bei Gewittern entstehen. So wird auch angenommen, dass die Sferics mit dem Auftreten von Wetterfühligkeiten zu tun haben. Allerdings ist dieses Phänomen und seine Wirkung auf biologische Systeme noch nicht abschließend wissenschaftlich geklärt und bietet daher Raum für Spekulationen.

Aber was lernen wir daraus? Milch kann heute genauso bei einem Gewitter sauer werden wie vor 500 Jahren.

 

Landesvereinigung der Bayerischen Milchwirtschaft e. V.

Seit 1956 setzt sich die LVBM für Qualität, Genuss und Erfolg der heimischen Milchprodukte ein und bietet ihren Mitgliedern - Verbänden von Erzeugern, verarbeitenden Betrieben, Handel und Verbrauchern - ein Dach für gemeinsamen Austausch. Sie bündelt die Interessen der Organisationen, die in der bayerischen Milchwirtschaft tätig sind, fördert den Absatz von Milcherzeugnissen, informiert Verbraucher und Multiplikatoren über Produkte, Rezepte und aktuelle Fragen der Ernährung. Den Vorsitz der Landesvereinigung der Bayerischen Milchwirtschaft hat seit Januar 2014 Günther Felßner inne. Dr. Maria Linderer ist Geschäftsführerin des Verbandes mit Sitz im "Haus der Milch" in München.
Die Milchwirtschaft ist ein wichtiger Faktor für die Wirtschaft im Freistaat: circa 8,8 Mio. Tonnen Milch wurden 2016 an 81 Molkereien und Betriebsstätten angeliefert sowie verarbeitet. Über 30.000 milcherzeugende Betriebe existieren in Bayern.*
Mehr Informationen unter www.milchland-bayern.de

*Quellen: 2016: Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft; Statistisches Bundesamt

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