Samstag, 23. September 2017


BJV: Rettet das Niederwild! - Die Wachtel - schon bald auf dem Rückflug in die Sahara - Informationen über einen Hühnervogel, der rar geworden ist

Feldkirchen, (lifePR) - Es wird Herbst - viele Zugvögel wie die Mauersegler haben sich längst schon auf den Weg in den Süden gemacht. Auch die Wachtel, der einzige Zugvogel unter den heimischen Hühnervögeln, ist reisefertig. Kurz nur hält sie sich zur Brutzeit in Bayern auf und ist ab September bereits wieder auf dem Rückzug. Sie überwintert südlich der Sahara. Dabei ziehen die Vögel nachts in kleinen Gruppen, nur ihre "Zugrufe" verraten sie.

Wer die Wachtel schon einmal gesehen hat, kann von Glück sprechen. Das kleine, starengroße Feldhuhn ist perfekt getarnt und in der Feldflur kaum zu entdecken. Es gibt seine Anwesenheit meist nur mit seinem typischen dreisilbigen Wachtelschlag "pick-wer-wick" preis. Männchen und Weibchen sind erdbraun, tragen helle Längsstreifen auf dem Rücken und sind nur mit geschultem Kennerblick zu unterscheiden: Der Kopf des Männchens ist kontrastreicher gezeichnet; außerdem hat er eine dunkle Kehle. Die Wachtel ernährt sich hauptsächlich von Sämereien, Getreidekörnern und Insekten.

In Bayern ist die Wachtel nur mehr lückenhaft verbreitet. Am häufigsten ist ihr Ruf aus Getreidefeldern, Wiesen, Zuckerrübenäckern oder Kartoffelschlägen zu hören. Sie fliegt meist flach über den Boden und ist an ihren typischen schnellen Schlägen mit ihren relativ langen, gebogenen Flügeln zu erkennen. Allerdings fliegt sie nur selten, denn selbst bei Gefahr duckt sie sich lieber und flüchtet zu Fuß.

Ende Mai bis Anfang Juni legen die Wachteln bis zu 14 Eier in flache, mit dürrem Gras ausgekleidete Bodenmulden, die sie 18 bis 20 Tage bebrüten. Wachteln sind polygame Vögel, der Hahn beteiligt sich nicht an der Aufzucht der Jungen. Die Henne kümmert sich alleine um den Nachwuchs, bis dieser nach rund 19 Tagen flugfähig ist. Nach etwa vier bis sieben Wochen beginnen die Küken, selbstständig ihrer Wege zu gehen.

Wachteln sind die Verlierer!

Wachteln gehören zu den so genannten Verlierern in unserer Kulturlandschaft. Die Aufgabe extensiver Bewirtschaftung, die Umwandlung von Feldern in große Schläge, frühe und häufigere Wiesenmahd während der Brut- und Aufzuchtzeit und das mehrmalige Abschlegeln von Graswegen, Ackerrandstreifen, Grabenböschungen und Grünstreifen haben zu einem Einbruch der Bestände geführt. Denn gerade die Vielfalt an Wildkräutern mit ihrem Insekten- und Samenreichtum wäre wichtig im Lebensraum der Wachtel. Eine Bereicherung für diese Hühnerart ist die Anlage von lockeren Blühstreifen mit reichhaltigem Insektenleben und wildkräuterreichen Ackerrändern.

Wichtig ist auch eine konsequente Bejagung von Fuchs, Marder, Hermelin, Rabenkrähen und Elstern. Sie schützt nicht nur die Wachtel, sondern viele, vom Aussterben bedrohte Wildarten, denen diese Fressfeinde nachstellen.

Wachteln unterliegen dem Jagdrecht, genießen aber eine ganzjährige Schonzeit.

Landesjagdverband Bayern e.V.

Der Landesjagdverband Bayern e. V. ist der Verband der Jäger Bayerns und vertritt etwa 46.500 Jägerinnen und Jäger in Bayern. Als staatlich anerkannter Naturschutzverband wirkt der Bayerische Jagdverband offiziell bei Naturschutzangelegenheiten mit.

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