Donnerstag, 19. Oktober 2017


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Tierschutz geht vor Regulierung

Revierübergreifend auf Wildschweine jagen / Muttertierschutz beachten

Stuttgart, (lifePR) - "Wir dürfen uns nicht auf der Rekordstrecke der letzten Saison ausruhen, sondern müssen daran anknüpfen und Sauen weiter intensiv bejagen", erklärte der Landesjagdverband Baden-Württemberg heute in Stuttgart. Folge auf das enorme Nahrungsangebot jetzt ein milder Winter, dann könnten Wildschweine ohne entsprechende Jagd ihre Zahl regional bis zum nächsten Herbst verdreifachen, sagt Landesjägermeister Dr. Dieter Deuschle.

Auch wenn die Notwendigkeit anerkannt wird, die Wildschweinbestände zu reduzieren, legt der Landesjagdverband jedoch größten Wert darauf, den gesetzlich festgelegten Elterntierschutz zu beachten. So sind weibliche Wildschweine - sogenannte Bachen - jeglichen Alters, die unselbstständigen Nachwuchs führen, für die Bejagung tabu. Er verweist in diesem Zusammenhang auf die Gemeinsamen Empfehlungen zum Muttertierschutz, die auf seiner Webseite www.landesjagdverband.de <http://www.landesjagdverband.de/> veröffentlicht sind.

Das rekordverdächtige Angebot an Eicheln und Bucheckern - die Vollmast - beschert Wildschweinen in diesem Herbst ein Festessen: Auf einem Hektar Waldboden türmen sich derzeit bis zu 11 Tonnen Eicheln und Bucheckern. Einher geht damit ein erhöhter Fortpflanzungserfolg dank üppigem Winterspeck. Der Landesjagdverband appellierte daher heute in Stuttgart an die Jäger, das Winterhalbjahr verstärkt für revierübergreifende Gemeinschaftsjagden auf Wildschweine zu nutzen - insbesondere in Waldrevieren. Das Überangebot an Nahrung erschwert die Einzeljagd, da Schwarzkittel nur sporadisch Lockfütterungen, sogenannte Kirrungen, aufsuchen und selten den deckungsreichen Wald verlassen.

Eine intensive Wildschweinjagd ist wichtig, um Wildschäden auf landwirtschaftlichen Feldern einzudämmen und das Schweinepest-Risiko regional auf ein Minimum zu reduzieren. Die effektive Kontrolle der Wildschweinbestände ist laut Landesjagdverband eine Gemeinschaftsaufgabe von Jägern, Staatsforst, Landwirten und Naturschutz. "Bejagungslücken können wir uns nicht leisten. Eine flächendeckende Bejagung ist nach wie vor zwingend erforderlich", betonte Landesjägermeister Dr. Deuschle.

Frischlinge und Überläufer ohne Nachwuchs - also Jungtiere - sollten mindestens 80 Prozent der Gesamtstrecke ausmachen, da diese zu großen Teilen für das Anwachsen der Schwarzwildbestände verantwortlich sind. Um dieses Ziel in der Praxis flächendeckend zu erreichen sollten Abschussgebühren für Frischlinge gänzlich entfallen und die obligatorischen Trichinenproben kostenlos sein.

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