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Pressemitteilung BoxID: 423025 (Landeshauptstadt München)
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Münchner Wirtschaft: Größtes Beschäftigungswachstum seit zwölf Jahren

(lifePR) (München, ) .

Wichtigste Ergebnisse des mehr als 70 Seiten umfassenden Münchner Jahreswirtschaftsberichts 2013 sind:
- Die Wirtschaft Münchens entwickelte sich im Jahr 2012 insgesamt sehr positiv, auch wenn die Wirtschaftsentwicklung Deutschlands deutlich abgeschwächt verlief.
- Am deutlichsten zeigt sich die positive Entwicklung bei der Beschäftigung: Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung stieg 2012 um 3,4 Prozent, das entspricht einem Plus von rund 24.400 zusätzlichen Beschäftigungsverhältnissen - das ist der höchste Anstieg in den letzten zwölf Jahren!
- Insbesondere der Dienstleistungssektor konnte vor allem bei den unternehmensbezogenen Dienstleistungen ein deutliches Beschäftigungswachstum verzeichnen.
- Die Arbeitslosigkeit entwickelte sich rückläufig: Sie sank auf 4,6 Prozent im Agenturbezirk München.
- Folgeeffekt der wirtschaftlichen Prosperität in der Stadt ist, dass die Mieten und Immobilienpreise weiter ansteigen.

1. Wirtschaftsentwicklung - allgemeine Wirtschaftsdaten

1.1 München im Städtevergleich

Nationale und internationaler Untersuchungen und Standortvergleiche bestätigten München seit Jahren eine hervorragende wirtschaftliche Entwicklung und Lebensqualität. Allein seit Herbst letzten Jahres hat die Landeshauptstadt in einer Vielzahl von Rankings wieder einmal den ersten oder einen der vorderen Plätze belegt.

1.2 Kaufkraft

München hat die größte Kaufkraft im Vergleich der bundesdeutschen Großstädte. Mit 26.128 Euro je Einwohner liegt sie 29 Prozent über dem bundesdeutschen Durchschnitt. Mit deutlichem Abstand folgen Düsseldorf (24.078 Euro je Einwohner, 19 Prozent über dem Bundesdurchschnitt) und Frankfurt (23.165 Euro je Einwohner, 14 Prozent über dem Bundesdurchschnitt). München ist dabei von drei der fünf kaufkraftstärksten Landkreise Deutschlands umgeben (Starnberg, Ebersberg, Landkreis München).

1.3 Dynamik von Produktion und Unternehmen am Standort

Um die Gründungsdynamik eines Wirtschaftsstandortes abzubilden wird auf den Indikator der Gewerbeanmeldungen zurückgegriffen.

Unternehmensgründungen liefern einen wichtigen Beitrag zur Innovationstätigkeit eines Standortes und schaffen neue Arbeitsplätze
- Bei den Gewerbeanmeldungen zeigt sich in München eine leichte Abschwächung der Entwicklung, wobei die Anmeldezahlen des Vorjahres außergewöhnlich hoch lagen. Insgesamt sank die Zahl der Gewerbeanmeldungen in München im Jahr 2012 um 7,1 Prozent auf 23.140. Diese Entwicklung folgt dem bundesweiten und bayernweiten Trend, wo ebenfalls Rückgänge, die jedoch höher als die Münchens lagen, zu verbuchen waren.
- Der Saldo aus Gewerbean- und Gewerbeabmeldungen vermittelt einen Eindruck von der regionalen Gründungsdynamik; hier zeigt sich, dass diese in den letzten drei Jahren in München auf hohem Niveau lag.
- 17,5 Prozent aller bayerischen Gewerbeanmeldungen finden in der Landeshauptstadt statt.
- Nach dem massiven Rückgang der Unternehmensinsolvenzen im Vorjahr gingen in München im Jahr 2012 die Unternehmensinsolvenzen nochmals um 1,2 Prozent zurück. Insgesamt waren 489 Unternehmensinsolvenzen in München zu verzeichnen.
- Auffällig ist dabei, dass in München die Zahl der von Insolvenz betroffenen Arbeitnehmer rückläufig war; sie ging um 37 Prozent (580 Personen) zurück, während in Bayern die Zahl der von Insolvenz betroffenen Arbeitnehmer um 17 Prozent anstieg.
- In der Stadt sind rund 93.500 Unternehmen angesiedelt.

1.4 Kommunale Finanzen

Die robuste konjunkturelle Entwicklung Deutschlands hat sich auch auf die Finanzsituation Münchens ausgewirkt.
- Insgesamt flossen 5,2 Mrd. Euro in den städtischen Haushalt, wobei die Steuereinnahmen den größten Posten darstellen. Positiv entwickelten sich 2012 die beiden wichtigsten Steuern, die Gewerbeund die Einkommenssteuer, die so das hohe Niveau der Vorjahre halten konnten: die Gewerbesteuereinnahmen lagen im vergangenen Jahr bei 1,7 Mrd. Euro, die Einkommenssteuereinnahmen bei 823 Mio. Euro. Für das laufende Jahr wird bei beiden Positionen von einer Erhöhung ausgegangen.
- Im Jahr 2012 wurden 281 Mio. Euro Schulden getilgt. Für das laufende Jahr ist keine Neuverschuldung geplant. In den sieben Jahren seit dem Schuldenhöchststand im Jahr 2005, hat die Landeshauptstadt München über 2 Milliarden Euro Schulden getilgt. Die Pro-Kopf-Verschuldung liegt mit 946 Euro auf dem niedrigsten Stand seit 1987.
- Dabei liegt das Investitionsvolumen der Landeshauptstadt München weiterhin auf hohem Niveau; so wurde für das Mehrjahresinvestitionsprogramm (MIP) für die Jahre 2012 bis 2016 ein Investitionsvolumen von 3.360 Mio. Euro beschlossen. Im Städtevergleich der kommunalen Investitionen nimmt München damit weiterhin einen Spitzenplatz ein.

2. Arbeitsmarkt

2.1 Arbeitslosigkeit und Beschäftigung

Der Arbeitsmarkt hat sich im Agenturbezirk München gegenüber dem Vorjahr leicht positiv entwickelt:
- Die jahresdurchschnittliche Arbeitslosenquote sank im Jahr 2012 um 0,1 Prozentpunkte und lag bei 4,6 Prozent. Damit ist der niedrigste Stand an Arbeitslosigkeit im Zehn-Jahres-Vergleich erreicht. Allein seit 2009, dem rezessionsbedingten Höhepunkt an Arbeitslosigkeit ist die Zahl an Arbeitslosen um rund 7.100 gesunken, das entspricht einem Rückgang von 14,5 Prozent (von 48.868 im Jahresdurchschnitt 2009 auf 41.782 im Jahresdurchschnitt 2012).
- Für 2013 geht die Arbeitsagentur München davon aus, dass sich der Münchner Arbeitsmarkt weiterhin robust entwickeln wird und die Chancen einen Arbeitsplatz zu finden in München bundesweit am höchsten sind.
- Auf dem Ausbildungsmarkt kam es sowohl in Deutschland wie in München zu einem Rückgang an abgeschlossenen Ausbildungsverträgen: Im Agenturbezirk München sank die Zahl der Neuabschlüsse um 3,5 Prozent. Die Gründe für diesen Rückgang sind vielfältig: die nachlassende Wirtschaftskonjunktur wird dafür ebenso verantwortlich gemacht, wie die demografische Entwicklung. Im Jahr 2012 blieben aber auch wieder Ausbildungsplätze unbesetzt: für insgesamt 1.800 Ausbildungsplätze im Agenturbezirk München konnte kein Bewerber gefunden werden. Dies bedeutet einen Anstieg gegenüber dem Vorjahr um 450 unbesetzte Plätze.

Mit diesen Arbeitsmarktzahlen führt München auch weiterhin im bundesweiten Großstadtvergleich die Statistik an. Keine Großstadt über 500.000 Einwohner hat eine geringere Arbeitslosenquote.

Das beeindruckendste Ergebnis stellt jedoch die Entwicklung der Beschäftigtenzahlen Münchens im letzten Jahr dar. Insgesamt wurde ein Plus von 24.387 SV-Beschäftigten verzeichnet. Das entspricht einer Zunahme von 3,4 Prozent. Damit ist absolut wie relativ die höchste Beschäftigungszunahme der letzten zwölf Jahre erreicht und das, obwohl die allgemeine wirtschaftliche Lage in Deutschland zwar positiv, aber dennoch sehr verhalten verlief. Dies zeigt deutlich, welch führende Rolle und welche Spitzenposition die Münchner Wirtschaftsentwicklung in Deutschland einnimmt. Sozialversicherungspflichtige Stellen werden nur geschaffen, wenn die Unternehmen davon ausgehen, dass diese Stellen am Standort nicht nur kurzfristig, sondern auch längerfristig benötigt und auch besetzt werden können - beides trifft für den Standort München zu! Mit diesem Ergebnis hat München das bereits im Vorjahr überaus positive Beschäftigungswachstum nochmals übertroffen. In den letzten beiden Jahren kam es somit zu einem Plus von knapp 40.000 zusätzlichen SV-Beschäftigten allein in der Landeshauptstadt.

Doch auch die Wirtschaftsregion sorgt für ein ständiges Beschäftigungswachstum: im Jahr 2012 lag die Zunahme in der Region bei 3,3 Prozent. Damit haben 31 Prozent des bayerischen Beschäftigungswachstums im Jahr 2012 in der Wirtschaftsregion München stattgefunden. 20 Prozent des Beschäftigungswachstums sind auf die LHM zurückzuführen.

2.2 Beschäftigungsentwicklung im Verarbeitenden Gewerbe und im Dienstleistungssektor

- Wenn man die soeben beschriebene Beschäftigungszunahmen nach Branchen analysiert, so fällt auf, dass das Produzierende Gewerbe ein Plus von rund 1 Prozent (1.080 Stellen) aufweist. Das Gros des Beschäftigungszuwachses fand 2012 jedoch im Dienstleistungssektor statt, wo sich die Zunahme auf 3,9 Prozent belief, was einem Stellenzuwachs von 23.006 Stellen entspricht.
- Der Beschäftigungsanteil im Produzierenden Gewerbe in München liegt bei 17,2 Prozent. Auch wenn dieser Anteil auf den ersten Blick niedrig erscheinen mag, so liegt München damit doch vor anderen vergleichbaren Großstädten: Die Beschäftigungsanteile im Jahr 2012 lagen in Berlin bei 15,4 Prozent sowie in Hamburg und Köln bei jeweils 16,5 Prozent. Lediglich Stuttgart weist mit einem Anteil von 19,8 Prozent einen höheren Beschäftigungsanteil im Produzierenden Gewerbe auf.

Warum kommt dem Verarbeitenden Gewerbe in einer Stadtwirtschaft eine so wichtige Rolle zu? Das Verarbeitende Gewerbe hat eine bedeutende und tragende Rolle in einer Stadtwirtschaft inne: der Umsatzanteil (laut Umsatzsteuerstatistik) liegt bei 51 Prozent am gesamten, in München erwirtschafteten, versteuerbaren Umsatz.
Damit ist das Verarbeitende Gewerbe Impulsgeber und Motor für eine Vielzahl sich anschließender Dienstleistungsprodukte insbesondere im Bereich der wirtschaftsnahen Dienstleistungen.

Genau dieser Bereich der wirtschaftsnahen Dienstleistungen (in der Beschäftigtenstatistik zu finden unter "Freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen") hat einen Beschäftigungszuwachs von 10,2 Prozent oder 9.500 zusätzlichen Beschäftigten. Dies ist absolut wie relativ die größte Steigerung im Vergleich aller Wirtschaftsbranchen.

3. Der Münchner Immobilienmarkt

3.1 Büroimmobilien

- Der Büroflächenumsatz im Jahr 2012 liegt bei 715.000 Quadratmetern - ein solides Ergebnis, auch wenn es einen Rückgang gegenüber dem Vorjahr bedeutet, in dem allerdings ein Rekordumsatz erreicht wurde. München liegt mit diesem Ergebnis zum wiederholten Mal und mit deutlichem Abstand an der Spitze aller deutschen Bürostandorte.
- Laut Gutachterausschuss für Grundstückswerte wurde im Jahr 2012 der historisch bisher höchste Gesamtumsatz am Münchner Immobilienmarkt (Wohnungsbau und Gewerbebau eingeschlossen) mit einem Gesamtvolumen von 9,9 Mrd. Euro erreicht. Somit wurde das bereits herausragende Vorjahresergebnis nochmals übertroffen.
- Der Leerstand auf dem Büroimmobilienmarkt ist im Jahr 2012 nochmals gesunken. Die Leerstandsquote beträgt 6,9 Prozent (rund 1,37 Millionen Quadratmeter Fläche).
- Die durchschnittlichen Büromieten steigen weiter an und werden nach Einschätzung von Fachleuten 2013 bei 18,20 Euro je Quadratmeter liegen.
- Für das laufende Jahr ist, eine solide konjunkturelle Entwicklung vorausgesetzt, von einem Flächenumsatz von rund 600.000 Quadratmetern auszugehen.

3.2 Wohnungsmarkt

- 2012 wurden neue Preisspitzen auf dem Münchner Wohnungsmarkt erreicht. Die Erstbezugsmieten für Wohnungen mit gutem Wohnwert stiegen um 5,1 Prozent auf 14,50 Euro je Quadratmeter - gegenüber den anderen deutschen Großstädten weist München leider auch hier Spitzenwerte auf.
- Die Entwicklung des Wohnungsmarktes wird wesentlich von der Baurechtsschaffung und den Baugenehmigungen beeinflusst. Im Jahr 2012 wurde Baurecht für 3.258 Wohnungen geschaffen. Die Zahl der Baugenehmigungen konnte auch 2012 wieder über der Zielzahl von 7.000 Wohneinheiten gehalten werden: insgesamt wurden im vergangenen Jahr Baugenehmigungen für 7.549 Wohnungen erteilt.
- Im Rahmen des wohnungspolitischen Handlungsprogramms 'Wohnen in München V' werden für den Programmzeitraum von 2012 bis 2016 insgesamt 800 Mio. Euro bereitgestellt.

4. Zusammenfassung und Ausblick

München und die hier ansässigen Unternehmen partizipieren nicht nur am Aufschwung Deutschlands, sie sind auch ein Motor des Aufschwungs. Am eindrucksvollsten hat sich dies im letzten Jahr am Münchner Arbeitsmarkt gezeigt: mit einer Steigerung von 3,4 Prozent bei der Beschäftigung, das sind mehr als 24.000 zusätzliche Stellen, wurde ein neuer Beschäftigungshöchststand erreicht.

Diese insgesamt positiven Entwicklungen für München kommen nicht von ungefähr: Der Wirtschaftsstandort München verfügt über ein sehr breites Fundament. Fast alle für die deutsche Volkswirtschaft bedeutenden Wirtschaftszweige sind in München nicht nur vertreten, sondern bilden hier sogar Branchenschwerpunkte. Dazu zählen die Elektrotechnik, der Fahrzeugbau, die Luftfahrt sowie der IuK- und Mediensektor.

Hervorzuheben ist dabei, dass diese Branchen ihre Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten in München konzentrieren.

Die Stadt wird ihre Stellung im nationalen und internationalen Wettbewerb behaupten, wenn es weiterhin gelingt,
- das Produzierende Gewerbe und das Handwerk am Standort zu halten,
- die Wachstumspotenziale der kleinen und mittleren Unternehmen zu fördern,
- auch für Hightech-Unternehmen und die global agierenden Großkonzerne der richtige Standort zu bleiben.