Dienstag, 17. Juli 2018


Weniger Antibiotika-Gebrauch in Baden-Württemberg

Stuttgart, (lifePR) - Innerhalb von Deutschland gibt es deutliche regionale Unterschiede im Antibiotika-Gebrauch. Während bundesweit in öffentlichen Apotheken in 2016 12,6 definierte Tagesdosen pro 1.000 Versicherte und Tag (DID) an oralen Antibiotika abgegeben wurden, waren es in Baden-Württemberg nur 11,7 DID. „Es ist erfreulich, dass die baden-württembergischen Ärzte so verantwortungsvoll mit Antibiotika umgehen“, sagt Dr. Günther Hanke, Präsident der Landesapothekerkammer Baden-Württemberg.

Die Menge der in öffentlichen Apotheken 2016 bundesweit abgegebenen Antibiotika ist mit der Anzahl der Vorjahre vergleichbar. Es waren rund 12,6 definierte Tagesdosen pro 1.000 Versicherte und Tag (dose per 1000 inhabitants per day, DID) an oralen Antibiotika zu Lasten der Gesetzlichen Krankenversicherung. Im Vergleich dazu wurden 2012 rund 13,1 und 2014 rund 12,8 DID abgegeben. Das ergab eine Auswertung des Deutschen Arzneiprüfungsinstituts e. V. (DAPI) anlässlich des Europäischen Antibiotikatags. Verordnungen auf Privatrezepten wurden nicht erfasst.

Auch innerhalb von Europa gibt es immense Unterschiede im Antibiotika-Gebrauch. Im Jahr 2015 wurden in den Niederlanden im ambulanten Bereich nur 10,7 DID abgegeben. Spitzenreiter war Griechenland mit 36,1 DID. Der die Bevölkerungszahlen berücksichtigende Mittelwert lag in ganz Europa bei 22,4 DID. „Diese Zahlen sind nicht eins zu eins mit unseren aktuellen Ergebnissen vergleichbar, zum Beispiel weil in der aktuellen Auswertung des DAPI Verordnungen von Zahnärzten nicht berücksichtigt wurden und sich die Auswertung auf oral angewendete Antibiotika beschränkte. Aber die Tendenz ist klar: In Deutschland werden Antibiotika erfreulicherweise zurückhaltender verordnet als in den meisten anderen europäischen Ländern“, sagt Hanke.

Werden Antibiotika falsch eingesetzt, können sie ihre Wirksamkeit verlieren. So sind Antibiotika nur wirksam gegen Bakterien. Bei viralen Infekten sind Antibiotika hingegen nutzlos. Immer häufiger kommt es zu Infektionen durch resistente Bakterien, bei denen die klassischen Antibiotika nicht mehr wirken. Hanke: „Apotheker beraten ihre Patienten zum richtigen Umgang mit Antibiotika. Das trägt dazu bei, dass sich weniger Resistenzen entwickeln.“ Unter www.lak-bw.de ist ein Flyer mit dem Titel “7 Tipps für den richtigen Umgang mit Antibiotika” verfügbar. Dazu gehört unter anderem, dass Antibiotika nur nach ärztlicher Verordnung eingenommen werden.

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