Donnerstag, 25. Mai 2017


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„Mehr Vertrauen in Inhalte“ – Publikation zu Regulierungsfragen für digitale Medien

Konkrete Handlungsempfehlungen vor allem für den Schutz von Kindern

(lifePR) (Düsseldorf, ) Über aktuelle Wege, das Vertrauen für Inhalte digitaler Medien wie das Internet zu steigern, informiert eine neue Publikation. Darin werden konkrete Handlungsempfehlungen vor allem für den Schutz von Kindern formuliert. Die Veröffentlichung wurde von der Landesanstalt für Medien NRW (LfM) und dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien der Bundesregierung (BKM) mit Unterstützung der Europäischen Kommission unter dem Titel "Mehr Vertrauen in Inhalte. Das Potenzial von Ko- und Selbstregulierung in Deutschland" herausgegeben.

Die Publikation bündelt zusammengefasst Handreichungen einer europäischen Medienexpertenkonferenz, die der BKM anlässlich der deutschen EU-Ratspräsidentschaft im Mai 2007 in Leipzig veranstaltet hat. Mit der wissenschaftlichen Begleitung und Dokumentation der Konferenz haben BKM und LfM das Hans-Bredow-Institut (Dr. Wolfgang Schulz, Dr. Thorsten Held), Hamburg, beauftragt.

Die Konferenz ging u. a. der Frage nach, welche Schritte notwendig sind, das Vertrauen in Online-Angebote zu sichern bzw. zu steigern und wie mehr Vielfalt bei Angeboten gewährleistet werden kann. So sollten zum Beispiel Kindern nur solche Inhalte angeboten werden, die so weit wie möglich positiv und ihrem Alter entsprechend sind: ein spezieller "Raum für Kinder". Hierfür können etwa die deutsche Initiative "Ein Netz für Kinder" oder das niederländische Projekt "Mijn Kind online" als Vorbilder gelten.

Medien werden aufgefordert, sich ihrer Verantwortung für vertrauenswürdige Inhalte stärker bewusst zu werden als bislang. Schließlich sollten staatliche und öffentliche Stellen mit privatwirtschaftlichen Anbietern intensiver zusammenarbeiten. Die Studie schlägt hierzu Maßnahmen der Ko- und Selbstregulierung vor. So genannte "Best Practice"-Beispiele seien, so ein Ergebnis, die Regulierungspraxis für Werbefragen in Großbritannien und Frankreich sowie die Arbeit der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) in Deutschland. Allerdings fehlten noch häufig Anreize für die Industrie, sich an solchen Koregulierungssystemen zu beteiligen.

Wolfgang Schulz (Hans-Bredow-Institut) sagte: "Angebote im Internet spielen eine immer größere Rolle auch in der Medienwelt jüngerer Kinder. Dennoch wird beklagt, dass es zu wenig kindgerechte Angebote gibt und Kinder zu großen Risiken durch beeinträchtigende Angebote ausgesetzt sind. Beides zu ändern ist eine anspruchsvolle Regulierungsaufgabe. Um ihrer Lösung näher zu kommen, bündelt die Publikation das Wissen europäischer Experten."

LfM-Direktor Norbert Schneider betonte, das Internet sei ein Medium, dass keine nationale Grenzen kenne. "Deshalb braucht es grenzüberschreitende Anstrengungen, um mögliche Risiken für Nutzer zu vermeiden. Der Erfahrungsaustausch und die Zusammenarbeit zunächst auf europäischer Ebene sind dringend notwendig, um hier erfolgreich zu sein", sagte er weiter. Die LfM werde diesen Prozess weiterhin unterstützen.

Wolfgang Schulz, Thorsten Held (Hrsg.):
Mehr Vertrauen in Inhalte. Das Potential von Ko- und Selbstregulierung in den digitalen Medien.
Berlin: Vistas 2008, Schriftenreihe Medienforschung der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen, Band 59, 217 Seiten.
ISBN 987-3-89158-479-8. 15,- Euro

http://www.leipzig-eu2007.de/

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