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Pressemitteilung BoxID: 344531 (Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM))
  • Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM)
  • Zollhof 2
  • 40221 Düsseldorf
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Medienkommissionssitzung vom 31. August 2012

(lifePR) (Düsseldorf, ) .
Inhalt:

- Medienstaatssekretär Marc Jan Eumann zu Gast bei der Medienkommission: „Föderalismus für die Gewährleistung von Medienvielfalt besonders wichtig“
- Forschungsprojekt „Faszination Scripted Reality“ wird an die Universität Hohenheim vergeben
- Regionalisierte Programmelemente bei Unitymedia: Testbetrieb um einen Monat verlängert
- Schleichwerbung: Beanstandung gegen die center.tv Heimatfernsehen Köln GmbH & Co.KG
- Lokalfunk im Kreis Düren und im Erftkreis: Verlängerung der Zulassung

Medienstaatssekretär Marc Jan Eumann zu Gast bei der Medienkommission: "Föderalismus für die Gewährleistung von Medienvielfalt besonders wichtig"

Nordrhein-Westfalens Medienstaatssekretär Dr. Marc Jan Eumann hat sich für eine Stärkung der plural zusammengesetzten Gremien bei der Aufsicht über den privaten Rundfunk ausgesprochen. Angesichts von komplexen Themen wie etwa der Digitalisierung seien die Anforderungen an die Medienaufsicht gestiegen, sagte Eumann bei seinem Besuch der Medienkommission in der Landesanstalt für Medien NRW (LfM) heute in Düsseldorf.

"Von zentraler Bedeutung ist daher eine handlungsfähige und vor allem unabhängige Medienkommission, die gestärkt und abgesichert werden muss. Regionale Besonderheiten des Medienmarktes, zum Beispiel bei Lokal- oder Bürgermedien, verlangen sach- und ortsnahe Entscheidungen - eine wichtige Aufgabe der Landesmedienanstalten. Deshalb kommt dem Föderalismus für die Gewährleistung von Medienvielfalt eine besondere Bedeutung zu", sagte Eumann.

Die Vorsitzende der Medienkommission, Dr. Frauke Gerlach, betonte, es bleibe eine große Herausforderung, die Belange von Mediennutzerinnen und -nutzern in einer digitalisierten Mediengesellschaft zu berücksichtigen. Sie wiederholte ihre Forderung, "Instrumente zu entwickeln, um Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass Medienanstalten mit ihren ehrenamtlich tätigen Gremienmitgliedern einen Beitrag zur Wertevermittlung im Netz leisten können. Die Transformationsprozesse von der analogen hin zur digitalen Welt müssen wir als gesellschaftlich verfasste Gremien an maßgeblicher Stelle so mitgestalten, dass sie auch gesellschaftlich verträglich sind und gleichzeitig die Freiheit des Netzes gewährleisten."

Die Medienkommission der LfM ist neben dem Direktor das zweite Organ der Medienanstalt. Das Gremium besteht aus 28 ordentlichen und 28 stellvertretenden Mitgliedern. Die ehrenamtlich tätigen Mitglieder bilden damit das Aufsichtsgremium, in etwa vergleichbar mit dem Rundfunkrat des WDR. Die Medienkommission berät und entscheidet zum Beispiel über die Vergabe von Übertragungskapazitäten an Veranstalter, über die Kabelbelegung, über Forschungsprojekte etc.

Video-Statement zum Thema Medienvielfalt von Dr. Marc Jan Eumann.

Video-Statement zur Position von Gremien von Dr. Frauke Gerlach.

Informationen zur Medienkommission finden Sie hier.

Forschungsprojekt "Faszination Scripted Reality" wird an die Universität Hohenheim vergeben

Das neue Forschungsprojekt der Landesanstalt für Medien NRW (LfM) "Faszination Scripted Reality - Realitätsinszenierung und deren Rezeption durch Heranwachsende" wird von der Universität Hohenheim durchgeführt. Diese Vergabeentscheidung traf die Medienkommission der LfM unter dem Vorsitz von Dr. Frauke Gerlach in ihrer Sitzung am 31. August 2012 in Düsseldorf.

Mit dem Projekt soll einerseits das Programmangebot an Scripted Reality-Formaten hinsichtlich der Realitäts-Inszenierungsmerkmale erforscht, aber auch die Rezeption dieser Formate durch Heranwachsende analysiert werden. Die Erkenntnisse aus der Angebotsanalyse können für die Programmaufsicht der Medienanstalten besonders nützlich sein, da Rezipientinnen und Rezipienten immer häufiger die fließenden Grenzen von Realität und Fiktion kritisieren. Kennzeichnungen und deutliche Hinweise werden gefordert und können mit den Projektergebnissen zielgerichteter umgesetzt werden. Auch können für die medienpädagogische Arbeit der LfM und anderer Institutionen Erkenntnisse aus dem Forschungsprojekt nutzbar gemacht werden.

Um Pädagogen zeitnah Informationen über diese TV-Formate und deren medienpädagogische Bearbeitungsmöglichkeiten an die Hand zu geben und damit in ihrer Arbeit zu unterstützen, ist in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft zur Förderung des internationalen Jugend- und Bildungsfernsehens e. V. die zweite Ausgabe der Reihe tv.profiler zum Thema Scripted Reality erarbeitet worden. Diesen können Sie hier aufrufen.

Regionalisierte Programmelemente bei Unitymedia: Testbetrieb um einen Monat verlängert

Der von der Unitymedia NRW GmbH beantragte Modell- und Betriebsversuch für regionalisierte Programmelemente im Kabelnetz wird um einen Monat verlängert. Dies beschloss die Medienkommission der Landesanstalt für Medien NRW (LfM) heute in Düsseldorf und entsprach damit einem entsprechenden Antrag von Unitymedia.

Danach kann Unitymedia noch bis Ende September eine neue Technologie zur regionalen Einfügung von Inhalten wie zum Beispiel regionalisierte Werbeschaltungen in bundesweit verbreitete Programme testen. Der Versuch findet in Kooperation mit der ProSiebenSat.1 Media AG und der WestCom Media Group (als Regionalprogramm) statt.

Der Modellversuch dient dazu, die Einspeisung speziell für NRW zugeschnittener regionaler Inhalte in bundesweiten TV-Programmen zu testen.

Schleichwerbung: Beanstandung gegen die center.tv Heimatfernsehen Köln GmbH & Co.KG

Wegen Schleichwerbung beanstandet die Landesanstalt für Medien NRW (LfM) die Ausstrahlung der Sendereihe "Rheinzeit" im Programm "center.tv Köln". Die Medienkommission der Landesanstalt für Medien NRW (LfM) stellte in ihrer Sitzung am 31. August 2012 in Düsseldorf diesen Verstoß fest.

Zwischen dem 16. und 20. April 2012 sind im Programm von "center.tv Köln" Beiträge gesendet worden, die sich im Zusammenhang mit dem "Tag gegen Lärm" dem Thema "Hörakustik" gewidmet haben. Dabei wurde eine Hörakustikfirma aus Köln prominent in den Beiträgen platziert und der Fokus alleinig auf diese Firma gelegt. Die Medienkommission fasste dies als Missachtung des Schleichwerbeverbots auf und fordert den Sender auf, den Verstoß künftig zu unterlassen.

Lokalfunk im Kreis Düren und im Erftkreis: Verlängerung der Zulassung

Die Medienkommission der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) hat in ihrer Sitzung am 31. August 2012 in Düsseldorf beschlossen, die Zulassung für "Radio Rur" und "Radio Erft", die lokalen Hörfunkprogramme im Kreis Düren und im Erftkreis, um je fünf Jahre zu verlängern.

Gleichzeitig wurde für diese Verbreitungsgebiete auch die Verlängerung der Zulassung des Rahmenprogramms von radio NRW beschlossen.