Von Glasschälchen zu Maßarbeit: 125 Jahre Kontaktlinsen

(lifePR) ( Berlin, )
Vor 125 Jahren wurden die ersten Kontaktlinsen erfunden. Als störende Glasschälchen gestartet, sind moderne Kontaktlinsen so verträglich wie nie zuvor. Seit Beginn der 90er Jahre hat sich der Anteil der Kontaktlinsenträger in Deutschland nahezu verdoppelt. Heute tragen rund 3,4 Millionen Bundesbürger die unsichtbaren Sehhelfer.

Auch der Zeitraum, über den Kontaktlinsen getragen werden, vergrößert sich allmählich, so die aktuelle KGS-Allensbachstudie zum "Sehbewusstsein der Deutschen". Durchschnittlich tragen Kontaktlinsennutzer ihre Sehhelfer seit 13,6 Jahren. Drei Jahre zuvor lag diese Dauer noch bei 10 Jahren. Dies dürfte auch der steigenden Qualität von Kontaktlinsen sowie der Entwicklung individueller und computergestützter Anpassmethoden geschuldet sein.

Zu Beginn war die Glaslinse

1887 experimentierte der Physiker Adolf Eugen Fick erstmals mit aus Glas geblasenen "Contactschalen", die zwar die Sehleistung verbesserten, aber vom Tragegefühl nahezu unerträglich waren. Anfang des 20 Jahrhunderts, wurden die Schalen etwas verträglicher, die Bruch- und Verletzungsgefahr blieb jedoch. Erst Ende der 20er Jahre setzten sich dünne, durchsichtige Kunststoffe als Linsenmaterial durch, die für längere Zeit auf dem Auge verbleiben konnten. Seitdem wurde kontinuierlich an einer verbesserten Optik und Verträglichkeit der unsichtbaren Brille gefeilt.

Sehr gute Verträglichkeit

Voraussetzung für gesundes, langes Kontaktlinsentragen bleibt trotz modernster Materialien die Anpassung bei einem Spezialisten. Denn das Material allein macht noch keine gute Linse. Nur wenn die Linse richtig sitzt, die passende Größe hat und gut auf dem Auge gleitet, wird das Auge ausreichend mit Sauerstoff und Feuchtigkeit versorgt und bleibt gesund.

Unkomplizierter Wechsel mit der Brille

Die gestiegene Verträglichkeit von Weichlinsen ermöglicht auch den Wechsel mit der Brille. Da die Eingewöhnungszeit wegfällt, kann beliebig zwischen sichtbarer und unsichtbarer Sehhilfe gewechselt werden. So steigt dann auch der Anteil der Brillenträger, die gelegentlich zu Kontaktlinsen greifen: lag er 2008 noch bei 64 Prozent, gaben 2011 rund 71 Prozent an, "Wechselträger" zu sein.
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