Mittwoch, 22. November 2017


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Kunsthaus Zürich zeigt «Deftig Barock»

Vom 1. Juni bis 2. September 2012 zeigt das Kunsthaus Zürich die von Bice Curiger kuratierte Themenausstellung «Deftig Barock. Von Cattelan bis Zurbarán. Manifeste des prekär Vitalen» / Eine Gegenüberstellung von rund 100 Werken der Kunst des 17. Jahrhund

Zürich, (lifePR) - Schon vor ihrer Berufung als Direktorin der Kunst-Biennale von Venedig 2011 arbeitete Bice Curiger am Konzept einer Ausstellung, die zeitgenössischen Gemälden, Skulpturen, Filmen und Installationen Kunst aus dem 17. Jh. gegenüberstellt. Die Präsentation im Kunsthaus Zürich betont das «Deftige», denn Curiger wählt das Thema der Vitalität, des Existenziellen, die in der Literatur über den Barock immer wieder zitierte Lebensnähe! Mit «Deftig Barock» soll der Begriff des Barock herausgelöst werden aus der stilgeschichtlichen Betonung. Das Ausstellungskonzept bricht mit vielen Clichés: es geht nicht um Pomp, Schnörkel und Gold, sondern um «Manifeste des prekär Vitalen» - um verlorene, projizierte, gelebte, wiedererkannte, «bedrohte» Vitalität, in welcher der Tod omnipräsent ist.

KEIN NEOBAROCKER STIL

Die Gegenüberstellung von Alten Meistern mit der Gegenwart birgt Versuchungen, denen sich die Kuratorin bewusst entzieht. Curiger verzichtet auf platte Analogien, Formvergleiche, Motivgegenüberstellungen oder das Beschwören sogenannter ewiger Werte. Ihre Selektion proklamiert keinen «Neobarocken Stil». Die Künstlerinnen und Künstler lassen sich nicht mit dem gängigen «Barock-Etikett» behaften. Maurizio Cattelan, Robert Crumb, Nathalie Djurberg, Urs Fischer, Tobias Madison, Paul McCarthy, Boris Mikhailov, Marilyn Minter, Albert Oehlen, Cindy Sherman, Juergen Teller, Diana Thater, Ryan Trecartin, Oscar Tuazon sind alle mit neuen oder neueren Werken vertreten.

LEIHGABEN AUS LONDON, WIEN, MADRID

Aus dem 17. Jh. sind Werke ausgewählt, die den Betrachter heute mit einer auffälligen Direktheit ansprechen. Die Leihgaben kommen aus bedeutenden Museen wie dem Prado in Madrid, der National Gallery in London, dem Kunsthistorischen Museum in Wien u.a. Einige Überraschungen stammen aus privaten Sammlungen. Der Schwerpunkt liegt bei niederländischen, italienischen und spanischen Meistern: Pieter Aertsen und Monsù Desiderio, Dirck van Baburen, Adriaen Brouwer, Gerrit van Honthorst, Alessandro Magnasco, Bartolomeo Passerotti, José de Ribera, Jan Steen, Abraham Teniers, David Teniers d.J., Simon Vouet, Jusepe de Ribera, Francisco de Zurbarán und vielen anderen.

GEGENWARTSKUNST TRÄGT NEUE FRAGEN AN ALTE MEISTER HERAN

Die Gegenüberstellung der Kunst des Barock mit ausgewählten Werken zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler basiert am ehesten auf einer (am Film orientierten) Montagetechnik. Die beiden unterschiedlichen aber affinen Realitäten sollen sich gegenseitig befruchten, aufladen und den Blick des Betrachters auffrischen. Alte Meister werden nicht wild mit der Gegenwartskunst gemischt. Jede Zeit behält ihren Entfaltungsraum. Doch kann der Besucher auf die Impulse der Gegenwartskunst vertrauen, um neue Fragestellungen an die historischen Werke herantragen. Dieser auch die Konventionen der allgemein üblichen Altmeisterpräsentation herausfordernde Ansatz legitimiert Bice Curiger als «Nicht-Barockspezialistin», ein solches Projekt anzugehen. Und wie bei ihren Ausstellungen üblich, rollt sie Geschichte nicht von der Vergangenheit her auf, sondern blickt aus der Gegenwart darauf zurück - auf das Bäuerische, die Derbheit, Religiosität und Sinnlichkeit, das Groteske, die Burleske und die Virilität - ein Spektrum von Subthemen, zu dem sie die Werke der Ausstellung in Gruppen inszeniert.

Vom Konzept der Präsentation begeistert, hat sich das Museo Guggenheim Bilbao entschlossen, die Ausstellung vom Kunsthaus zu übernehmen und 2013 zu zeigen. Zu den dann nach Spanien zu liefernden Leihgaben gehören auch Gemälde aus der Barock-Sammlung des Kunsthauses.

KUNSTVERMITTLUNG, PUBLIKATION, KINO, GESPRÄCH

Zum Thema «Deftig Barock» hat die Kunstvermittlung des Kunsthauses eine Sommerwerkstatt vorbereitet. Das Angebot von Workshops, Führungen und Exkursionen richtet sich an alle Generationen.

Der Katalog zur Ausstellung (178 S., 200 Abb.) ist in deutscher und in englischer Ausgabe im Snoeck Verlag, Köln, erschienen und für CHF 45.- am Kunsthaus-Shop erhältlich. Neben Abbildungen der Werke, die in der Ausstellung gezeigt werden und Referenzansichten, enthält die Publikation Beiträge von Bice Curiger, Raoul Vaneigem, Elfriede Jelinek, Eileen Myles, sowie von einer Gesprächsrunde mit Nike Bätzner, Michael Glasmeier, Tristan Weddigen und Victoria von Flemming. Ein extensives Glossar zum «deftigen Barock» erleichtert dem Leser die kulturgeschichtliche Einordnung.

Das Filmpodium und das Kunsthaus Zürich veranstalten ein deftig barockes Kino-Programm mit abendfüllenden Filmen. Die Arbeiten von Matthew Barney und Derek Jarman ergänzen die in der Ausstellung gezeigten Video- und Filmarbeiten - beispielsweise «Heidi» von Paul McCarthy & Mike Kelley oder Marilyn Minters «Playpen».

Am 1. Juni, um 18.30 Uhr sprechen Videokünstlerin Diana Thater (*1962) und die Fotografin und Malerin Marilyn Minter (*1948) über den Hintergrund ihrer Arbeit im Kontext der Ausstellung. Das Gespräch wird auf Englisch geführt. Einleitung und Moderation: Bice Curiger.

Viele weitere Infos zur Ausstellung und zum begleitenden Programm befinden sich auf der speziellen Website zur Ausstellung unter www.kunsthaus.ch.

Unterstützt von Swiss Re - Partner für zeitgenössische Kunst und dem Istituto Italiano di Cultura di Zurigo.

ALLGEMEINE INFORMATIONEN
Kunsthaus Zürich, Heimplatz 1, CH–8001 Zürich
Tel. +41 (0)44 253 84 84, www.kunsthaus.ch
Offen: Sa/So/Di 10–18 Uhr, Mi/Do/Fr 10–20 Uhr
Eintritt inkl. Audioguide (d/e/f): CHF 20.–/15.– reduziert und Gruppen ab 20 Personen. Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre gratis.
Öffentliche Führungen: Sonntags 11 Uhr, mittwochs 18 Uhr. Private Führungen mit Wunschtermin auf Anfrage: +41 (0)44 253 84 84 (Mo–Fr 9–12 Uhr)
Vorverkauf: SBB RailAway-Kombi. Ermässigung auf Anreise und Eintritt: am Bahnhof oder beim Rail Service 0900 300 300 (CHF 1.19/Min. ab Festnetz), www.sbb.ch.
Magasins Fnac: Verkaufsstellen CH: Rives, Balexert, Lausanne, Fribourg, Pathé Kino Basel, www.fnac.ch; F: Carrefour, Géant, Magasins U, 0 892 68 36 22 (0.34 €/min), www.fnac.com; BE: www.fnac.be.

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