Samstag, 16. Dezember 2017


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Kunsthaus Zürich steigert Besucherzahlen

Programm 2017 mit Kirchner, französischer Malerei und viel Aktion!

Zürich, (lifePR) - Im Jahr 2016 verzeichnete das Kunsthaus 320‘000 Eintritte. Das Programm 2017 lockt mit mitreissenden Ausstellungen zeitgenössischer Kunst und populären historischen Positionen. Nach «Grossstadtrausch/Naturidyll. Kirchner – Die Berliner Jahre» heisst es im Sommer «Action!». Performance-Kunst auf höchstem Niveau findet ihr Publikum. Dann lockt die «Cantastorie», ein unbekanntes Gesamtkunstwerk der neapolitanischen Volkskunst, bevor diverse Stilrichtungen der französischen Malerei in Konkurrenz zueinander treten. Eine Bilderwahl zur Reformation rundet das Jahresprogramm ab.

Im Jahr 2016 gingen 30‘000 Besucher mehr ins Kunsthaus Zürich als im Vorjahr. Mit 320‘000 Eintritten liegt das Besucheraufkommen über dem langjährigen Durchschnitt. Mit rund 1‘400 Eintritten pro Tag war Pipilotti Rist die Spitzenreiterin, gefolgt von Alberto Giacometti (800) und Francis Picabia (420). Während letztere, gemeinsam mit dem Museum of Modern Art, New York, konzipierte Ausstellung hinter den Erwartungen zurückblieb, übertraf die ebenfalls in Kooperation mit dem MoMA entstandene Präsentation «Dadaglobe Reconstructed» (650) die Annahmen um ein Vielfaches.
Der insgesamt sechsstellige Jahresgewinn erlaubt die Erhöhung des freien Vereinsvermögens und den Wiederaufbau einer Ausgleichsreserve. Für die kommenden Jahre erwartet die Zürcher Kunstgesellschaft Rückgänge im Ergebnis. Grund dafür sind die bis 2019 dauernden Bauarbeiten zur Anbindung des Bestandsgebäudes an die Erweiterung von David Chipperfield. Da der Eingang Mitte März 2017 geschlossen und der Zutritt über den Vortragssaal erfolgen wird, entgehen dem Kunsthaus Einnahmen aus Saalvermietungen in Höhe von rund CHF 300‘000.- pro Jahr. Das für kleine Wechselausstellungen genutzte Kabinett und die Sammlungsflächen im Erdgeschoss stehen für zwei Jahre nicht zur Verfügung. Dafür finden im grossen Ausstellungssaal vier anstelle von bisher drei neue Ausstellungen Platz – Kirchner, Action, Cantastorie und Französische Malerei. Das Programm im Überblick:

ERNST LUDWIG KIRCHNER – DIE BERLINER JAHRE. 10.2. – 7.5.17

Er ist der Meister des Expressionismus: Ernst Ludwig Kirchner (1880–1938). Die rund 150 Werke umfassende Ausstellung «Grossstadtrausch/Naturidyll. Kirchner – Die Berliner Jahre» widmet sich seiner bahnbrechenden Schaffensphase von 1911 bis 1917, als der junge Künstler in Berlin lebte. In den Fokus der Präsentation gerückt wird dabei das Spannungsverhältnis zwischen seinem Leben in der pulsierenden Grossstadt Berlin und auf der beschaulichen Ostseeinsel Fehmarn, wo er die Sommermonate von 1912 bis 1914 verbrachte. Beide Orte der Inspiration könnten nicht gegensätzlicher sein, doch zeugen die damals entstandenen Werke von Kirchners Streben nach einem Leben ausserhalb der bürgerlichen Normen und nach einer neuen, «ursprünglichen» Ausdrucksform. Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges liess Kirchner 1915 in eine psychische und physische Krise stürzen, von der sich der Künstler erst 1917, als er sich in den Davoser Bergen niederliess, langsam erholen und zu einem neuen Schaffensdrang finden sollte. Zum ersten Mal in der Schweiz wird diesem spannenden Kapitel in Kirchners Werk eine Ausstellung gewidmet.

MEXIKANISCHE GRAFIK. 19.5. – 27.8.17

Wer sagt, das Kunsthaus besitze nur Schweizer Kunst? Eine Sammlung mexikanischer Grafik, die als Schenkung ans Kunsthaus Zürich gelangte, umfasst Werke von 65 Künstlerinnen und Künstlern, die aus Mexiko stammen oder in Mexiko gelebt haben. Die Ausstellung zeigt eine Auswahl dieser Sammlung und hebt bedeutende druckgrafische Blätter unterschiedlicher Techniken aus dem späten 19. Jahrhundert bis in die 1970er-Jahre hervor. Viele dieser Werke auf Papier sind zum ersten Mal in der Schweiz zu sehen. Sie berühren Themen wie Armut und Reichtum, Liebe und Grausamkeit oder die Poesie und Härte des Alltags. Nebst Grafiken von José Guadalupe Posada werden auch charakteristische Werke des Realismus von Leopoldo Méndez, Diego Rivera oder David Alfaro Siqueiros sowie abstrakte Darstellungen von Rufino Tamayo oder Francisco Toledo gezeigt.

ACTION! 23.6. – 30.7.17

Nach einem Hoch von Happenings und Kunstaktionen in den 1960er- und 1970er-Jahren wendet sich eine junge Künstlergeneration wieder vermehrt dem Medium Performance zu und interessiert sich für ephemere und prozessorientierte Kunstformen. Die Ausstellung «Action!» beleuchtet dieses Phänomen und verwandelt den grossen Ausstellungssaal in einen Aktionsraum: Neben Live-Performances werden Arbeiten gezeigt, die die Besucher zu aktiv Beteiligten machen. Historische Performances werden wieder aufgeführt oder reinszeniert. «Action!» reflektiert die Rolle des Museums und die Geschichte der Performance. Zudem stellt die Ausstellung drängende sozial-politische Fragen zur Diskussion – mit Beiträgen von Francis Alÿs, Nina Beier, !Mediengruppe Bitnik, Trisha Brown, Tania Bruguera, Lucinda Childs, Valie Export, William Forsythe, Simone Forti, Guerilla Girls, Sharon Hayes, Adelita Husni-Bey, Florence Jung, Allan Kaprow, San Keller, Dieter Meier, Musée de la danse/Boris Charmatz, Otobong Nkanga, Yoko Ono, Ahmet Ögut, Adrian Piper, Alexandra Pirici, Rimini Protokoll, Tracey Rose, Tino Sehgal, Marinella Senatore, Cally Spooner, Koki Tanaka…
Mit Unterstützung von Swiss Re – Partner für zeitgenössische Kunst

CANTASTORIE. 25.8. – 8.10.17

Die «Cantastorie», eine faszinierende, unbekannte Ansammlung von Bildern und Bildzyklen, waren der kostbare, über Generationen gehütete Besitz zweier Familien von Bänkelsängern und Puppenspielern aus Neapel und Foggia, die den Menschen vor diesen Bildern die grossen Themen der Kultur buchstäblich nahebrachten. Es waren gleichsam die ersten Comics – schöne Prinzessinnen, heldenhafte Ritter, wildes Schlachtengetümmel und gefrässige Ungeheuer. Die einhundert farbenprächtigen Meisterwerke der Volkskunst entstanden in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts. «Cantastorie» sind ein sinnliches, humorvolles und lehrreiches Sehvergnügen, aber sie brauchen die Erläuterung, damit ihre Inhalte lebendig werden. Deshalb gibt es mitten in der Ausstellung eine Bühne. Mit Konzerten, Veranstaltungen und Festen wird der grosse Ausstellungssaal zum Marktplatz, Ort des lebhaften Austauschs.

REFORMATION: SO (RE)AGIERT DIE KUNST. 29.09.17 – 14.01.18

2017 ist es 500 Jahre her, seit Martin Luther seine Thesen verfasste, mit denen er die Reformation auslöste. Diesem Thema widmet sich die «Bilderwahl!». 20‘000 Mitglieder der Zürcher Kunstgesellschaft, dem Trägerverein des Kunsthaus Zürich, haben aus sechs vorgeschlagenen Werken ihren Favoriten ausgewählt – Ferdinand Hodler! Sein Werk «Einmütigkeit» wird im Zentrum der Ausstellung stehen.

GEFEIERT UND VERSPOTTET. FRANZÖSISCHE MALEREI 1820–1880.

10.11.17 – 28.1.18

Romantik, Realismus, Naturalismus, Freilichtmalerei, Impressionismus – das sind noch immer die wichtigsten Stilbegriffe, mit denen die französische Malerei des 19. Jahrhunderts beschlagwortet wird. Künstler dieser Stilrichtungen, zu denen Géricault, Delacroix, Corot, Daumier, Millet, Courbet, Manet, Sisley, Monet und Renoir zählen, verliessen damals den offiziellen «Hauptweg» der Malerei, die akademisch-klassizistische Manier. Zu ihrer Zeit höchst umstritten, gehören diese Künstler heute zu den weltweit gefeierten sogenannten «Vorläufern der Moderne». Die französische Malerei des 19. Jahrhunderts bietet allerdings eine Vielzahl anderer, ebenso wichtiger Künstler, die damals bei Kunstkritik und Publikum das grössere Ansehen genossen und hochgefeiert wurden. Obschon der traditionellen Malweise verpflichtet, waren Künstler wie Delaroche, Couture, Meissonier, Cabanel, Gérôme und Bouguereau teilweise selbst höchst innovativ. Zum ersten Mal in der Schweiz vereint die Ausstellung diese unterschiedlichen und kontroversen Wege der französischen Malerei zu einem vielfältigen Panorama der Gattungen jener Zeit.
Ein Kulturengagement der Credit Suisse – Partner Kunsthaus Zürich

DIE SAMMLUNG

Von seiner Struktur her ein Museum und eine Kunsthalle zugleich, bietet das Kunsthaus Zürich eine bedeutende Sammlung von Gemälden, Skulpturen und raumbezogenen Installationen. Sie umfasst Werke der westlichen Kunst vom 13. Jahrhundert bis heute. Rund 350 Werke aus allen Epochen werden dauerhaft gezeigt – darunter die Schwerpunkte Giacometti, Munch, der französische Impressionismus und die Schweizer Kunst.

ALLGEMEINE INFORMATIONEN

Auf www.kunsthaus.ch kann das Programm heruntergeladen werden. Auf Facebook, im elektronischen Newsletter und in der Online-Agenda findet der Besucher zudem viele aktuelle Ereignisse.

Kunsthaus Zürich, Heimplatz 1, CH–8001 Zürich
Tel. +41 (0)44 253 84 84, www.kunsthaus.ch
Fr–So/Di 10–18 Uhr, Mi/Do 10–20 Uhr. Feiertage: siehe www.kunsthaus.ch.

Eintritt Sammlung inkl. Audioguide d/e/f/i: CHF 16.–/11.– reduziert und Gruppen. Eintritt Ausstellungen: bis CHF 23.– /18.– reduziert und Gruppen.
Kombi-Tickets Sammlung und Ausstellung 26.–/19.–. Bis 16 Jahre Eintritt frei.
Gratis-Eintritt, Rabatte und weitere Leistungen mit Jahresmitgliedschaft 2017: Erwachsene CHF 115.– / Paare CHF 195.–  / Jugendliche bis 25 Jahre CHF 30.–.

Vorverkauf: SBB RailAway-Kombi. Ermässigung auf Anreise und Eintritt: am Bahnhof oder beim Rail Service 0900 300 300 (CHF 1.19/Min. ab Festnetz), www.sbb.ch/kunsthaus-zuerich.
Zürich Tourismus: Hotelzimmer-Buchung und Ticketverkauf, Tourist Service im Hauptbahnhof, Tel. +41 44 215 40 00, information@zuerich.com, www.zuerich.com.

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